{"id":3411,"date":"2020-05-19T09:32:54","date_gmt":"2020-05-19T08:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3411"},"modified":"2020-05-19T09:32:54","modified_gmt":"2020-05-19T08:32:54","slug":"ein-szenario-wie-die-finanzkrise-crifbuergel-erwartet-deutlichen-anstieg-bei-firmeninsolvenzen-durch-die-corona-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2020\/05\/19\/ein-szenario-wie-die-finanzkrise-crifbuergel-erwartet-deutlichen-anstieg-bei-firmeninsolvenzen-durch-die-corona-pandemie\/","title":{"rendered":"&#8222;Ein Szenario wie die Finanzkrise&#8220;: CRIFB\u00dcRGEL erwartet deutlichen Anstieg bei Firmeninsolvenzen durch die Corona-Pandemie"},"content":{"rendered":"<ul class=\"style3\">\n<li class=\"fa-arrow-right\">2019 meldeten 19.005 Unternehmen bundesweit eine Insolvenz an. Durch die Corona-Pandemie k\u00f6nnten es 2020 \u00fcber 29.000 werden<\/li>\n<li class=\"fa-arrow-right\">Auch 2021 ist von hoher Zahl an Firmenpleiten auszugehen \u2013 weil Krisen die Wirtschaft erst mit Zeitverzug treffen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach 10 Jahren R\u00fcckgang bei den Firmeninsolvenzen werden 2020 angesichts der Corona-Krise wieder deutlich mehr Firmen in Deutschland in die Pleite rutschen, so Hochrechnungen des Informationsdienstleisters CRIFB\u00dcRGEL. Im vergangenen Jahr meldeten insgesamt 19.005 Unternehmen eine Insolvenz an, die Zahl der Insolvenzen war damit 2019 zum zehnten Mal in Folge gesunken. &#8222;F\u00fcr das laufende Jahr erwarten wir bei CRIFB\u00dcRGEL allerdings einen deutlichen Anstieg. Unter der Vorraussetzung, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft genauso stark sind, wie in der Finanzkrise 2008, rechnen wir in diesem Jahr mit \u00fcber 29.000 Firmeninsolvenzen&#8220;, erl\u00e4utert Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Frank Schlein. Vor dem Ausbruch des Corona-Virus war CRIFB\u00dcRGEL noch von 19.500 F\u00e4llen f\u00fcr 2020 ausgegangen.<\/p>\n<p>CRIFB\u00dcRGEL hat in einer Szenarioanalyse die gesamtwirtschaftliche Lage der Unternehmen in Deutschland und die Firmeninsolvenzen aus dem Jahr 2008, also dem H\u00f6hepunkt der Finanzkrise, mit der Situation im Jahr 2019 verglichen. Der durch diese Berechnung generierte Faktor betr\u00e4gt 1,54, d.h. im schlimmsten Fall kann es in Deutschland im Jahr 2020 um 54 Prozent mehr Insolvenzen geben. Nicht eingerechnet in die Analyse sind Liquidit\u00e4tshilfen und KfW-Kredite. Bei einem Gro\u00dfteil der Hilfen handelt es sich jedoch um Darlehen, also um Schulden, die irgendwann zur\u00fcckgezahlt werden m\u00fcssen. Dabei stellt sich die Frage, wie selbst bislang erfolgreiche Firmen, die aufgrund ihres Gesch\u00e4ftsmodelles wenig Gewinn und eher geringe R\u00fccklagen erwirtschafteten, zus\u00e4tzliche Kredite abbezahlen sollen.<\/p>\n<p>&#8222;Da die Insolvenzstatistik stets die Vergangenheit abbildet, also gewisserma\u00dfen ein Blick in den R\u00fcckspiegel darstellt, werden die genauen Auswirkungen der Corona-Krise wohl erst im 2. Halbjahr und im kommenden Jahr sichtbar werden. Die Insolvenz-Welle wird auch noch ins Jahr 2021 hineinreichen. Das Ausma\u00df ist noch offen und h\u00e4ngt auch von der Dauer der Pandemie ab&#8220;, so Schlein. \u00c4hnlich war es auch in der Finanzkrise: Der H\u00f6hepunkt der Pleitewelle wurde erst 2009 mit 33.762 Firmeninsolvenzen erreicht.<\/p>\n<p>Vor allem in der Tourismus-, Gastro- und Eventbranche sieht CRIF\u00dcRGEL einen hohen Anstieg an Insolvenzen. Zudem werden Messebauer, Automobilzulieferer, Kinos und auch der Einzelhandel sowie die exportabh\u00e4ngige Industrie die Folgen des Lockdowns zu sp\u00fcren bekommen. Unternehmen aus diesen Bereichen mit geringen Liquidit\u00e4tsreserven d\u00fcrften kaum wieder auf die Beine kommen.<\/p>\n<p>Eine durch die Corona-Pandemie verursachte Insolvenz muss nicht hei\u00dfen, dass das Unternehmen vom Markt verschwindet. Das Insolvenzrecht in Deutschland bietet viele M\u00f6glichkeiten. In diesem geht es nicht nur darum, Firmen abzuwickeln oder zu schlie\u00dfen. Eine Variante besteht auch darin, die Firma in Eigenverwaltung der bisherigen Eigent\u00fcmer zu sanieren, zum Beispiel im Rahmen eines Insolvenzplans, in dessen Rahmen sich das Unternehmen mit den Gl\u00e4ubigern einigen muss, auf welchen Teil der Schulden diese verzichten und wie viel die Firma zur\u00fcckzahlen kann. Eventuell zielen Firmen auch darauf ab, neue Kapitalgeber ins Unternehmen zu holen.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Branchen, die von der Corona-Pandemie profitieren. Dazu z\u00e4hlen unter anderem der Online- und Versandhandel, Lieferdienste, Unternehmen der Pharma- und Medizintechnikbranche sowie Online-Dienste und Software-Anbieter f\u00fcr Remote-Working-L\u00f6sungen.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2019 meldeten 19.005 Unternehmen bundesweit eine Insolvenz an. 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