{"id":3314,"date":"2018-09-21T07:04:26","date_gmt":"2018-09-21T06:04:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3314"},"modified":"2018-09-21T07:04:26","modified_gmt":"2018-09-21T06:04:26","slug":"schuldenbarometer-1-halbjahr-2018-erneut-weniger-privatinsolvenzen-in-deutschland-wilhelmshaven-ist-pleitehochburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2018\/09\/21\/schuldenbarometer-1-halbjahr-2018-erneut-weniger-privatinsolvenzen-in-deutschland-wilhelmshaven-ist-pleitehochburg\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2018: Erneut weniger Privatinsolvenzen in Deutschland &#8211; Wilhelmshaven ist Pleitehochburg!"},"content":{"rendered":"<h4>1. R\u00fcckgang der Privatinsolvenzen setzt sich fort &#8211; Verbraucher profitieren von niedriger Arbeitslosigkeit<\/h4>\n<p>Die Privatinsolvenzen gehen in Deutschland weiter zur\u00fcck. Im 1. Halbjahr 2018 mussten 42.846 Verbraucher eine Insolvenz anmelden &#8211; so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Privatpleiten verringerte sich um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2017: 45.145). Zu diesem Ergebnis kommt die Wirtschaftsauskunftei CRIFB\u00dcRGEL in der neuen Studie &#8222;Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2018&#8220;.<\/p>\n<p>Im Vergleich zum Insolvenzrekordjahr 2010, als 69.417 Privatpersonen in den ersten sechs Monaten des Jahres eine Insolvenz anmelden mussten, sind die Fallzahlen um 38,3 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 2018 rechnet CRIFB\u00dcRGEL mit 84.000 Privatinsolvenzen in Deutschland und damit auch auf Jahressicht mit dem achten R\u00fcckgang in Folge (Jahr 2017: 94.079).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_51.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Die Privatpersonen in Deutschland profitieren weiterhin von der guten Besch\u00e4ftigungs- und Einkommensentwicklung. Die Besch\u00e4ftigung wird bei dieser guten Konjunktur weiter zunehmen. Dies bedeutet auch, dass wir bei den Privatinsolvenzen derzeit keine Trendumkehr erkennen. F\u00fcr 2019 rechnen wir auf Basis der derzeitigen Wirtschaftsprognosen mit einem weiteren Absinken der Zahlen&#8220;, kommentiert CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Bock die aktuellen Zahlen. <\/p>\n<p>Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Einkommensverschlechterung bleibt der Haupttreiber f\u00fcr eine Privatinsolvenz. &#8222;Die Formel f\u00fcr weniger Privatpleiten ist recht einfach: Steigen die Besch\u00e4ftigtenzahlen, sinken die Privatinsolvenzen&#8220; erkl\u00e4rt Bock.<\/p>\n<p>Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, wird es zwangsl\u00e4ufig mehr Pleiten geben, da die Personen bei weiteren hohen Kosten \u00fcber weniger Eink\u00fcnfte verf\u00fcgen. Diese Entwicklung l\u00e4sst sich auch gut an dem Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle bei den Privatinsolvenzen erkennen. Bremen hat relativ gesehen mit 78 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner nicht nur die h\u00f6chste Zahl an Privatinsolvenzen, sondern auch die h\u00f6chste Arbeitslosenquote im August (9,8 Prozent). Am wenigsten Privatinsolvenzen gab es in Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg &#8211; dort ist die Arbeitslosenquote auch am niedrigsten.<\/p>\n<h4>2. Vergleich der Bundesl\u00e4nder: Norddeutsche Bundesl\u00e4nder sind Insolvenzhochburgen<\/h4>\n<p>Das Bundesland Bremen ist im 1. Halbjahr 2018 mit 78 Insolvenzen je 100.000 Einwohner erneut die Insolvenzhochburg in Deutschland. Allerdings nimmt Bremerhaven erheblichen Einfluss auf das Ergebnis, da in dem Teil des Bundeslandes 100 Privatpersonen je 100.000 Einwohner eine private Insolvenz anmelden mussten. Es folgt das bekannte Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle bei den Privatinsolvenzen. Hamburg (75 Privatpleiten je 100.000 Einwohner) und Schleswig-Holstein (73) melden ebenfalls eine hohe Insolvenzquote. Der Bundesdurchschnitt liegt in den ersten sechs Monaten des Jahres bundesweit bei 52 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Deutlich unter diesem Wert liegen Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg (je 38 Insolvenzen je 100.000 Einwohner).<\/p>\n<p>In der Statistik der absoluten Privatinsolvenzzahlen stehen mit Nordrhein-Westfalen (10.105), Niedersachsen (5.477) und Bayern (4.869) zugleich die bev\u00f6lkerungsreichsten Bundesl\u00e4nder an der Spitze.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/02-privatinsolvenzen-pro-bundesland-halbjahr-2018-100000-einwohner-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. Kreise und Kreisfreie St\u00e4dte: Wilhelmshaven ist Pleitehochburg<\/h4>\n<p>Erstmals hat CRIFB\u00dcRGEL in dem Schuldenbarometer alle Kreise und kreisfreien St\u00e4dte hinsichtlich absoluter und relativer Zahlen analysiert. Demnach war in Wilhelmshaven mit 157 Pleiten je 100.000 Einwohner die Insolvenzquote am h\u00f6chsten. Es folgen der Regionalverband Saarbr\u00fccken (140 je 100.000 Einwohner) und Neum\u00fcnster in Schleswig-Holstein (136 je 100.000 Einwohner). Die wenigsten Pleiten gab es laut Statistik im bayerischen Landkreis Rh\u00f6n-Grabfeld mit lediglich 12 Pleiten je 100.000 Einwohner. Aber auch in Eichst\u00e4dt (Bayern) und Starnberg (Bayern) sind die Privatinsolvenzen deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt (14 je 100.000 Einwohner).<\/p>\n<h4>4. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: In Sachsen und Hessen steigen die Fallzahlen an<\/h4>\n<p>Einzig in Sachsen (plus 7,5 Prozent) und Hessen (plus 4,9 Prozent) stiegen die Privatinsolvenzen im 1. Halbjahr 2018 an. Baden-W\u00fcrttemberg (minus 11,7 Prozent), Berlin (minus 11,4 Prozent) und Th\u00fcringen (minus 10,8 Prozent) meldeten zweistellige R\u00fcckg\u00e4nge. Deutlich weniger Privatpleiten gab es auch in Bayern (minus 9,6 Prozent) und Sachsen-Anhalt (minus 9,3 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/03-privatinsolvenzen-pro-bundesland-halbjahr-2018-absolut-jahresvergleich-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Privatinsolvenzen nach Geschlecht: Privatpleiten bleiben m\u00e4nnliches &#8222;Ph\u00e4nomen&#8220;<\/h4>\n<p>Der Trend der letzten Jahre, dass in Deutschland eher M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden mussten als Frauen, setzte sich auch im 1. Halbjahr 2018 fort. 59,3 Prozent (25.419) aller F\u00e4lle betreffen in den ersten sechs Monaten M\u00e4nner. Auch im relativen Vergleich der Geschlechter sind die M\u00e4nner f\u00fchrend. Auf 100.000 M\u00e4nner entfielen 62 Privatinsolvenzen. Demgegen\u00fcber stehen 42 Privatpleiten je 100.000 weibliche Einwohner.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund daf\u00fcr, dass mehr M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden als Frauen, liegt vor allem darin, dass der Mann bei einer &#8222;Familieninsolvenz&#8220; weiterhin als Hauptverdiener und damit Haushaltsverantwortlicher gilt. Dieser kommt im Falle einer \u00dcberschuldung innerhalb der Familie f\u00fcr diese auf und meldet eine Privatinsolvenz an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/04-privatinsolvenzen-halbjahr-2018-alter-jahresvergleich-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Privatinsolvenzen nach Alter: In allen Altersklassen sinken die Pleiten<\/h4>\n<p>Der positive Trend sinkender Privatinsolvenzen zeigt sich auch bei der Analyse der Altersklassen. Die st\u00e4rksten R\u00fcckg\u00e4nge gab es in den Altersgruppen der 31- bis 40-J\u00e4hrigen (minus 9,3 Prozent) sowie bei den 18- bis 20-J\u00e4hrigen (minus 8,3 Prozent).<br \/>\nDen gr\u00f6\u00dften Anteil am Insolvenzgeschehen haben weiterhin Einwohner zwischen 41 und 50 Jahren. In dieser Altersklasse mussten 11.253 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden (Anteil am Insolvenzgeschehen: 26,3 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/05-privatinsolvenzen-halbjahr-2018-geschlecht-jahresvergleich-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Ursachen der Privatinsolvenz: Sechs Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr eine Verbraucherinsolvenz<\/h4>\n<p>In den meisten F\u00e4llen wird einer der sechs Haupt\u00fcberschuldungsgr\u00fcnde als Ursache f\u00fcr eine Privatinsolvenz genannt. Zu den Gr\u00fcnden geh\u00f6ren Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsf\u00fchrung, Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit.<\/p>\n<p>Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften. Die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen liegt in der Summe bei rund 31.000 Euro.<\/p>\n<h4>Zusatz: Kreise und kreisfreie St\u00e4dte<\/h4>\n<p>Informationen zu den absoluten Zahlen und zu den Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner finden Sie in diesem PDF:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bid-coburg.de\/downloads\/news\/pi_kreise_je_einwohner_2018-09.pdf\">Privatinsolvenzen Kreise und kreisfreie St\u00e4dte<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. R\u00fcckgang der Privatinsolvenzen setzt sich fort &#8211; Verbraucher profitieren von niedriger Arbeitslosigkeit Die Privatinsolvenzen gehen in Deutschland weiter zur\u00fcck. Im 1. Halbjahr 2018 mussten 42.846 Verbraucher eine Insolvenz anmelden &#8211; so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Privatpleiten verringerte sich um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. 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