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Fairplay mit Nachdruck



Mit ‘privatverschuldung’ getaggte Artikel

Verbraucher fragen vermehrt nach Kleinkrediten

Dienstag, 18. Mai 2010

Anteil der Verbraucherkredite bis 1.000 Euro am GesamtvolumenKonsumenten haben im ersten Quartal 2010 insbesondere Kleinkredite mit einem Volumen von unter 1.000 Euro aufgenommen. Nur noch jeder fünfte Ratenkredit belief sich auf Summen größer 10.000 Euro. Einer aktuellen Auswertung der SCHUFA zufolge hat sich der Anteil der Kleinkredite von rund 28 Prozent im vierten Quartal 2009 auf 41 Prozent erhöht. (1. Quartal 2009: rund 35 Prozent). „Ein ähnlicher Effekt war bereits zum Jahreswechsel 2008 auf 2009 zu beobachten, so dass die Vermutung nahe liegt, dass sich immer mehr Verbraucher ihre Weihnachtswünsche, wie zum Beispiel PCs, Handys oder Unterhaltungselektronik, im Januar erfüllen“, so Rainer Neumann, Vorstandsvorsitzender der SCHUFA Holding AG.

Die Anzahl der abgeschlossenen Ratenkreditverträge ging dagegen leicht zurück. Im Vergleich zum ersten Quartal 2009 haben Banken drei Prozent weniger Konsumentenkredite vergeben. „Wir sehen hier einen Zusammenhang mit der Umweltprämie für PKW, aber auch mit besonders günstigen Angeboten des Handels im Frühjahr 2009. Diese Sondereffekte lagen in den ersten drei Monaten 2010 nicht vor“, erläutert Neumann.

Aber auch ohne Sondereffekte wird deutlich: Der Konsumentenkredit und hierbei insbesondere der Ratenkredit hat sich nach fünfzigjähriger Verbreitung bei Verbrauchern schon lange etabliert. Mehr als jeder dritte Verbraucherhaushalt finanziert heute seinen privaten Konsum (38 Prozent) mittels Kredit. Insbesondere der Ratenkredit ist fester Bestandteil des privaten Konsums und wird von Verbrauchern gewünscht und erwartet: Beispielsweise beim Kauf im Elektromarkt, bei der Bestellung im Versandhandel oder bei der Nachfrage in der Bankfiliale. Der Ratenkredit wird allerdings nur von etwa jedem zweiten Deutschen überhaupt als Kredit wahrgenommen, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der SCHUFA zeigt: Nur 52 Prozent bezeichnen einen Kauf, bei dem der Kaufpreis in Raten abbezahlt wird, als Kredit. So verstehen die Befragten in erster Linie unter einem Kredit „wenn man zur Bank geht und sich dort Geld leiht“.

Quelle: SCHUFA

6,9% mehr Unternehmensinsolvenzen im Februar 2010

Freitag, 14. Mai 2010

Im Februar 2010 meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 2.558 Unternehmensinsolvenzen. Das waren 6,9% mehr als im Februar 2009. Die Verbraucherinsolvenzen lagen im Februar 2010 mit 8.632 Fällen um 15,9% höher als im Vorjahresmonat. Insgesamt wurden, zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachlässen, 13.487 Insolvenzen registriert. Das bedeutet ein Anstieg von 11,3% gegenüber Februar 2009.

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2000 - 2010Die voraussichtlichen offenen Forderungen der Gläubiger bezifferten die Gerichte für den Februar 2010 auf 3,0 Milliarden Euro gegenüber 2,5 Milliarden Euro im Februar 2009.

In den Monaten Januar und Februar 2010 wurden 5.105 Insolvenzen von Unternehmen (+ 5,5% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum) und 16.897 Insolvenzen von Verbrauchern (+ 10,1%) gemeldet. Insgesamt registrierten die Gerichte 26.507 Insolvenzen, das waren 6,9% mehr als im Januar und Februar 2009.

Quelle: destatis

Forderungseinzug trotz Verbraucherinsolvenz

Donnerstag, 17. Dezember 2009

COBURG - Rund 100 000 Personen treten Schätzungen zufolge in diesem Jahr den Gang in die Verbraucherinsolvenz an. Zwar bietet es Schuldnern über die Restschuldbefreiung ein probates Mittel, wieder Herr über die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse zu werden. Umgekehrt macht das Insolvenzverfahren Gläubigern die Einzelvollstreckung unmöglich, in vielen Fällen bleiben Lieferanten und Dienstleister nach getaner Arbeit endgültig auf ihren Forderungen sitzen und kommen selbst in eine bedrohliche Lage. Auf rund 50 Milliarden Euro werden insolvenzbedingte Schäden 2009 geschätzt. Die BID Unternehmensgruppe legt deshalb ein besonderes Augenmerk darauf, wie trotz schwebender Verbraucherinsolvenzverfahren per Einzelvollstreckung Forderungen realisiert werden können.

So kippt das Insolvenzverfahren
In der Praxis geht es darum, einen Tatbestand offenzulegen, der zur Versagung des Verbraucherinsolvenzverfahrens oder wenigstens der Restschuldbefreiung führt. Ansatzpunkte dafür bieten die zahlreichen Mitwirkungspflichten des Schuldners, vor allem in Bezug auf die wahrheitsgemäße und vollständige Offenbarung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse sowie zur Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit. Bereits fehlende Bemühungen um Aufnahme einer angemessenen Erwerbstätigkeit spielen da eine große Rolle, da sie zur Aufhebung der Stundung der Verfahrenskosten und damit in der Regel zur Aufhebung des Verfahrens führen.

Diplom-Rechtspflegerin Karin Scheungrab stellte beim BID Inhouse Training Wege vor, wie Verbraucherinsolvenzverfahren aufgehoben werden können.Im Einzelnen hängt es an Geschick und Fachkompetenz des Sachbearbeiters, in Gesprächen mit Schuldnern, Gläubigern und den am Insolvenzverfahren beteiligten Organen Sachverhalte zu ermitteln, die den Weg zurück in die individuelle Zwangsvollstreckung bahnen. Zeitgleich mit der drastischen Zunahme der Verbraucherinsolvenzverfahren ergingen dazu in den letzten Jahren einige BGH-Urteile. Um diese und viele weitere Tatbestände ging es jüngst bei einem BID Inhouse Training mit der Referentin Karin Scheungrab (Diplom-Rechtspflegerin), die bundesweit für Aktualität, Detailtiefe und Praxisnähe ihrer Schulungen bekannt ist.

Frühjahrsumfrage 2009 der Inkassounternehmen

Freitag, 29. Mai 2009

In der Branchenumfrage des Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) erwarten 78 Prozent der Inkassounternehmen eine weitere Verschlechterung des Zahlungsverhaltens bis Ende 2010. Aktuell berichten bereits 43 Prozent der Befragten, dass sich die Rechnungstreue gewerblicher und privater Schuldner seit Herbst 2008 verschlechtert hat. Die vollen Auswirkungen der Rezession auf das Zahlungsverhalten seien voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr 2009 zu spüren, wenn mehr Insolvenzen und höhere Arbeitslosigkeit zu einer Verknappung der finanziellen Mittel bei Verbrauchern und Unternehmen führen würden.

Krise ist beim Privatschuldner angekommen

Denn die häufigsten Gründe, warum private Schuldner in Rückstand geraten oder Forderungen nicht begleichen, sind laut Frühjahrsumfrage Überschuldung (84 Prozent der Inkassounternehmen bestätigen das) und Arbeitslosigkeit (76 Prozent; Mehrfachnennungen waren möglich). Einen momentanen Liquiditätsengpass vor dem Hintergrund der Krise nennen 58 Prozent. 52 Prozent haben außerdem beobachtet, dass säumige Verbraucher ihre Rechnungen absichtlich nicht oder zu spät bezahlen.
Nur 10 Prozent der Umfrageteilnehmer machen die Angabe, dass das Bezahlen der fälligen Rechnungen schlicht vergessen worden sei. Vor dem Hintergrund steigender Arbeits- und Beschäftigungslosenzahlen und der zunehmenden Kreditzurückhaltung der Banken wird es nach Einschätzung des BDIU mittelfristig eher zu nachlassendem Konsum der Privatverbraucher kommen. Die zurzeit niedrige Teuerungsrate – insbesondere wegen der geringeren Kosten für Energie und Kraftstoffe – und die bisher aufgelegten Konjunkturprogramme würden hier nicht ausreichend kompensierend wirken.

Rund 3 Millionen Haushalte gelten in Deutschland als überschuldet. Das heißt, ihre Einnahmen reichen dauerhaft nicht aus, um ihre Ausgaben – etwa für Miete, Lebensmittel und das Bedienen bestehender Zahlungsverpflichtungen – zu decken. Sie alle könnten im Prinzip eine private Insolvenz anstreben. Die aktuellen Zahlen der privaten Insolvenzen zeigen hier deshalb nur die Spitze des Eisberges. Denn seit der Einführung der Verbraucherinsolvenz im Jahre 1999 haben erst gut 500.000 Privatpersonen einen Insolvenzantrag gestellt in der Erwartung, ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Dazu kommen noch einmal rund 300.000 Personen, die zum Beispiel als Gesellschafter und als ehemalige Selbstständige zahlungsunfähig geworden sind. Nach wie vor sind die rund 950 seriösen Beratungsstellen für Schuldner in der Trägerschaft der Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände sowie der Kommunen nicht ausreichend. Denn vor der Antragstellung bei Gericht müssen Betroffene zunächst eine Einigung mit ihren Gläubigern versuchen. Dazu benötigen sie die Hilfe entweder eines Rechtsanwalts oder einer öffentlichen Schuldnerberatungsstelle. Betroffene warten zurzeit meistens mehrere Monate auf einen ersten Beratungstermin. Allerdings stellen die Inkassounternehmen auch fest, dass es sich bei vielen Privatinsolvenzen zunehmend um sogenannte Nullpläne handelt: Die Gläubiger gehen dabei gänzlich leer aus.

Quelle: BDIU

SCHUFA-Schuldenkompass: Lage dank Bonitätsinformationen gut

Dienstag, 03. Februar 2009

PrivatverschuldungsindexWIESBADEN - Die private Verund Überschuldung in Deutschland ist noch stabil. Zu diesem Ergebnis kommt die SCHUFA in ihrem Schulden-Kompass 2008. In Deutschland bezieht die Kredit gebende Wirtschaft laut Schufa mehr Kriterien in die Entscheidung zur Kreditvergabe ein als in den USA. Die Kreditentscheidungen seien dadurch verlässlicher. “Vertrauen ist der entscheidende Faktor bei der Kreditvergabe. In Deutschland tragen Informationssysteme mit verlässlichen Bonitätsinformationen zum Vertrauen zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern bei. Mit Blick in die Zukunft ist es wichtig, dass dieses Vertrauen in die Systeme beibehalten und weiter gestärkt wird”, so der SCHUFA-Vorstandsvorsitzende Rainer Neumann.

Eine Schufa-Prognose bis Ende 2009 zeigt eine Stagnation auf dem Niveau der Vorjahre. Während in der Vergangenheit der Anstieg des Privatverschuldungsindex (PVI) gebremst wurde, ist mit der aktuellen Prognose eine solche Entwicklung nicht zu erwarten. Bei acht Bundesländern wird von Ende 2008 bis Ende 2009 eine Zunahme des PVI und damit eine Zunahme der kritischen Anzeichen prognostiziert.

Quelle Text und Grafik: Schufa


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