Risiko- und Forderungsmanagement seit 1985 | Inkasso Inland | Inkasso Ausland

Deutsch  English



BID-Coburg.de

BID     Bürgel     Procash     Profaktura



Ein starker Partner



Archiv für die Kategorie ‘BÜRGEL’

Schuldenbarometer 1.-3. Quartal 2015 – 7,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen in Deutschland

Männer aus Bremen zwischen 31 und 40 Jahren statistisch am häufigsten von der Insolvenz betroffen

1. Überblick: Niedrigster Stand bei den Privatinsolvenzen seit 2005

Die Zahl der Privatinsolvenzen (Verbraucher und ehemals Selbstständige) wird auch im Jahr 2015 weiter sinken. In den ersten neun Monaten meldeten 80.744 Bundesbürger eine private Insolvenz an. Dies entspricht einem Rückgang um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das sind die Ergebnisse aus dem “Schuldenbarometer 1.-3. Quartal 2015″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.
“2015 werden die Privatinsolvenzen das fünfte Mal in Folge sinken. Wir gehen für dieses Jahr von bis zu 105.000 Fällen aus. Dies wäre der niedrigste Stand seit dem Jahr 2005. Allerdings liegen die Fallzahlen in 10 Bundesländern über dem Durchschnitt von 99 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner”, fasst Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die Ergebnisse zusammen. Der Bürgel Geschäftsführer begründet den Rückgang mit der positiven Konjunktur und der weiterhin niedrigen Arbeitslosenquote. Hintergrund: Die Arbeitslosigkeit gilt als Hauptursache für Privatinsolvenzen. “Die Formel ist einfach. Wenn die Beschäftigtenzahlen steigen, sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen.” Welchen Einfluss die Arbeitslosigkeit auf die Zahl der Privatinsolvenzen hat, lässt sich gut an den Ländern Bayern und Bremen belegen. In Bayern liegen sowohl die Arbeitslosenquote (3,3 Prozent) und die Privatinsolvenzen (72 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) auf dem niedrigsten Niveau bundesweit. Anders sieht die Situation in Bremen aus. Nicht nur bei den Privatinsolvenzen (165 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) führt das Bundesland die Statistik an – mit 10,5 Prozent hat Bremen auch die höchste Arbeitslosenquote. Weiterlesen…

Studie: Zahlungsausfallrisiko von Unternehmen

8,8 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit Zahlungsschwierigkeiten – Anteil von Unternehmen mit hohem Zahlungsausfallrisiko steigt um 2,3 Prozent

1. Einleitung: 8,8 Prozent der Unternehmen in Deutschland mit Zahlungsschwierigkeiten

Immer mehr Firmen in Deutschland haben finanzielle Probleme. Dies belegt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel, in der 3.317.706 Unternehmen hinsichtlich ihrer Finanzlage analysiert worden sind. Die Anzahl insolvenzgefährdeter Unternehmen stieg demnach im November 2015, im Vergleich zum Februar dieses Jahres, um 2,3 Prozent. Insgesamt haben 292.750 (8,8 Prozent) der Unternehmen erhebliche Zahlungsschwierigkeiten und bergen das Risiko, eventuell eine Insolvenz anmelden zu müssen.
„Trotz der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Unternehmen stieg die Zahl der Firmen mit einem hohen Zahlungsausfallrisiko“, sagt Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin zu der aktuellen Entwicklung. „Nicht alle diese Unternehmen sind akut von einer Insolvenz bedroht. Es ist denkbar, dass die Firmen auch erst in zwei oder drei Jahren vor der Pleite stehen oder sich wieder erholen. Die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls ist bei den Firmen jedoch deutlich höher als bei finanziell besser gestellten Unternehmen.“
Die aktuelle Wirtschaftslage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder den Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen für Unternehmenskrisen. Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkursänderungen im Außenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Geschäftspartners sind Beispiele für Einflüsse von außen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken können. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, Mängel im Produktbereich (Qualität, Preis, Produkteigenschaften), Führungsprobleme oder Managementfehler können in allen betrieblichen Funktionsbereichen begründet liegen.

2. Studienhintergrund: Milliardenschäden durch Zahlungsausfälle

Es gibt zahlreiche Studien zur Überschuldungssituation bei Verbrauchern. Vergleichbare Analysen zu Unternehmen sind kaum zu finden. Aber: Durch Insolvenzen und Zahlungsausfälle entstehen erhebliche gesamtwirtschaftliche Kosten. Die durch Insolvenzen entstandenen Schäden liegen jährlich im zweistelligen Milliardenbereich. Daher hat Bürgel über drei Millionen Unternehmen hinsichtlich ihrer Zahlungsfähigkeit untersucht. Im Jahr 2015 rechnet die Wirtschaftsauskunftei mit bis zu 23.700 Unternehmensinsolvenzen. Die Insolvenz ist dabei Ausgangspunkt für die Sanierung oder ggfs. die Liquidation des Betriebs. Zuvor befinden sich die betroffenen Unternehmen bereits in einer finanziellen Schieflage. Häufig können gerade höhere Rechnungen nicht mehr bezahlt werden, was zu dramatischen Folgen auch für andere Unternehmen führen kann. Die Insolvenz von Geschäftspartnern ist unter Umständen eine Gefahr für die Liquidität und damit für den Fortbestand des eigenen Betriebs. Schlittern Vertragspartner in die Zahlungsunfähigkeit, stellt das gerade mittelständische und kleine Unternehmen vor erhebliche finanzielle Probleme. Insbesondere die betroffenen KMU verfügen oft nicht über ausreichendes Eigenkapital, um das zögerliche Zahlungsverhalten ihrer Kunden zu kompensieren, denn: Erstens bedeuten Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle bei Partnern zusätzliche Mehrarbeit und entsprechende Kosten für den eigenen Betrieb. Zweitens ist es in vielen Branchen üblich, dass ein Unternehmen mit seiner Arbeitsleistung und den Materialkosten in Vorleistung tritt. Die unter Zahlungsverzögerungen und -ausfällen leidenden Firmen fungieren damit als Kreditgeber. Sie tragen so auch das finanzielle Risiko. Dies führt in den Betrieben, vor allem, wenn Forderungsausfälle besonders hoch sind, zu eigenen finanziellen Engpässen und im schlimmsten Fall zur eigenen Insolvenz.

3. Studiendesign: Analyse der Finanzlage von Unternehmen

Der zentrale Indikator der Studie ist der Bonitätsindex der Unternehmen. Dieser Frühwarnindikator dient der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit und der Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen binnen der nächsten zwölf Monate. In der Studie hat Bürgel eine Vielzahl von Informationen zur Finanzlage der Unternehmen, die Aufschluss über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens geben, ausgewertet. Dazu gehören u.a. Angaben in den Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. Außerdem fließen Informationen zu vorhandenen gerichtlichen Negativmerkmalen in die Analyse mit ein. Laut der aktuellen Bürgel Auswertung haben im November 292.750 Firmen in Deutschland derzeit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko (Stichtag: 25. November 2015). Anders ausgedrückt sind 8,8 Prozent der insgesamt über drei Millionen von Bürgel für die Studie auf Zahlungsfähigkeit untersuchten Unternehmen gefährdet, denn: Die betroffenen Unternehmen verfügen über einen Bonitätsindex im Bereich zwischen 4,5 bis 6,0.

Das bedeutet, dass diese Firmen – von der Kapitalgesellschaft bis hin zum Einzelunternehmer – ihren Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachkommen können. Allerdings bedeutet der statistische Wert nicht explizit, dass die betroffenen Unternehmen alle Insolvenz anmelden müssen. Er sagt lediglich aus, dass die Betroffenen über eine ausgeprägt schwache Bonität verfügen und damit besonders insolvenzgefährdet sind. Der Großteil (45,4 Prozent) der Unternehmen in Deutschland liegt allerdings in der Risikoklasse 2,0 bis 2,4 und weist damit aktuell ein unterdurchschnittliches Ausfallrisiko aus.

4. Bundesländer: 12,8 Prozent der Unternehmen in Sachsen-Anhalt droht die Zahlungsunfähigkeit

Laut der aktuellen Analyse bergen 292.750 Firmen in Deutschland derzeit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko. Dies entspricht 8,8 Prozent der über drei Millionen ausgewerteten Firmen. Die Gefahr einer Pleite ist jedoch regional unterschiedlich ausgeprägt. Die höchste Insolvenzgefahr geht von Unternehmen in Sachsen-Anhalt aus. Aktuell sind 12,8 Prozent der Unternehmen dort in einer finanziellen Schieflage und somit von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit betroffen. Aber auch in Sachsen (12,1 Prozent), Berlin (11,0 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (10,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (9,8 Prozent), Thüringen (9,6 Prozent), Brandenburg (9,5 Prozent), Bremen (9,2 Prozent) und Hamburg (9,0 Prozent) ist die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls seitens der Unternehmen höher als im Bundesdurchschnitt. Ein geringeres Risiko geht von Unternehmen in Bayern aus. Hier drohen 6,6 Prozent der Unternehmen mit ihren Zahlungen auszufallen.

5. Prozentuale Veränderungen: Entwicklung in den Bundesländern unterschiedlich ausgeprägt

In 14 Bundesländern hat sich die Zahl insolvenzgefährdeter Unternehmen erhöht. Den stärksten Anstieg gab es im November im Vergleich zum Februar im Saarland. Hier stieg die Anzahl der Firmen, die von einem Zahlungsausfall bedroht sind, um 6,7 Prozent. Es folgen Bremen (plus 4,4 Prozent), Sachsen (plus 4,0 Prozent), Rheinland-Pfalz (plus 3,5 Prozent), Baden-Württemberg (plus 3,4 Prozent) und Hamburg (plus 3,3 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern (minus 2,6 Prozent) und Thüringen (minus 0,9 Prozent) nimmt die Zahl der Unternehmen mit einer erhöhten Insolvenzwahrscheinlichkeit ab.

6. Großstadtranking: Chemnitzer Unternehmen mit dem höchsten Pleiterisiko

Auch eine Analyse der 30 größten Städte zeigt regionale Unterschiede hinsichtlich des Zahlungsausfallrisikos von Unternehmen. Demnach haben Firmen in Chemnitz das höchste Insolvenzrisiko, 13,9 Prozent der Firmen sind von einer Zahlungsunfähigkeit bedroht. Es folgen mit Duisburg (13,0 Prozent der Firmen von Insolvenz bedroht) und Gelsenkirchen (12,9 Prozent) zwei Städte aus Nordrhein-Westfalen. Weniger Risiko bergen die Unternehmen in München (6,3 Prozent) und Stuttgart (6,7 Prozent).

7. Branchenanalyse: Unternehmen aus dem Gastgewerbe und der Logistik mit höchster Gefährdung

Je nach Branchenzugehörigkeit der untersuchten Unternehmen zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Zahlungsfähigkeit. Am stärksten betroffen von möglichen Zahlungsausfällen sind Unternehmen aus dem Gastgewerbe (Insolvenzrisiko liegt bei 14,4 Prozent) und aus der Logistik (12,7 Prozent). Zudem haben Firmen aus dem Baugewerbe ein höheres Risiko, Insolvenz anmelden zu müssen. Der Anteil gefährdeter Unternehmen liegt hier bei 9,8 Prozent. Das geringste Risiko von Zahlungsausfällen haben Unternehmen aus dem Energiesektor. Lediglich 2,5 Prozent der Firmen sind von einem höheren Zahlungsausfallrisiko betroffen.

8. Rechtsformen: Hohe Zahlungsausfallwahrscheinlichkeit bei der Unternehmergesellschaft

13,5 Prozent der Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) droht eine Insolvenz. Damit nimmt die UG den schlechtesten Wert aller Rechtsformen an. Aber auch bei den Gewerbebetrieben (12,7 Prozent) und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (10,9 Prozent) liegt der Anteil insolvenzgefährdeter Unternehmen über dem Durchschnitt. Ein geringes Insolvenzrisiko bergen Aktiengesellschaften. Nur 3,9 Prozent aller AGs sind von einer Pleite bedroht.

9. Anzeichen einer drohenden Insolvenz

Es gibt in der Praxis typische Verhaltensmuster, die frühzeitig auf eine prekäre Situation von Unternehmen hinweisen: etwa wenn eine schlechtere Zahlungsmoral, ein verändertes Bestellverhalten oder eine häufige Änderung in der Geschäftsführung, Bankverbindung oder Firmierung auftreten. Indikatoren sind aber auch, wenn Zahlungen durch ungerechtfertigte Mängelrügen hinausgezögert, mündliche Zusagen gebrochen oder häufig Rechnungskopien angefordert werden. Zudem leisten sich die betroffenen Unternehmen keine Neuanschaffungen mehr und nutzen veraltete Produktionsanlagen. Hinweise auf eine finanzielle Schieflage liefert auch der Verbrauch von Eigenkapital über Jahre hinweg oder die mehrfache Erhöhung der Kreditlinie (Fremdkapitaleinsatz).

Quelle: BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG

Firmeninsolvenzen 1. Halbjahr 2015

Firmeninsolvenzen sinken um 4,4 Prozent – Anstieg auf Jahressicht möglich / In fünf Bundesländern steigen die Firmenpleiten bereits an

1. Überblick

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 hat sich die Situation bei den Firmeninsolvenzen in Deutschland weiter entspannt. Die Firmenpleiten gingen von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent zurück. Insgesamt mussten 11.729 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. So lauten die zentralen Ergebnisse der aktuellen Studie “Firmeninsolvenzen 1. Halbjahr 2015″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.
“Einen Anstieg der Firmeninsolvenzen auf Jahressicht können wir dennoch nicht mehr komplett ausschließen. Ende des 1. Quartals gingen wir von bis zu 23.000 Firmeninsolvenzen aus. Diese Prognose können wir nicht mehr halten. Aktuell rechnen wir mit bis zu 23.700 Insolvenzen”, so Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin. Vor allem im 2. Quartal trübte sich das Insolvenzgeschehen in Deutschland ein. “Die Zahlen von April bis Juni näherten sich denen des Vorjahres”, sagt Dr. Sellin. Waren es in den ersten drei Monates des Jahres 2015 noch 5.706 (1. Quartal 2014: 6.190) Firmen, die eine Insolvenz anmelden mussten, erhöhte sich die Zahl im 2. Quartal auf 6.023 (2. Quartal 2014: 6.078). “Alleine im Juni 2015 gab es knapp 11 Prozent mehr Firmeninsolvenzen”, erläutert Dr. Sellin.

Die Gründe für die dennoch rückläufigen Insolvenzen bei den Unternehmen sind weiterhin die stabil gute Binnenkonjunktur und günstige Finanzierungsbedingungen. Der kräftige private Konsum profitiert vom anhaltenden Beschäftigungsaufbau und treibt die Konjunktur an. Die größten Risiken für einen Konjunkturdämpfer in Deutschland bleiben die angespannte Lage im Euroraum und die Sorgen vor den Folgen einer sich möglicherweise abkühlenden Dynamik in den Schwellenländern, allen voran in China.

Weiterlesen…

Studie: Jedes sechste Unternehmen zahlt Rechnungen verspätet

Die Unternehmen in Deutschland machen derzeit gute Erfahrungen mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden. 16,5 Prozent der Unternehmen beglichen ihre Rechnungen im Mai 2015 verspätet oder gar nicht. Im Juni 2014 lag die Quote der Nicht- oder Spätzahler noch bei 17,5 Prozent. Von Juni 2014 bis Mai 2015 erreichte die Zahlungsmoral der Firmen im Februar und März 2015 den besten Wert: Lediglich 16,0 Prozent der Firmen kamen den Zahlungsverpflichtungen verspätet oder gar nicht nach – der Rest überwies innerhalb des Zahlungsziels. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Zahlungsmoral deutscher Unternehmen“ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Die Studie analysiert mittlerweile zum vierten Mal das Zahlungsverhalten von knapp 470.000 Unternehmen in Deutschland innerhalb der vergangenen zwölf Monate.
„Den Unternehmen in Deutschland geht es zurzeit recht gut. Dies spiegelt sich auch in der positiven Zahlungsmoral der Unternehmen wider. Die Firmen profitieren weiterhin von der guten Binnenkonjunktur, die vor allem durch den privaten Konsum und vorteilhaften Finanzierungsbedingungen gestützt wird. Trotzdem kommt es bei knapp jedem sechsten Unternehmen zu Zahlungsverzögerungen. Einfach ausgedrückt: Ein Unternehmen, das 100 Rechnungen schreibt, muss davon ausgehen, dass im Durchschnitt 16,5 Rechnungen nicht fristgerecht bezahlt werden. Eine durch den Kunden oder Auftraggeber nicht bezahlte Rechnung zieht einen erheblichen Verwaltungsaufwand, Ärger und zusätzliche Kosten nach sich“, sagt Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin zu den aktuellen Zahlen. „Das größte Risiko für die Unternehmen besteht weiterhin in der Entwicklung des Euroraums. Es ist durchaus denkbar, dass sich die Zahlungsmoral der Unternehmen im Jahresverlauf verschlechtert“, so Dr. Sellin.
Leichte Ansätze eines nachlässigeren Zahlungsverhaltens der Firmen sind schon in den letzten Monaten zu erkennen gewesen. „So verschlechterte sich die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen von April auf Mai um 2,9 Prozent.” Weiterlesen…

Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2015 – Rückgang bei den Privatinsolvenzen um 8,9 Prozent

Überblick: Privatinsolvenzen sinken – Anstieg bei jüngeren Bundesbürgern

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 mussten 52.771 Bundesbürger eine Privatinsolvenz anmelden. Dieser Wert entspricht einem Rückgang um 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2014: 57.954). Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2015“ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. „Die Privatinsolvenzen werden 2015 das fünfte Mal in Folge sinken. Wir erwarten für das laufende Jahr bis zu 110.000 private Insolvenzen. Dies wäre der niedrigste Stand der letzten zehn Jahre“, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. „Die gute Grundverfassung auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin die Basis für diese positive Entwicklung. Auch wenn sich der Beschäftigungsaufbau seit Jahresbeginn verlangsamt hat und die Arbeitslosigkeit weniger stark zurückgegangen ist“, erläutert Dr. Sellin. Hintergrund: Die Arbeitslosigkeit gilt als Ursache Nummer eins für Privatinsolvenzen; wenn die Beschäftigtenzahlen steigen, sinkt die Quote der Privatinsolvenzen. Über alle Altersgruppen hinweg ist Arbeitslosigkeit in 30 Prozent der Fälle Auslöser für die Privatinsolvenz. Zudem profitieren die Verbraucher von steigenden Reallöhnen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen. Diese Gesamtsituation erlaubt es den Bundesbürgern, ihre Konsumausgaben auch zu finanzieren.

Trotz der positiven Entwicklung ist zu beachten, dass durch private Insolvenzen den Gläubigern Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Im ersten Halbjahr 2015 übersprangen die Forderungsausfälle bereits die Grenze von zwei Milliarden.

Darüber hinaus zeigt sich im 1. Halbjahr 2015 ein Trend, den es zuletzt 2012 gab. Die Privatinsolvenzen der Bundesbürger zwischen 21 und 30 Jahren steigen um vier Prozent auf 8.837 Fälle. Es ist die einzige Zunahme innerhalb der Auswertung der Altersgruppen auf Halbjahressicht. In der jüngeren Altersgruppe bis 30 Jahre führen vor allem Arbeitslosigkeit, ein den Lebensumständen nicht passendes Konsumverhalten und Einkommensarmut besonders häufig in die finanzielle Krise. Zudem verfügt die junge Altersgruppe über keine oder zu wenige Rücklagen im Krisenfall. „Betroffene – gerade junge Erwachsene – sind beim Anmelden der Privatinsolvenz nicht immer hoch verschuldet. In vielen Fällen liegen die Schulden unter der Marke von 15.000 Euro“, sagt Dr. Sellin zu der Entwicklung der steigenden Fallzahlen bei den 21 bis 30-Jährigen.

Ursachen der Privatinsolvenz

52.771 Privatpersonen mussten im 1. Halbjahr 2015 eine Insolvenz anmelden. Bei den Betroffenen sind die Zahlungsrückstände so gravierend, dass als letzter Ausweg nur die Privatinsolvenz bleibt. Die wesentlichen Ursachen sind eng verbunden mit der Einkommenssituation der betroffenen Personen. Vorrangig tragen Arbeitslosigkeit, Wachstum der prekären Beschäftigungsverhältnisse, reduzierte Arbeitszeiten, aber auch Veränderungen in der familiären Situation, etwa Scheidung oder Trennung, zur Verschärfung der Privatverschuldung bei. Weitere Faktoren sind gescheiterte Selbstständigkeit, Arbeitsunfähigkeit bzw. Krankheit und ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten. Der überwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz steht vor allem bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften in der Kreide. Privatpersonen, die Insolvenz anmelden müssen, sind nicht immer hoch verschuldet. Über alle Altersgruppen hinweg liegt die Durchschnittsschuldenhöhe der Betroffenen bei rund 34.000 Euro. Bei unter 25-Jährigen liegt die durchschnittliche Schuldensumme bei knapp unter 10.000 Euro. Mit steigendem Alter steigen auch die Schulden auf bis zu einem Durchschnitt von 43.000 Euro bei den Bundesbürgern in der Altersgruppe 61 Jahre und älter.

Bundesländer: Ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle – am wenigsten Fälle in
Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen

Am meisten Privatinsolvenzen pro Bundesland nach den absoluten Zahlen wurden im bevölkerungsreichsten Flächenland Nordrhein-Westfalen angemeldet. In den ersten sechs Monaten wurden 12.529 Privatpersonen zahlungsunfähig. Gemessen an den absoluten Privatinsolvenzen folgen die Bundesländer Niedersachsen (6.813), Bayern (5.983) und Baden-Württemberg (5.013).

Eine andere Reihenfolge ergibt sich bei der Betrachtung der Privatinsolvenzen bezogen auf die Einwohnerdichte in den Bundesländern. So setzt sich das Nord-Süd-Gefälle der vergangenen Jahre auch 2015 fort. Demnach verbuchen insbesondere die nördlichen Bundesländer eine hohe Zahl an Privatpleiten – allen voran Bremen mit 113 Fällen je 100.000 Einwohner und Hamburg (90 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner). Nach dem Saarland als erstes nicht-nördliches Bundesland (89) folgen Niedersachsen (87) und Schleswig-Holstein (84).

Positiver ist die Situation im Süden Deutschlands, der weniger von Privatinsolvenzen betroffen ist. Hier schneiden Baden-Württemberg und Bayern (47) am besten ab. Auch in Thüringen (48 Fälle je 100.000 Einwohner) liegt der Wert deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 65 Privatpleiten je 100.000 Einwohner.

Prozentuale Veränderungen: Einziger Anstieg im Saarland

Der Trend sinkender Privatinsolvenzen vollzieht sich mit einer Ausnahme durch alle Bundesländer. Einzig im Saarland steigen die Zahlen leicht um 0,7 Prozent an. Am stärksten sanken die Privatinsolvenzen in Sachsen-Anhalt (minus 12,9 Prozent), Nordrhein-Westfahlen (minus 12,8 Prozent), Rheinland-Pfalz (minus 12,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 12,4 Prozent). In Hamburg (minus 9,8 Prozent) und Berlin (minus 9,1 Prozent) ist der Rückgang ebenfalls stärker als im Bundesdurchschnitt.

Geschlecht: Mehr Männer von einer Privatinsolvenz betroffen

Wie in den letzten Jahren, meldeten auch im 1. Halbjahr 2015 wieder mehr Männer als Frauen Privatinsolvenz an. Diese Aussage trifft sowohl bei den absoluten als auch bei den relativen Zahlen zu. Während der relative Wert aller Bürger im Bundesdurchschnitt 65 Fälle je 100.000 Einwohner ausmacht, verantworteten männliche Bundesbürger im vergangenen Jahr sogar 79 Privatpleiten je 100.000 Einwohner (absolut: 30.769 Fälle). Dem gegenüber stehen 22.002 Frauen, die eine private Insolvenz anmelden mussten. Anders ausgedrückt wurden im vergangenen Jahr – weit unter dem Bundesdurchschnitt – 54 Frauen unter 100.000 Bürgern zahlungsunfähig. In vielen Familien gilt der Mann trotz der veränderten Lebensformen und Rollenbilder weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher, der im Falle einer Überschuldung innerhalb der Familie für die Verbindlichkeiten aufkommen und die Privatinsolvenz anmelden muss.

Alter: Fallzahlen bei den jüngeren Bundesbürgern steigen an

Die Privatinsolvenzen der Bundesbürger zwischen 21 und 30 Jahren steigen um vier Prozent auf 8.837 Fälle. Es ist die einzige Zunahme innerhalb der Auswertung der Altersgruppen auf Halbjahressicht. In allen anderen Alterssegmenten sinken die Fallzahlen. Den stärksten Rückgang verzeichnet die Altersgruppe der 41- bis 50-Jährigen – hier gab es 16,5 Prozent weniger Privatinsolvenzen (14.137 Insolvenzen).

Quelle: BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG

Überblick 1. Quartal 2015: Firmeninsolvenzen sinken um 7,8 Prozent

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland geht weiter zurück. In den ersten drei Monaten des Jahres mussten 5.706 Firmen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. “2015 werden die Firmeninsolvenzen das sechste Jahr in Folge sinken. Aktuell gehen wir von bis zu 23.000 Insolvenzen am Jahresende aus”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen.

Die Entwicklung rückläufiger Firmeninsolvenzzahlen wurde vorrangig von der Binnenkonjunktur und dem Export getragen. Positive Impulse lieferte dabei vor allem der Konsum der Verbraucher. Aber auch die Investitionen der Unternehmen trugen zum Wachstum bei. “Trotz der positiven Aussichten würde eine unerwartet schwache Entwicklung der weltweiten Wirtschaft beziehungsweise eine erneute Vertrauenskrise in Europa die Unsicherheit der Unternehmen wieder erhöhen. Hierbei spielt vor allem die Entwicklung in Griechenland eine Rolle. In diesem Fall könnte es auch mehr als 23.000 Firmeninsolvenzen geben”, so Dr. Sellin.

Weiterlesen…

Schuldenbarometer 1. Quartal 2015: Privatinsolvenzen sinken um 8,7 Prozent

Privatinsolvenzen sinken um 8,7 Prozent

Norden bleibt Insolvenz-Hochburg – Einziger Anstieg im Saarland – Eisenach mit den wenigsten Privatinsolvenzen bundesweit

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland sinkt weiter. In den ersten drei Monaten des Jahres mussten 26.625 Bundesbürger eine private Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie “Schuldenbarometer 1. Quartal 2015″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

“2015 wird es bei den Privatinsolvenzen den fünften Rückgang in Folge geben. In der aktuellen Jahresprognose rechnen wir am Jahresende mit 105.000 bis 110.000 Insolvenzen”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. “Dies wäre der niedrigste Stand seit 2005″.

In der aktuellen Insolvenzstatistik zeichnet sich vor allem die positive wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2014 ab. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Dabei ist die Binnenwirtschaft weiterhin die wichtigste Wachstumsstütze. Verbraucher profitieren von der niedrigen Arbeitslosigkeit und steigenden Reallöhnen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen. “Weniger Arbeitslosigkeit und höhere Löhne – so lautet die einfache Formel für sinkende Privatinsolvenzen. Sollte die Arbeitslosenquote über einen längeren Zeitraum wieder steigen, wird es auch wieder mehr Privatinsolvenzen in Deutschland geben. Arbeitslosigkeit ist weiterhin die Hauptursache für eine private Insolvenz. Über alle Altersgruppen hinweg ist Arbeitslosigkeit in 30 Prozent der Fälle Auslöser für die Privatinsolvenz”, sagt Dr. Sellin.

Bei allen positiven Nachrichten ist jedoch zu beachten, dass durch private Insolvenzen den Gläubigern Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 übersprangen die Forderungsausfälle die Milliardengrenze. Weiterlesen…

Studie: Zahlungsfähigkeit deutscher Unternehmen

8,8 Prozent der Firmen in Deutschland haben ein hohes Zahlungsausfallrisiko

  • 286.184 Firmen (8,8 Prozent) mit überdurchschnittlich hohem Zahlungsausfallrisiko (Bonitätsindex 4,5 bis 6,0) – Stand: 16. Februar 2015
  • Bundesdurchschnitt – statistische Ausfallquote (bereits ausgefallen oder binnen der nächsten 12 Monate): 4,9 Prozent; Bonitätsmittelwert: 2,7; Median: 2,4;
  • Schlusslicht Sachsen-Anhalt – Ausfallquote: 7,3 Prozent; Bonitätsmittelwert: 2,9; Median: 2,4
  • Primus Bayern – Ausfallquote: 3,7 Prozent; Bonitätsindex: 2,2; Median: 2,2
  • Logistik als die am stärksten bedrohte Branche – Ausfallquote: 7,2 Prozent; Bonitätsindex: 2,9
  • Beste Branche: verarbeitendes Gewerbe – Ausfallquote: 3,2 Prozent; Bonitätsindex: 2,5
  • Am stärksten bedrohte Rechtsform UG – Ausfallquote: 7,6 Prozent; Bonitätsindex: 3,5
  • Beste Rechtform nach Bonitätsindex: AG (2,4)
  • Rechtform mit niedrigster Ausfallquote: GmbH & Co. KG (1,6 Prozent)
  • Schlechteste Werte bei Umsatzklasse unter 100.000 Euro – Ausfallquote: 4,7 Prozent; Bonitätsindex: 2,7

Überblick Unternehmensbonität: Durchschnittliche Bonitäts-Schulnote von 2,7 / statistische Ausfallquote von 4,9 Prozent

Deutschland erfreut sich derzeit eines soliden Wirtschaftswachstums. Dennoch: Wie finanzstark und zahlungsfähig, wie robust und widerstandsfähig sind hiesige Firmen tatsächlich aufgestellt? 
Um diese Fragen zu beantworten, hat die Wirtschaftsauskunftei Bürgel 3.242.801 Unternehmen in Deutschland hinsichtlich ihrer Bonität (Zahlungsfähigkeit) untersucht.

Die Ausgangslage: Die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Deutschland

Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Unternehmen könnten aktuell kaum besser sein – einerseits: Das Bruttoinlandsprodukt zog im Schlussquartal 2014 gegenüber den vorausgehenden drei Monaten um 0,7 Prozent an – angetrieben von der Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland. Zudem hat Deutschland 2014 mit einem Rekordwert den größten Exportüberschuss aller Staaten erwirtschaftet.

Andererseits sind viele Unternehmen aufgrund von schlecht oder nicht zahlenden Vertragspartnern derzeit von Zahlungsausfällen bedroht: 2014 mussten 24.549 Firmen in Deutschland eine Insolvenz anmelden.

Zwar entspricht diese Insolvenzzahl dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 1999. Aber die Folgen von Insolvenzen wirken sich volkswirtschaftlich stets dramatisch aus: “Durch Forderungsausfälle entstehen Schäden in Milliardenhöhe. Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit. Und durch Dominoeffekte können auch weitere Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten”, erläutert Dr. Norbert Sellin, Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

Bonitätsindex als zentraler Indikator der Analyse

Der zentrale Indikator der Analyse “Zahlungsfähigkeit deutscher Unternehmen” ist der Bürgel Bonitätsindex. Dieser Frühwarnindikator dient zur Beurteilung der Bonität und der Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen. 
Um das Ausfallrisiko von Firmen zu bewerten, prognostiziert der von Bürgel statistisch ermittelte Bonitätsindex die Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen binnen der nächsten zwölf Monate. Der Bonitätsindex basiert auf einer Vielzahl von Informationen, die Aufschluss über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens geben. Dazu gewichtet die Wirtschaftsauskunftei u.a. Angaben zu den Bilanzen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen sowie zur Unternehmenstätigkeit. Außerdem fließen Informationen zur Rechtsform des Unternehmens und vorhandene gerichtliche Negativmerkmale ein. Daraus berechnet Bürgel eine Gesamtnote, die die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit wiedergibt. Eine 1,0 entspricht hierbei einer sehr guten Zahlungsfähigkeit bzw. einer sehr niedrigen Krisenanfälligkeit; eine 6,0 steht für den (sehr wahrscheinlichen) Zahlungsausfall und die damit verbundene Einstellung der Geschäftstätigkeit. Somit dokumentiert dieses Schulnotensystem die Bonität von Unternehmen und macht deren Zahlungsfähigkeit vergleichbar.

8,8 Prozent der Unternehmen gefährdet

Laut der aktuellen Auswertung “Zahlungsfähigkeit deutscher Unternehmen” bergen 286.184 Firmen in Deutschland derzeit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko (Stichtag: 16. Februar 2015) oder sind bereits mit ihren Zahlungen ausgefallen. Anders ausgedrückt sind 8,8 Prozent der insgesamt 3.242.801 von Bürgel für die Studie auf Zahlungsfähigkeit untersuchten Unternehmen gefährdet, denn: Die betroffenen Unternehmen verfügen über einen Bonitätsindex der Schulnote 4,5 bis 6,0. Das bedeutet, dass diese Firmen – von der Kapitalgesellschaft bis hin zum Freiberufler – ihren Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachkommen können. Allerdings bedeutet der statistische Wert explizit nicht, dass die betroffenen Unternehmen alle Insolvenz anmelden müssen. Er sagt lediglich aus, dass die Betroffenen über eine ausgeprägt schwache Bonität verfügen und damit besonders insolvenzgefährdet sind. 
Der Großteil (48,2 Prozent) der Unternehmen liegt allerdings in der Risikoklasse 2,0 bis 2,4 und weist in Deutschland aktuell ein unterdurchschnittliches Ausfallrisiko aus. 21 Prozent der Firmen in Deutschland bergen ein durchschnittliches Ausfallrisiko.

Weiterlesen…

Schuldenbarometer 2014: 5,3 Prozent weniger Privatinsolvenzen / Werte bei älteren Bundesbürgern steigen hingegen zweistellig

  • Vierter Rückgang in Folge (minus 5,3 Prozent): 115.269 Privatinsolvenzen in 2014 in Deutschland
  • Bundesweit am meisten Privatinsolvenzen in Nordrhein-Westfalen (28.390 Fälle)
  • Größte Insolvenzdichte in Bremen mit 244 Fällen je 100.000 Einwohner
  • Am wenigsten Insolvenzen in Baden-Württemberg mit 100 Fällen je 100.000 Einwohner
  • Bundesdurchschnitt relativ: 143 Pleiten je 100.000 Einwohner (Vorjahr: 151)
  • Zunahme der Fallzahlen in nur einem Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern mit plus 1,9 Prozent
  • Stärkste Abnahme in Sachsen-Anhalt mit minus 16,9 Prozent
  • Männer beantragen häufiger Privatinsolvenz (absolut 68.392 Pleiten bzw. 173 Fälle je 100.000 Bürger) gegenüber Frauen (absolut 46.877 Fälle bzw. 114 weibliche Pleitiers je 100.000 Bürger)
  • Zahlen in allen Altersgruppen bis 60 Jahre rückläufig
  • Altersgruppe “61 Jahre und älter” zum zweiten Mal in Folge mit einer Zunahme (2014: plus 13,9 Prozent; 2013: plus 8,4 Prozent): 9,3 Prozent aller Privatpleiten 2014 von Über-60-Jährigen (absolut: 10.683 Bundesbürger)
  • Prognose 2015: 110.000 bis 115.000 Privatinsolvenzen

Überblick: Zum vierten Mal in Folge weniger Insolvenzen / Senioren von positiver Entwicklung zunehmend ausgeklammert

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland geht weiter zurück. Im Jahr 2014 mussten 115.269 Bundesbürger – Privatpersonen und ehemalige Selbstständige – eine private Insolvenz anmelden. Dieser Wert entspricht einem Rückgang um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie “Schuldenbarometer 2014″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. “Wir beobachten zum vierten Mal in Folge einen Rückgang bei den Privatinsolvenzen und den niedrigsten Stand seit 2005″, kommentiert Dr. Norbert Sellin die Zahlen. Der Bürgel Geschäftsführer begründet den erneuten Rückgang mit der positiven Konjunktur und der weiterhin niedrigen Arbeitslosenquote. Hintergrund: Insbesondere Arbeitslosigkeit gilt als Hauptursache für Privatinsolvenz; wenn die Beschäftigtenzahlen steigen, sinkt die Quote der Privatinsolvenzen.

Weiterlesen…

Firmeninsolvenzen sinken in Deutschland um 8,2 Prozent – Anstieg für 2015 prognostiziert

Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland weiterhin rückläufig. Im Jahr 2014 mussten 24.549 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Rückgang um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. “Wir beobachten bei den Firmeninsolvenzen den fünften Rückgang in Folge und den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1999″, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. Im Vergleich zum Jahr 2004 sank die Zahl um 37,3 Prozent. Vor zehn Jahren meldeten 39.123 Unternehmen eine Insolvenz an.

Weiterlesen…