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Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaftsinformationen’

Zahlungsverzug: Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze

Basiszinssatz vermindert sich auf -0,88 %.

Zeitraum Basiszinssatz Verzugszinssatz Verzugszinssatz bei Rechtsgeschäften ohne
Verbraucherbeteiligung
01.07. bis 28.07.2014 -0,73 % 4,27 % 7,27 %
29.07. bis 31.12.2014 -0,73 % 4,27 % 8,27 %
01.01. bis 30.06.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.01. bis 30.06.2016 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2016 -0,88 % 4,12 % 8,12 %

Bekanntgabe des Basiszinssatzes zum 1. Juli 2016: Basiszinssatz vermindert sich auf -0,88 %

Die Deutsche Bundesbank berechnet nach den gesetzlichen Vorgaben des § 247 Abs. 1 BGB den Basiszinssatz und veröffentlicht seinen aktuellen Stand gemäß § 247 Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger.

Der Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuches dient vor allem als Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen, § 288 Absatz 1 Satz 2 BGB. Er verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche seine Bezugsgröße seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden Halbjahres.

Der Festzinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank am 28. Juni 2016 beträgt 0,00 %. Er hat sich gegenüber dem für die letzte Bekanntgabe des Basiszinssatzes zum 1. Januar 2016 maßgeblichen Festzinssatz der Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vom 29. Dezember 2015, welcher 0,05 % betrug, um 0,05 Prozentpunkte vermindert.

Hieraus errechnet sich mit dem Beginn des 1. Juli 2016 ein Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuchs von -0,88 % (zuvor -0,83 %).

Der neue Basiszinssatz wird in der Ausgabe des Bundesanzeigers vom 29. Juni 2016 bekannt gegeben.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank

Firmeninsolvenzen sinken im 1. Quartal um 3,5 Prozent – deutlicher Anstieg der Firmenpleiten in Sachsen

1. Überblick: Gute Rahmenbedingungen lassen Firmeninsolvenzen weiter sinken

Die Firmeninsolvenzen gehen zu Beginn des Jahres 2016 weiter zurück. In den ersten drei Monaten des Jahres meldeten 3,5 Prozent weniger Unternehmen eine Insolvenz an als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Insgesamt waren von Januar bis März 5.509 Unternehmen von einer Pleite betroffen.

“Deutschland ist für Unternehmen weiterhin ein Standort mit attraktiven Rahmenbedingungen. Eine gute Infrastruktur und Qualifikation der Arbeitskräfte sowie die weiterhin positive konjunkturelle Lage sorgen dafür, dass es einem Großteil der Firmen in Deutschland weiterhin gut geht”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die erneut sinkenden Firmeninsolvenzzahlen. “Da ein enger Zusammenhang zwischen der konjunkturellen Entwicklung und der Insolvenzhäufigkeit von Unternehmen besteht, ist der Haupttreiber für den erneuten Rückgang der Firmeninsolvenzen in dem guten konjunkturellen Umfeld zu sehen”, so Dr. Sellin.

Auch auf Jahressicht geht die Wirtschaftsauskunftei Bürgel von weiter sinkenden Insolvenzen aus. “Im günstigsten Fall rechnen wir für 2016 mit 22.500 Firmeninsolvenzen”, sagt Dr. Sellin. Es wäre der siebte Rückgang in Folge und der niedrigste Stand seit der neuen Insolvenzordnung aus dem Jahr 1999. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2003 (39.320 Firmeninsolvenzen insgesamt) gab es im 1. Quartal noch 9.747 Firmenpleiten und damit 76,9 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten diesen Jahres.

Risiken für die Insolvenzprognose liegen in den zahlreichen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten. Vor allem ein möglicher “Brexit” könnte für einen Teil der deutschen Unternehmen problematisch werden, denn Großbritannien ist für Deutschland der drittwichtigste Exportmarkt weltweit. “Ein “Brexit” hätte negative Auswirkungen für die deutschen Exporteure und könnte die prognostizierte Zahl an Insolvenzen erhöhen”, erklärt Dr. Sellin.


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Schuldenbarometer 1. Quartal 2016: Weiterer Rückgang der Privatinsolvenzen – in fünf Bundesländern steigen die Zahlen an

1. Überblick: Geringe Arbeitslosigkeit und steigende Realeinkommen sorgen für weniger Privatinsolvenzen in Deutschland

Der Trend sinkender Privatinsolvenzen setzt sich auch zu Beginn des Jahres 2016 fort. In den ersten drei Monaten des Jahres waren 25.649 Bundesbürger von einer Insolvenz betroffen. Dies entspricht einem Rückgang um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

So lauten die zentralen Ergebnisse aus dem “Schuldenbarometer 1. Quartal 2016″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

“Derzeit gehen wir davon aus, dass die Privatinsolvenzen auch auf Jahressicht sinken werden. Dies wäre der sechste Rückgang in Folge. Für das Jahr 2016 prognostizieren wir aktuell 103.000 private Insolvenzen. Das wäre der niedrigste Stand seit 2005, als rund 100.000 Verbraucher eine Insolvenz anmelden mussten”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen.

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Schuldenbarometer 2015: Privatinsolvenzen sinken um 6,4 Prozent – vierter Anstieg in Folge bei den älteren Bundesbürgern

1. Überblick: Privatinsolvenzen sinken auf den niedrigsten Stand seit 2005

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland sinkt weiter. Im Jahr 2015 mussten 107.919 Bundesbürger – Privatpersonen und ehemals Selbstständige – eine private Insolvenz anmelden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dieser Wert einem Rückgang um 6,4 Prozent. So lauten die zentralen Ergebnisse aus der Studie “Schuldenbarometer 2015″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. “Die Privatinsolvenzen sind 2015 das fünfte Jahr in Folge rückläufig. Es ist der niedrigste Stand bei den Verbraucherinsolvenzen seit 2005, als knapp 100.000 Privatinsolvenzen angemeldet wurden”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen.
Den höchsten Wert in den vergangenen zehn Jahren gab es im Jahr 2010 mit 139.110 privaten Insolvenzen. “Für das Jahr 2016 gehen wir von weiter sinkenden Zahlen bei den Privatinsolvenzen aus. Aktuell rechnen wir am Jahresende mit 100.000 Insolvenzen”, prognostiziert Dr. Sellin. Weiterlesen…

Firmeninsolvenzen 2015

Firmeninsolvenzen sinken 2015 um 5,4 Prozent – Männer führen Firmen doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen

1. Einleitung: Sechster Rückgang in Folge – 23.222 Firmen melden eine Insolvenz an

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist 2015 weiter gesunken. Insgesamt mussten im letzten Jahr 23.222 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang um 5,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014 (24.549). “Es ist der sechste Rückgang bei den Firmeninsolvenzen in Folge und der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999″, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. Im Zehn-Jahresvergleich ist die Zahl der Firmeninsolvenzen um 36,9 Prozent zurückgegangen. 2005 gab es in Deutschland noch 36.843 Firmenpleiten.

2. Ursachen der sinkenden Firmeninsolvenzzahlen – auch 2016 weniger Firmeninsolvenzen erwartet

“Die Unternehmen in Deutschland profitieren von den für sie günstigen Rahmenbedingungen”, so Dr. Sellin. Die Gründe für die rückläufigen Insolvenzzahlen sind weiterhin die stabile Binnenkonjunktur und günstige Finanzierungsbedingungen. Der private Konsum treibt die Konjunktur aufgrund eines hohen Beschäftigungsniveaus an. Da ein enger Zusammenhang zwischen der konjunkturellen Entwicklung und der Insolvenzhäufigkeit von Unternehmen besteht, ist der Hauptgrund für den erneuten Rückgang der Firmeninsolvenzen daher in dem guten konjunkturellen Umfeld zu sehen. Konjunkturelle Abschwungphasen würden hingegen vermehrt für Unternehmenskrisen und daher für mehr Insolvenzen sorgen. “Für das Jahr 2016 gehen wir von einem Rückgang um 2 Prozent aus und rechnen mit 22.700 Firmeninsolvenzen”, prognostiziert Dr. Sellin. Eine schwächere Entwicklung der Weltwirtschaft, vor allem durch eine Verschlechterung der Situation in China, könnte die Unsicherheit für Unternehmen allerdings erhöhen. In diesem Fall wären auch mehr Firmeninsolvenzen denkbar.

3. Männer führen Firmen doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen

Das Thema Frauen in Führungspositionen diskutieren Politik und Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen. Erstmals hat die Wirtschaftsauskunftei Bürgel daher untersucht, ob mehr Männer oder Frauen an der Spitze von insolventen Unternehmen stehen. Das Ergebnis ist eindeutig: In mehr als doppelt so vielen Fällen stehen ein oder mehrere Männer an der Spitze eines insolventen Unternehmens. Laut Analyse melden 85 je 10.000 (0,85 Prozent) Unternehmen mit einem oder mehr männlichen Entscheidern (z.B. Geschäftsführer oder Inhaber) eine Insolvenz an – im Vergleich dazu sind es nur 42 je 10.000 Firmen (0,42 Prozent) mit einer oder mehreren Frauen in der Führungsetage. Auch gemischt geführte Unternehmen sind weniger von einer Zahlungsunfähigkeit betroffen (50 je 10.000 Unternehmen; 0,5 Prozent). Absolut gesehen gab es bei 18.676 (80,5 Prozent) der insolventen Unternehmen nur einen Entscheider an der Firmenspitze.

4. Negative Entwicklungen im Insolvenzgeschehen 2015

Trotz des sechsten Rückganges in Folge gab es 2015 auch negative Entwicklungen. Firmeninsolvenzen führen weiterhin zu Schäden in Milliardenhöhe und haben daher eine hohe volkswirtschaftliche Relevanz. In der Summe beliefen sich die durch Insolvenzen verursachten Schäden 2015 auf circa 19,7 Milliarden Euro (2014: 26 Milliarden Euro). Ursache für den Rückgang sind die vergleichsweise geringen Großinsolvenzen im Jahr 2015. Zudem waren erneut über 220.000 Arbeitnehmer von der Insolvenz eines Unternehmens betroffen. Die größte Einzelinsolvenz im Jahr 2015 meldete mit knapp 3.500 Mitarbeitern Imtech an. Ein weiterer negativer Trend setzt sich auch 2015 fort. Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) bleibt eine Rechtsform, aus der viele Insolvenzen resultieren. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Fallzahlen in diesem Segment um 4,6 Prozent auf 2.144 Fälle. Damit macht die UG mittlerweile 9,2 Prozent am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus.

5. Firmeninsolvenzen je Bundesland: Nordrhein-Westfalen führend in der Insolvenzstatistik

2015 mussten 23.222 Firmen in Deutschland eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht 0,7 Prozent der bundesweiten Firmen. Beim Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigen sich 2015 große regionale Unterschiede. Die meisten Firmenpleiten gab es – wie bereits im letzten Jahr – in Nordrhein-Westfalen. Bei den absoluten und relativen Zahlen ist das flächengrößte Bundesland führend in der Insolvenzstatistik. 7.326 bzw. 109 je 10.000 Unternehmen mussten 2015 in Nordrhein-Westfalen eine Insolvenz anmelden. Auch in Bayern (3.017), Niedersachsen (1.973) und Baden-Württemberg (1.860) gab es absolut gesehen viele Insolvenzen.

In der relativen Betrachtung (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) ändert sich die Reihenfolge. Nach Nordrhein-Westfalen (109) hat Bremen mit 105 Pleiten je 10.000 Unternehmen die höchste Insolvenzdichte. Es folgen mit Berlin (95), Hamburg (93), Schleswig-Holstein (90), Saarland (89) und Sachsen-Anhalt (85) Bundesländer, die alle über dem Bundesdurchschnitt von 72 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen liegen. Die wenigsten Firmeninsolvenzen gab es 2015 in Baden-Württemberg (42 je 10.000 Firmen), gefolgt von Bayern (50), Thüringen und Brandenburg (je 52).

6. Prozentuale Veränderungen: In vier Bundesländern steigen die Fallzahlen – deutlicher Rückgang in Brandenburg

In vier Bundesländern steigen die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend an. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnet Bayern mit vier Prozent mehr Insolvenzen. Aber auch in Berlin (plus 3,7 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 2,7 Prozent) und in Baden-Württemberg (plus 1,5 Prozent) gab 2015 mehr Firmeninsolvenzen als im vergangenen Jahr. Den deutlichsten Rückgang meldete Brandenburg mit 15,9 Prozent weniger Insolvenzen. Ebenfalls zweistellig sanken die Werte in Thüringen (minus 14,6 Prozent), Bremen (13,0 Prozent), Niedersachsen (11,9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (10,8 Prozent).

7. Firmeninsolvenzen nach Rechtsform: Unternehmergesellschaft bleibt Risikorechtsform

Weiterhin die höchsten Anteile am Insolvenzgeschehen in Deutschland machen die Rechtsformen Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen (40,5 Prozent; 9.420 Fälle) sowie die GmbHs (39,9 Prozent; 9.265 Fälle) aus. Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) hat ihren negativen Trend fortgesetzt und den Anteil am Insolvenzgeschehen weiter erhöht. Die Insolvenzen stiegen um 4,6 Prozent auf 2.144 Fälle. Im relativen Vergleich führt die UG mittlerweile die Insolvenzstatistik an. Die Quote liegt bei 225 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

8. Firmeninsolvenzen nach Branchen: Die Logistik ist am stärksten von Insolvenzen betroffen

Hinsichtlich der Insolvenzdichte in den Hauptbranchen zeigt sich, dass Logistikunternehmen stark von Insolvenzen betroffen sind. Hier liegt die Quote im Jahr 2015 bei 138 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Es folgen das Baugewerbe (97) und der Handel (78). Geringe Werte liefern die Energiebranche (16) und das verarbeitende Gewerbe (45).

9. Unternehmensgröße: Vermehrt kleine Unternehmen von der Insolvenz betroffen

Ein Blick auf die Unternehmensgröße zeigt, dass im Jahr 2015 vor allem kleine Unternehmen eine Insolvenz anmelden mussten. Der Anteil der Firmen mit maximal 5 Mitarbeitern betrug 80,1 Prozent. Der Anteil am Insolvenzgeschehen nimmt mit steigender Zahl der Arbeitnehmer ab. 8,7 Prozent der Unternehmen, die eine Insolvenz anmelden mussten, beschäftigten zwischen 6 und 10 Mitarbeitern. Bei Firmen, die 51 oder mehr Angestellte haben, liegt der Anteil am Insolvenzgeschehen nur noch bei 2,8 Prozent.

10. Ursachen von Firmeninsolvenzen: Häufig gibt es mehrere Insolvenzgründe

Unternehmenskrisen, die in einer Insolvenz münden, haben überwiegend nicht nur eine Ursache, sondern sie entstehen aus dem Zusammenwirken krisenverursachender Faktoren. Die aktuelle Wirtschaftslage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen für Unternehmensinsolvenzen. Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkursänderungen im Außenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Geschäftspartners (Dominoeffekt) sind Beispiele für Einflüsse von außen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken können. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, Mängel im Produktbereich (Qualität, Preis, Produkteigenschaften), Führungsprobleme oder Managementfehler können in allen betrieblichen Funktionsbereichen begründet liegen und eine Insolvenz auslösen.

Quelle: BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG

Zahlungsverzug: Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze

Basiszinssatz bleibt unverändert bei -0,83 %.

Zeitraum Basiszinssatz Verzugszinssatz Verzugszinssatz bei Rechtsgeschäften ohne
Verbraucherbeteiligung
01.01. bis 30.06.2014 -0,63 % 4,37 % 7,37 %
01.07. bis 28.07.2014 -0,73 % 4,27 % 7,27 %
29.07. bis 31.12.2014 -0,73 % 4,27 % 8,27 %
01.01. bis 30.06.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.01. bis 30.06.2016 -0,83 % 4,17 % 8,17 %

Bekanntgabe des Basiszinssatzes zum 1. Januar 2016: Basiszinssatz bleibt unverändert bei -0,83 %

Die Deutsche Bundesbank berechnet nach den gesetzlichen Vorgaben des § 247 Abs. 1 BGB den Basiszinssatz und veröffentlicht seinen aktuellen Stand gemäß § 247 Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger.

Der Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuches dient vor allem als Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen, § 288 Absatz 1 Satz 2 BGB. Er verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche seine Bezugsgröße seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden Halbjahres.

Der Festzinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank am 29. Dezember 2015 beträgt 0,05 %. Er ist seit dem für die letzte Änderung des Basiszinssatzes maßgeblichen Zeitpunkt am 1. Juli 2015 unverändert geblieben (der Festzinssatz der letzten Hauptrefinanzierungsoperation im Juni 2015 hat ebenfalls 0,05 % betragen).

Hieraus errechnet sich mit dem Beginn des 1. Januar 2016 ein Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuchs von -0,83 % (zuvor -0,83 %).

Der neue Basiszinssatz wird in der Ausgabe des Bundesanzeigers vom 30. Dezember 2015 bekannt gegeben.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank

Schuldenbarometer 1.-3. Quartal 2015 – 7,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen in Deutschland

Männer aus Bremen zwischen 31 und 40 Jahren statistisch am häufigsten von der Insolvenz betroffen

1. Überblick: Niedrigster Stand bei den Privatinsolvenzen seit 2005

Die Zahl der Privatinsolvenzen (Verbraucher und ehemals Selbstständige) wird auch im Jahr 2015 weiter sinken. In den ersten neun Monaten meldeten 80.744 Bundesbürger eine private Insolvenz an. Dies entspricht einem Rückgang um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das sind die Ergebnisse aus dem “Schuldenbarometer 1.-3. Quartal 2015″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.
“2015 werden die Privatinsolvenzen das fünfte Mal in Folge sinken. Wir gehen für dieses Jahr von bis zu 105.000 Fällen aus. Dies wäre der niedrigste Stand seit dem Jahr 2005. Allerdings liegen die Fallzahlen in 10 Bundesländern über dem Durchschnitt von 99 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner”, fasst Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die Ergebnisse zusammen. Der Bürgel Geschäftsführer begründet den Rückgang mit der positiven Konjunktur und der weiterhin niedrigen Arbeitslosenquote. Hintergrund: Die Arbeitslosigkeit gilt als Hauptursache für Privatinsolvenzen. “Die Formel ist einfach. Wenn die Beschäftigtenzahlen steigen, sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen.” Welchen Einfluss die Arbeitslosigkeit auf die Zahl der Privatinsolvenzen hat, lässt sich gut an den Ländern Bayern und Bremen belegen. In Bayern liegen sowohl die Arbeitslosenquote (3,3 Prozent) und die Privatinsolvenzen (72 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) auf dem niedrigsten Niveau bundesweit. Anders sieht die Situation in Bremen aus. Nicht nur bei den Privatinsolvenzen (165 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) führt das Bundesland die Statistik an – mit 10,5 Prozent hat Bremen auch die höchste Arbeitslosenquote. Weiterlesen…

Studie: Zahlungsausfallrisiko von Unternehmen

8,8 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit Zahlungsschwierigkeiten – Anteil von Unternehmen mit hohem Zahlungsausfallrisiko steigt um 2,3 Prozent

1. Einleitung: 8,8 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit Zahlungsschwierigkeiten

Immer mehr Firmen in Deutschland haben finanzielle Probleme. Dies belegt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel, in der 3.317.706 Unternehmen hinsichtlich ihrer Finanzlage analysiert worden sind. Die Anzahl insolvenzgefährdeter Unternehmen stieg demnach im November 2015, im Vergleich zum Februar dieses Jahres, um 2,3 Prozent. Insgesamt haben 292.750 (8,8 Prozent) der Unternehmen erhebliche Zahlungsschwierigkeiten und bergen das Risiko, eventuell eine Insolvenz anmelden zu müssen.
„Trotz der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmen stieg die Zahl der Firmen mit einem hohen Zahlungsausfallrisiko“, sagt Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin zu der aktuellen Entwicklung. „Nicht alle diese Unternehmen sind akut von einer Insolvenz bedroht. Es ist denkbar, dass die Firmen auch erst in zwei oder drei Jahren vor der Pleite stehen oder sich wieder erholen. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls ist bei den Firmen jedoch deutlich höher als bei finanziell besser gestellten Unternehmen.“
Die aktuelle Wirtschaftslage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder den Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen für Unternehmenskrisen. Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkursänderungen im Außenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Geschäftspartners sind Beispiele für Einflüsse von außen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken können. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, Mängel im Produktbereich (Qualität, Preis, Produkteigenschaften), Führungsprobleme oder Managementfehler können in allen betrieblichen Funktionsbereichen begründet liegen.

2. Studienhintergrund: Milliardenschäden durch Zahlungsausfälle

Es gibt zahlreiche Studien zur Überschuldungssituation bei Verbrauchern. Vergleichbare Analysen zu Unternehmen sind kaum zu finden. Aber: Durch Insolvenzen und Zahlungsausfälle entstehen erhebliche gesamtwirtschaftliche Kosten. Die durch Insolvenzen entstandenen Schäden liegen jährlich im zweistelligen Milliardenbereich. Daher hat Bürgel über drei Millionen Unternehmen hinsichtlich ihrer Zahlungsfähigkeit untersucht. Im Jahr 2015 rechnet die Wirtschaftsauskunftei mit bis zu 23.700 Unternehmensinsolvenzen. Die Insolvenz ist dabei Ausgangspunkt für die Sanierung oder ggfs. die Liquidation des Betriebs. Zuvor befinden sich die betroffenen Unternehmen bereits in einer finanziellen Schieflage. Häufig können gerade höhere Rechnungen nicht mehr bezahlt werden, was zu dramatischen Folgen auch für andere Unternehmen führen kann. Die Insolvenz von Geschäftspartnern ist unter Umständen eine Gefahr für die Liquidität und damit für den Fortbestand des eigenen Betriebs. Schlittern Vertragspartner in die Zahlungsunfähigkeit, stellt das gerade mittelständische und kleine Unternehmen vor erhebliche finanzielle Probleme. Insbesondere die betroffenen KMU verfügen oft nicht über ausreichendes Eigenkapital, um das zögerliche Zahlungsverhalten ihrer Kunden zu kompensieren, denn: Erstens bedeuten Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle bei Partnern zusätzliche Mehrarbeit und entsprechende Kosten für den eigenen Betrieb. Zweitens ist es in vielen Branchen üblich, dass ein Unternehmen mit seiner Arbeitsleistung und den Materialkosten in Vorleistung tritt. Die unter Zahlungsverzögerungen und -ausfällen leidenden Firmen fungieren damit als Kreditgeber. Sie tragen so auch das finanzielle Risiko. Dies führt in den Betrieben, vor allem, wenn Forderungsausfälle besonders hoch sind, zu eigenen finanziellen Engpässen und im schlimmsten Fall zur eigenen Insolvenz.

3. Studiendesign: Analyse der Finanzlage von Unternehmen

Der zentrale Indikator der Studie ist der Bonitätsindex der Unternehmen. Dieser Frühwarnindikator dient der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit und der Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen binnen der nächsten zwölf Monate. In der Studie hat Bürgel eine Vielzahl von Informationen zur Finanzlage der Unternehmen, die Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens geben, ausgewertet. Dazu gehören u.a. Angaben in den Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. Außerdem fließen Informationen zu vorhandenen gerichtlichen Negativmerkmalen in die Analyse mit ein. Laut der aktuellen Bürgel Auswertung haben im November 292.750 Firmen in Deutschland derzeit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko (Stichtag: 25. November 2015). Anders ausgedrückt sind 8,8 Prozent der insgesamt über drei Millionen von Bürgel für die Studie auf Zahlungsfähigkeit untersuchten Unternehmen gefährdet, denn: Die betroffenen Unternehmen verfügen über einen Bonitätsindex im Bereich zwischen 4,5 bis 6,0.

Das bedeutet, dass diese Firmen – von der Kapitalgesellschaft bis hin zum Einzelunternehmer – ihren Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachkommen können. Allerdings bedeutet der statistische Wert nicht explizit, dass die betroffenen Unternehmen alle Insolvenz anmelden müssen. Er sagt lediglich aus, dass die Betroffenen über eine ausgeprägt schwache Bonität verfügen und damit besonders insolvenzgefährdet sind. Der Großteil (45,4 Prozent) der Unternehmen in Deutschland liegt allerdings in der Risikoklasse 2,0 bis 2,4 und weist damit aktuell ein unterdurchschnittliches Ausfallrisiko aus.

4. Bundesländer: 12,8 Prozent der Unternehmen in Sachsen-Anhalt droht die Zahlungsunfähigkeit

Laut der aktuellen Analyse bergen 292.750 Firmen in Deutschland derzeit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko. Dies entspricht 8,8 Prozent der über drei Millionen ausgewerteten Firmen. Die Gefahr einer Pleite ist jedoch regional unterschiedlich ausgeprägt. Die höchste Insolvenzgefahr geht von Unternehmen in Sachsen-Anhalt aus. Aktuell sind 12,8 Prozent der Unternehmen dort in einer finanziellen Schieflage und somit von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit betroffen. Aber auch in Sachsen (12,1 Prozent), Berlin (11,0 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (10,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (9,8 Prozent), Thüringen (9,6 Prozent), Brandenburg (9,5 Prozent), Bremen (9,2 Prozent) und Hamburg (9,0 Prozent) ist die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls seitens der Unternehmen höher als im Bundesdurchschnitt. Ein geringeres Risiko geht von Unternehmen in Bayern aus. Hier drohen 6,6 Prozent der Unternehmen mit ihren Zahlungen auszufallen.

5. Prozentuale Veränderungen: Entwicklung in den Bundesländern unterschiedlich ausgeprägt

In 14 Bundesländern hat sich die Zahl insolvenzgefährdeter Unternehmen erhöht. Den stärksten Anstieg gab es im November im Vergleich zum Februar im Saarland. Hier stieg die Anzahl der Firmen, die von einem Zahlungsausfall bedroht sind, um 6,7 Prozent. Es folgen Bremen (plus 4,4 Prozent), Sachsen (plus 4,0 Prozent), Rheinland-Pfalz (plus 3,5 Prozent), Baden-Württemberg (plus 3,4 Prozent) und Hamburg (plus 3,3 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern (minus 2,6 Prozent) und Thüringen (minus 0,9 Prozent) nimmt die Zahl der Unternehmen mit einer erhöhten Insolvenzwahrscheinlichkeit ab.

6. Großstadtranking: Chemnitzer Unternehmen mit dem höchsten Pleiterisiko

Auch eine Analyse der 30 größten Städte zeigt regionale Unterschiede hinsichtlich des Zahlungsausfallrisikos von Unternehmen. Demnach haben Firmen in Chemnitz das höchste Insolvenzrisiko, 13,9 Prozent der Firmen sind von einer Zahlungsunfähigkeit bedroht. Es folgen mit Duisburg (13,0 Prozent der Firmen von Insolvenz bedroht) und Gelsenkirchen (12,9 Prozent) zwei Städte aus Nordrhein-Westfalen. Weniger Risiko bergen die Unternehmen in München (6,3 Prozent) und Stuttgart (6,7 Prozent).

7. Branchenanalyse: Unternehmen aus dem Gastgewerbe und der Logistik mit höchster Gefährdung

Je nach Branchenzugehörigkeit der untersuchten Unternehmen zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Zahlungsfähigkeit. Am stärksten betroffen von möglichen Zahlungsausfällen sind Unternehmen aus dem Gastgewerbe (Insolvenzrisiko liegt bei 14,4 Prozent) und aus der Logistik (12,7 Prozent). Zudem haben Firmen aus dem Baugewerbe ein höheres Risiko, Insolvenz anmelden zu müssen. Der Anteil gefährdeter Unternehmen liegt hier bei 9,8 Prozent. Das geringste Risiko von Zahlungsausfällen haben Unternehmen aus dem Energiesektor. Lediglich 2,5 Prozent der Firmen sind von einem höheren Zahlungsausfallrisiko betroffen.

8. Rechtsformen: Hohe Zahlungsausfallwahrscheinlichkeit bei der Unternehmergesellschaft

13,5 Prozent der Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) droht eine Insolvenz. Damit nimmt die UG den schlechtesten Wert aller Rechtsformen an. Aber auch bei den Gewerbebetrieben (12,7 Prozent) und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (10,9 Prozent) liegt der Anteil insolvenzgefährdeter Unternehmen über dem Durchschnitt. Ein geringes Insolvenzrisiko bergen Aktiengesellschaften. Nur 3,9 Prozent aller AGs sind von einer Pleite bedroht.

9. Anzeichen einer drohenden Insolvenz

Es gibt in der Praxis typische Verhaltensmuster, die frühzeitig auf eine prekäre Situation von Unternehmen hinweisen: etwa wenn eine schlechtere Zahlungsmoral, ein verändertes Bestellverhalten oder eine häufige Änderung in der Geschäftsführung, Bankverbindung oder Firmierung auftreten. Indikatoren sind aber auch, wenn Zahlungen durch ungerechtfertigte Mängelrügen hinausgezögert, mündliche Zusagen gebrochen oder häufig Rechnungskopien angefordert werden. Zudem leisten sich die betroffenen Unternehmen keine Neuanschaffungen mehr und nutzen veraltete Produktionsanlagen. Hinweise auf eine finanzielle Schieflage liefert auch der Verbrauch von Eigenkapital über Jahre hinweg oder die mehrfache Erhöhung der Kreditlinie (Fremdkapitaleinsatz).

Quelle: BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG

Firmeninsolvenzen 1. Halbjahr 2015

Firmeninsolvenzen sinken um 4,4 Prozent – Anstieg auf Jahressicht möglich / In fünf Bundesländern steigen die Firmenpleiten bereits an

1. Überblick

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 hat sich die Situation bei den Firmeninsolvenzen in Deutschland weiter entspannt. Die Firmenpleiten gingen von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent zurück. Insgesamt mussten 11.729 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. So lauten die zentralen Ergebnisse der aktuellen Studie “Firmeninsolvenzen 1. Halbjahr 2015″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.
“Einen Anstieg der Firmeninsolvenzen auf Jahressicht können wir dennoch nicht mehr komplett ausschließen. Ende des 1. Quartals gingen wir von bis zu 23.000 Firmeninsolvenzen aus. Diese Prognose können wir nicht mehr halten. Aktuell rechnen wir mit bis zu 23.700 Insolvenzen”, so Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin. Vor allem im 2. Quartal trübte sich das Insolvenzgeschehen in Deutschland ein. “Die Zahlen von April bis Juni näherten sich denen des Vorjahres”, sagt Dr. Sellin. Waren es in den ersten drei Monates des Jahres 2015 noch 5.706 (1. Quartal 2014: 6.190) Firmen, die eine Insolvenz anmelden mussten, erhöhte sich die Zahl im 2. Quartal auf 6.023 (2. Quartal 2014: 6.078). “Alleine im Juni 2015 gab es knapp 11 Prozent mehr Firmeninsolvenzen”, erläutert Dr. Sellin.

Die Gründe für die dennoch rückläufigen Insolvenzen bei den Unternehmen sind weiterhin die stabil gute Binnenkonjunktur und günstige Finanzierungsbedingungen. Der kräftige private Konsum profitiert vom anhaltenden Beschäftigungsaufbau und treibt die Konjunktur an. Die größten Risiken für einen Konjunkturdämpfer in Deutschland bleiben die angespannte Lage im Euroraum und die Sorgen vor den Folgen einer sich möglicherweise abkühlenden Dynamik in den Schwellenländern, allen voran in China.

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Studie: Jedes sechste Unternehmen zahlt Rechnungen verspätet

Die Unternehmen in Deutschland machen derzeit gute Erfahrungen mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden. 16,5 Prozent der Unternehmen beglichen ihre Rechnungen im Mai 2015 verspätet oder gar nicht. Im Juni 2014 lag die Quote der Nicht- oder Spätzahler noch bei 17,5 Prozent. Von Juni 2014 bis Mai 2015 erreichte die Zahlungsmoral der Firmen im Februar und März 2015 den besten Wert: Lediglich 16,0 Prozent der Firmen kamen den Zahlungsverpflichtungen verspätet oder gar nicht nach – der Rest überwies innerhalb des Zahlungsziels. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Zahlungsmoral deutscher Unternehmen“ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Die Studie analysiert mittlerweile zum vierten Mal das Zahlungsverhalten von knapp 470.000 Unternehmen in Deutschland innerhalb der vergangenen zwölf Monate.
„Den Unternehmen in Deutschland geht es zurzeit recht gut. Dies spiegelt sich auch in der positiven Zahlungsmoral der Unternehmen wider. Die Firmen profitieren weiterhin von der guten Binnenkonjunktur, die vor allem durch den privaten Konsum und vorteilhaften Finanzierungsbedingungen gestützt wird. Trotzdem kommt es bei knapp jedem sechsten Unternehmen zu Zahlungsverzögerungen. Einfach ausgedrückt: Ein Unternehmen, das 100 Rechnungen schreibt, muss davon ausgehen, dass im Durchschnitt 16,5 Rechnungen nicht fristgerecht bezahlt werden. Eine durch den Kunden oder Auftraggeber nicht bezahlte Rechnung zieht einen erheblichen Verwaltungsaufwand, Ärger und zusätzliche Kosten nach sich“, sagt Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin zu den aktuellen Zahlen. „Das größte Risiko für die Unternehmen besteht weiterhin in der Entwicklung des Euroraums. Es ist durchaus denkbar, dass sich die Zahlungsmoral der Unternehmen im Jahresverlauf verschlechtert“, so Dr. Sellin.
Leichte Ansätze eines nachlässigeren Zahlungsverhaltens der Firmen sind schon in den letzten Monaten zu erkennen gewesen. „So verschlechterte sich die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen von April auf Mai um 2,9 Prozent.” Weiterlesen…