{"id":3369,"date":"2019-10-05T09:39:33","date_gmt":"2019-10-05T08:39:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3369"},"modified":"2019-10-07T09:42:25","modified_gmt":"2019-10-07T08:42:25","slug":"schuldenbarometer-1-halbjahr-2019-privatinsolvenzen-sinken-erneut-mehr-aeltere-bundesbuerger-von-einer-privatinsolvenz-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2019\/10\/05\/schuldenbarometer-1-halbjahr-2019-privatinsolvenzen-sinken-erneut-mehr-aeltere-bundesbuerger-von-einer-privatinsolvenz-betroffen\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2019: Privatinsolvenzen sinken erneut &#8211; Mehr \u00e4ltere Bundesb\u00fcrger von einer Privatinsolvenz betroffen"},"content":{"rendered":"<h4>1. Einleitung: Privatinsolvenzen sinken in Deutschland um 1,4 Prozent<\/h4>\n<p>Die Privatinsolvenzen in Deutschland sind weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Im 1. Halbjahr 2019 mussten 42.235 Verbraucher eine Insolvenz anmelden &#8211; so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Privatpleiten verringerte sich damit um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2018: 42.846). Zu diesem Ergebnis kommt der Informationsdienstleister CRIFB\u00dcRGEL in der neuen Studie &#8222;Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2019&#8220;.<\/p>\n<p>Im Vergleich zum Insolvenzrekordjahr 2010, als 69.417 Privatpersonen in den ersten sechs Monaten des Jahres eine Insolvenz anmelden mussten, sind die Fallzahlen damit um 39,1 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>F\u00fcr das gesamte Jahr 2019 rechnet CRIFB\u00dcRGEL derzeit mit bis zu 88.000 Privatinsolvenzen in Deutschland und damit auf Jahressicht mit dem neunten R\u00fcckgang in Folge (Jahr 2018: 88.995).<\/p>\n<p>&#8222;Der erneute R\u00fcckgang der Privatinsolvenzen liegt an der weiterhin niedrigen Arbeitslosenquote in Deutschland. Die Binnenkonjunktur hat sich dank steigender L\u00f6hne und einer positiven Situation auf dem Arbeitsmarkt gerade in den letzten Jahren gut entwickelt&#8220;, sagt CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Bock.<\/p>\n<p> &#8222;Dennoch ist die Trendumkehr bei den Privatinsolvenzen eingeleitet. F\u00fcr 2020 erwarten wir wieder mehr private Insolvenzen in Deutschland. Die konjunkturelle Schw\u00e4chephase hinterl\u00e4sst langsam auch am Arbeitsmarkt leichte Spuren. Da in den Insolvenzstatistiken vor allem die Vergangenheit abgebildet wird, sie gewisserma\u00dfen ein Blick in den R\u00fcckspiegel sind, werden diese Entwicklungen auch erst 2020 einen Einfluss auf die Insolvenzzahlen haben&#8220;, so Bock.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gibt es sechs Hauptursachen, die die Betroffenen in eine finanziell prek\u00e4re Lage f\u00fchren und damit eine Privatinsolvenz ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Zu den Gr\u00fcnden geh\u00f6ren Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsf\u00fchrung, Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit.<\/p>\n<p>Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften. Die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen liegt in der Summe bei rund 30.000 Euro.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_8.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Privatinsolvenzen nach Altersklassen: Anstieg der Privatinsolvenzen in drei Altersgruppen<\/h4>\n<p>In drei Altersgruppen steigen die Privatinsolvenzen bereits an. So mussten in der Altersgruppe der 31-bis 40-J\u00e4hrigen 11.308 und damit 2,3 Prozent mehr Bundesb\u00fcrger als vor einem Jahr eine private Insolvenz anmelden (1. Halbjahr 2018: 11.057). Nach zwei Jahren sinkender Fallzahlen steigen auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe 61 Jahre und \u00e4lter wieder an. So stiegen die Privatpleiten bei den \u00e4lteren Bundesb\u00fcrgern um 2,2 Prozent auf 4.795 F\u00e4lle (Anteil am Insolvenzgeschehen: 11,4 Prozent). Ursachen f\u00fcr eine Privatinsolvenz im Alter resultieren aus dem problematischen Arbeitsmarkt in der Vergangenheit und dem Wandel der Erwerbsformen. Dazu z\u00e4hlt beispielsweise die Zunahme von Niedriglohnbesch\u00e4ftigung und in der Folge eine entsprechend geringe Altersrente. Dass die Renten nicht ausreichen, beruht in vielen F\u00e4llen auch auf einer Erwerbsbilanz mit Unterbrechungen. Das Risiko einer Privatinsolvenz im Alter wird zudem durch hohe Kosten im Krankheitsfall erh\u00f6ht. Zu den Betroffenen von Privatinsolvenzen in der Altersgruppe &#8222;61 Jahre und \u00e4lter&#8220; z\u00e4hlen auch ehemals Selbstst\u00e4ndige, da bei ihnen die Altersvorsorge aufgrund der fehlenden Pflicht h\u00e4ufig auf der Strecke bleibt.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungen in Verbindung mit dem demografischen Wandel werden dazu f\u00fchren, dass k\u00fcnftig eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Bev\u00f6lkerungsgruppe vor finanziellen Problemen im Alter stehen wird.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend angestiegen sind auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe der 51 bis 60-J\u00e4hrigen. Auch in dieser Gruppe stiegen die Fallzahlen um 2,2 Prozent auf 8.555 Privatinsolvenzen.<\/p>\n<p>In der Summe machen die beiden \u00e4ltesten Altersgruppen 31,6 Prozent (13.350 Privatinsolvenzen absolut) am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus. Mit anderen Worten: Nahezu jede dritte Privatinsolvenzen in Deutschland wird von einem Bundesb\u00fcrger angemeldet, der mindestens 51 Jahre alt ist.<\/p>\n<p>In den drei \u00fcbrigen Altersgruppen sind die Privatinsolvenzen r\u00fcckl\u00e4ufig. Bei den 18-20-J\u00e4hrigen gab es mit 14 Prozent weniger Privatinsolvenzen den gr\u00f6\u00dften R\u00fcckgang.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/02-privatinsolvenzen-halbjahr-2019-alter-jahresvergleich-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. Privatinsolvenzen nach Bundesl\u00e4nder: Der Norden ist Insolvenzhochburg<\/h4>\n<p>Ein Trend bei den Privatinsolvenzen setzt sich auch im 1. Halbjahr 2019 fort: Der Norden bleibt die Insolvenzhochburg in Deutschland. Am meisten Privatpleiten gab es in den ersten sechs Monaten in Bremen. Auf 100.000 B\u00fcrger gerechnet waren 83 zahlungsunf\u00e4hig. Es folgt ein Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle: Die weiteren Insolvenzspitzenreiter sind Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit je 74 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner und Hamburg (69). Der Bundesdurchschnitt liegt im 1. Halbjahr 2019 bei 51 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. \u00dcber dem Schnitt rangieren auch die Bundesl\u00e4nder Sachsen-Anhalt (68), Saarland (66), Mecklenburg-Vorpommern (64), Brandenburg (60), Nordrhein-Westfalen (57) und Berlin (54). Am wenigsten Privatinsolvenzen meldeten im 1. Halbjahr 2019 Bayern (32 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner), Baden-W\u00fcrttemberg (35) und Th\u00fcringen (45).<\/p>\n<p>In der Statistik der absoluten Privatinsolvenzzahlen stehen mit Nordrhein-Westfalen (10.162), Niedersachsen (5.871) und Bayern (4.165) zugleich die bev\u00f6lkerungsreichsten Bundesl\u00e4nder an der Spitze.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/03-privatinsolvenzen-pro-bundesland-halbjahr-2019-100000-einwohner-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Sachsen-Anhalt mit dem st\u00e4rksten Anstieg<\/h4>\n<p>Auch wenn es bundesweiten R\u00fcckgang der Privatinsolvenzen von 1,4 Prozent gab, stiegen die Fallzahlen in neun Bundesl\u00e4ndern an. Allen voran Sachsen-Anhalt mit einem Anstieg von 8,3 Prozent. Deutlich mehr Privatpleiten als vor einem Jahr gab es zudem in Niedersachsen und Bremen (je plus 7,2 Prozent) und in Rheinland-Pfalz (plus 6,3 Prozent).<\/p>\n<p>Th\u00fcringen (minus 15,1 Prozent) und Bayern (minus 14,5 Prozent) meldeten hingegen zweistellige R\u00fcckg\u00e4nge. Deutlich weniger Privatpleiten gab es hingegen auch im Saarland (minus 7,9 Prozent), Hamburg (7,8 Prozent) und in Baden-W\u00fcrttemberg (minus 7,6 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/04-privatinsolvenzen-pro-bundesland-halbjahr-2019-absolut-jahresvergleich-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Privatinsolvenzen nach Geschlecht: Weiterhin mehr M\u00e4nner als Frauen von einer Privatinsolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Der Trend der letzten Jahre, dass in Deutschland eher M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden m\u00fcssen als Frauen, setzte sich auch 2019 fort. 58,6 Prozent (24.757) aller Privatpleiten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 betreffen M\u00e4nner. Auch im relativen Vergleich der Geschlechter sind die M\u00e4nner f\u00fchrend. Auf 100.000 M\u00e4nner entfielen im 1. Halbjahr 2019 60 Privatinsolvenzen. Demgegen\u00fcber stehen 43 Privatpleiten je 100.000 weibliche Einwohner. Allerdings stiegen die Privatinsolvenzen der Frauen im 1. Halbjahr um 0,3 Prozent an.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund daf\u00fcr, dass mehr M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden als Frauen, liegt darin, dass der Mann in vielen Familien weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher gilt. Dieser kommt im Falle einer \u00dcberschuldung innerhalb der Familie f\u00fcr diese auf und meldet eine Privatinsolvenz an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/05-privatinsolvenzen-halbjahr-2019-geschlecht-jahresvergleich-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung: Privatinsolvenzen sinken in Deutschland um 1,4 Prozent Die Privatinsolvenzen in Deutschland sind weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Im 1. Halbjahr 2019 mussten 42.235 Verbraucher eine Insolvenz anmelden &#8211; so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Privatpleiten verringerte sich damit um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2018: 42.846). Zu diesem Ergebnis &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[203,22],"tags":[247,46,196,125,334,138,134,169,33,8,135,132,240,321,22],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3369"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3369"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3369\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3377,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3369\/revisions\/3377"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3369"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3369"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3369"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}