{"id":3350,"date":"2019-02-25T10:10:09","date_gmt":"2019-02-25T09:10:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3350"},"modified":"2019-02-25T10:10:09","modified_gmt":"2019-02-25T09:10:09","slug":"firmeninsolvenzen-sinken-auf-neuen-tiefstand-bremen-ist-insolvenzspitzenreiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2019\/02\/25\/firmeninsolvenzen-sinken-auf-neuen-tiefstand-bremen-ist-insolvenzspitzenreiter\/","title":{"rendered":"Firmeninsolvenzen sinken auf neuen Tiefstand &#8211; Bremen ist Insolvenzspitzenreiter"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/titel-firmeninsolvenzen-2018.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>1. Einleitung: Firmenpleiten sinken um 3,6 Prozent &#8211; Trendwende kommt 2019<\/h4>\n<p>Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland 2018 erneut gesunken. Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 19.552 Unternehmen eine Insolvenz an. Damit verringerten sich die Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent (2017: 20.276 Firmeninsolvenzen).<\/p>\n<p>Durch den neunten R\u00fcckgang in Folge sind die Unternehmensinsolvenzen 2018 auf einen neuen Tiefstand seit Einf\u00fchrung der neuen Insolvenzordnung (1999) gesunken. Im Vergleich zum bisherigen Insolvenzh\u00f6chstjahr 2003, in dem noch 39.320 Firmenpleiten registriert wurden, haben sich die Insolvenzf\u00e4lle 2018 damit mehr als halbiert. Zudem liegen die Insolvenzzahlen 2018 mehr als 25 Prozent unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt (26.208).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/01-firmeninsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_5.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Die Firmen profitierten 2018 vor allem von der Binnenwirtschaft und von den hohen privaten Konsumausgaben&#8220;, kommentiert CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Ingrid Riehl die aktuellen Zahlen.<\/p>\n<p>&#8222;2019 wird die Trendumkehr eingeleitet und wir erwarten einen Anstieg bei den Firmeninsolvenzen&#8220;, erg\u00e4nzt Riehl. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den prognostizierten erstmaligen Anstieg seit 2009 sind vielf\u00e4ltig. Die Konjunktur wird sich durch die zunehmenden politischen Unsicherheiten, wie die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten und die Querelen um den Brexit weiter abk\u00fchlen. Gerade wegen der erschwerten au\u00dfenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden 2019 auch vermehrt exportorientierte Firmen Probleme bekommen. &#8222;Die Unternehmen stehen 2019 vor diversen Herausforderungen&#8220;, so Riehl. Hinzu kommt der Punkt, dass die derzeitigen Niedrigzinsen Unternehmen am Markt halten, die unter normalen Bedingungen nicht wettbewerbsf\u00e4hig w\u00e4ren. &#8222;\u00dcber diesen sogenannten Zombie-Unternehmen schwebt das Damoklesschwert einer m\u00f6glichen Zinswende&#8220;, erkl\u00e4rt die CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin.<\/p>\n<p>Die durch Firmeninsolvenzen verursachten Sch\u00e4den summierten sich im Jahr 2018 auf knapp 22 Milliarden Euro. Im Durchschnitt entstanden 2018 damit Forderungsausf\u00e4lle f\u00fcr die Gl\u00e4ubiger von knapp 1,1 Millionen Euro pro Insolvenz.<\/p>\n<h4>2. Firmeninsolvenzen je Bundesland: Bremen f\u00fchrt Insolvenzstatistik an<\/h4>\n<p>In Bremen gab es 2018 die h\u00f6chste Dichte an Insolvenzen. Statistisch gesehen mussten 105 von 10.000 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. Im Bundesdurchschnitt sind es nach Analyse von CRIFB\u00dcRGEL 59 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. \u00dcber diesem Wert rangieren neben Bremen auch die Bundesl\u00e4nder Berlin (89), Nordrhein-Westfalen (85), Saarland (78), Sachsen-Anhalt (74), Schleswig-Holstein und Hamburg (je 68). Die wenigsten Firmenpleiten gab es im Jahr 2018 mit 41 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen in Bayern. Aber auch in Baden-W\u00fcrttemberg (43), Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (je 45) sowie Rheinland-Pfalz und Th\u00fcringen (je 46) mussten vergleichsweise wenig Firmen eine Insolvenz anmelden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/02-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-2018-10000-unternehmen-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Nach den absoluten Insolvenzzahlen stehen Nordrhein-Westfalen (5.671 Firmeninsolvenzen), Bayern (2.488), Baden-W\u00fcrttemberg (1.975) und Niedersachsen (1.616) an der Spitze der Statistik.<\/p>\n<h4>3. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: St\u00e4rkster R\u00fcckgang in Schleswig-Holstein<\/h4>\n<p>Vom bundesweiten Trend sinkender Firmeninsolvenzzahlen sind sieben Bundesl\u00e4nder ausgenommen. Im Saarland stiegen die Firmenpleiten mit einem Plus von 11,9 Prozent am st\u00e4rksten an. Mehr Insolvenzen als 2017 meldeten zudem Bremen (plus 9,8 Prozent), Th\u00fcringen (plus 3,6 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (plus 2,4 Prozent). Ein leichtes Plus an Insolvenzen gab es in Baden-W\u00fcrttemberg (plus 1,0 Prozent), Berlin (plus 0,4 Prozent) und in Rheinland-Pfalz (plus 0,3 Prozent). In Schleswig-Holstein (minus 11,7 Prozent), Sachsen (minus 10,3 Prozent) und Hamburg (minus 9,3 Prozent) mussten hingegen deutlich weniger Unternehmen eine Insolvenz anmelden, als noch vor einem Jahr.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/03-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-2018-absolut-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Firmeninsolvenzen nach Rechtsformen: Unternehmergesellschaft mit der h\u00f6chsten Insolvenzquote<\/h4>\n<p>Hinsichtlich der Rechtsformen ging 2018 das h\u00f6chste Insolvenzrisiko von der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) aus. Die Insolvenzdichte bei den UGs lag bei 200 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen und damit deutlich h\u00f6her als bei den Aktiengesellschaften (99) und bei den GmbHs (90). Zudem stiegen die Fallzahlen bei den UGs um 4,5 Prozent auf mittlerweile 2.226 F\u00e4lle. Deutlich weniger Insolvenzen im relativen Vergleich gab es bei den Gewerbebetrieben und Einzelunternehmen (39). Auch wenn diese Rechtsform mit 42,5 Prozent den h\u00f6chsten Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/04-firmeninsolvenzen-2018-rechtsform-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Firmeninsolvenzen nach Mitarbeiterzahl: Mehrheitlich kleine Unternehmen von einer Insolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Auch wenn der mediale Fokus 2018 auf den Gro\u00dfinsolvenzen wie Kettler, Solarworld, den Paracelsus-Kliniken oder Germania lag, ist das Insolvenzgeschehen in Deutschland vor allem von kleinen Unternehmen gepr\u00e4gt. 16.032 bzw. 82 Prozent der insolventen Unternehmen hatten nicht mehr als f\u00fcnf Mitarbeiter. Der Anteil am Insolvenzgeschehen nimmt mit steigender Zahl der Arbeitnehmer weiter ab. 7,6 Prozent der insolventen Unternehmen besch\u00e4ftigten zwischen 6 und 10 Mitarbeitern. Bei Firmen, die 51 oder mehr Angestellte haben, liegt der Anteil am Insolvenzgeschehen nur noch bei 2,7 Prozent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/05-firmeninsolvenzen-2018-mitarbeiterzahl-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Firmeninsolvenzen nach Unternehmensalter: 57,6 Prozent der insolventen Unternehmen sind weniger als 10 Jahre am Markt<\/h4>\n<p>13,7 Prozent der insolventen Firmen scheitern bereits in den ersten zwei Jahren nach ihrer Gr\u00fcndung. Allerdings sind die Fallzahlen in der j\u00fcngeren Altersgruppe stark r\u00fcckl\u00e4ufig (minus 11,2 Prozent). Die j\u00fcngeren Unternehmen profitieren derzeit von g\u00fcnstigen Rahmen- bzw. Finanzierungsbedingungen. Die Studie zeigt zudem, dass \u00fcber 57 Prozent der insolventen Unternehmen weniger als 10 Jahre am Markt aktiv sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/06-firmeninsolvenzen-2018-unternehmensalter-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Firmeninsolvenzen nach Branchen: Logistik ist Insolvenzspitzenreiter<\/h4>\n<p>Die Logistik steht mit 85 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze der Auswertung der Hauptbranchen. Aber auch im Baugewerbe und in der Dienstleistungsbranche (je 79) liegt die Insolvenzquote \u00fcber dem Durchschnitt. Dienstleistungsunternehmen haben mit 9.023 F\u00e4llen den h\u00f6chsten absoluten Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland. Die geringste Insolvenzdichte gibt es mit 18 Pleiten je 10.000 Unternehmen im Energiesektor.<\/p>\n<p>Eine weitere Unterteilung der Branchen zeigt, dass Detekteien mit 442 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze des Insolvenzrankings stehen. Es folgen Firmen aus der Branche der Post-, Kurier,- und Expressdienste mit 415 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen und Gastronomieunternehmen (375). Die weiteren Branchen mit dem h\u00f6chsten Insolvenzrisiko sind Garten- und Landschaftsbau (330), Vermittlung und \u00dcberlassung von Arbeitskr\u00e4ften (325), Lagerei (299), Schifffahrt (233), Spiel,- Wett-, und Lotteriewesen (211), Informationsdienstleistungen (112) und Hochbauunternehmen (100). Ein geringes Insolvenzrisiko herrscht in den Branchen Veterin\u00e4rwesen, Bibliotheken, Archive und Museen sowie in der Abwasserentsorgung.<\/p>\n<h4>8. Anzeichen von Unternehmenskrisen und Insolvenzursachen<\/h4>\n<p>Es gibt in der Praxis typische Verhaltensmuster, die fr\u00fchzeitig auf eine prek\u00e4re Situation von Unternehmen hinweisen, etwa wenn eine schlechtere Zahlungsmoral oder Bonit\u00e4t, ein ver\u00e4ndertes Bestellverhalten oder eine h\u00e4ufige \u00c4nderung in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Bankverbindung oder Firmierung auftreten. Indikatoren sind aber auch, wenn Zahlungen durch ungerechtfertigte M\u00e4ngelr\u00fcgen hinausgez\u00f6gert, m\u00fcndliche Zusagen gebrochen oder h\u00e4ufig Rechnungskopien angefordert werden. Zudem leisten sich die betroffenen Unternehmen keine Neuanschaffungen mehr und nutzen veraltete Produktionsanlagen. Hinweise auf eine finanzielle Schieflage liefert auch der Verbrauch von Eigenkapital \u00fcber Jahre hinweg oder die mehrfache Erh\u00f6hung der Kreditlinie (Fremdkapitaleinsatz).<\/p>\n<p>Beim Scheitern von Unternehmen gibt es h\u00e4ufig nicht die eine Insolvenzursache, sondern es sind mehrere Ausl\u00f6ser gemeinsam verantwortlich f\u00fcr die Zahlungsunf\u00e4higkeit. Die aktuelle konjunkturelle Lage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen f\u00fcr Firmenpleiten. Die Hauptursachen f\u00fcr Unternehmenspleiten sind nach wie vor das Ausbleiben neuer Auftr\u00e4ge bzw. Stornierung oder die Verschiebung bereits erteilter Auftr\u00e4ge. Zudem sorgen Dominoeffekte daf\u00fcr, dass zahlungsunf\u00e4hige Firmen weitere Unternehmen mit in die Insolvenz rei\u00dfen. Nicht zu untersch\u00e4tzen sind auch Fehler im Management, die dann das Unternehmen in die Pleite f\u00fchren. Hinzu kommen Kriterien wie eine fehlende Unternehmensplanung, kein Controlling oder ein unzureichendes oder fehlendes Debitorenmanagement.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung: Firmenpleiten sinken um 3,6 Prozent &#8211; Trendwende kommt 2019 Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland 2018 erneut gesunken. Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 19.552 Unternehmen eine Insolvenz an. Damit verringerten sich die Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent (2017: 20.276 Firmeninsolvenzen). 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