{"id":3281,"date":"2018-08-28T12:02:42","date_gmt":"2018-08-28T11:02:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3281"},"modified":"2018-08-28T12:02:42","modified_gmt":"2018-08-28T11:02:42","slug":"studie-firmeninsolvenzen-1-halbjahr-2018-zahl-der-firmenpleiten-sinkt-weiter-tiefpunkt-scheint-erreicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2018\/08\/28\/studie-firmeninsolvenzen-1-halbjahr-2018-zahl-der-firmenpleiten-sinkt-weiter-tiefpunkt-scheint-erreicht\/","title":{"rendered":"Studie Firmeninsolvenzen 1. Halbjahr 2018: Zahl der Firmenpleiten sinkt weiter &#8211; Tiefpunkt scheint erreicht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zahl der Firmenpleiten sinkt weiter &#8211; Tiefpunkt scheint erreicht<\/strong><\/p>\n<h4>1. Einleitung: Firmeninsolvenzen gehen auch im 1. Halbjahr 2018 zur\u00fcck &#8211; Anstieg in 2019 erwartet<\/h4>\n<p>Die Zahl der Firmenpleiten ist im 1. Halbjahr 2018 erneut gesunken. In den ersten sechs Monaten des Jahres mussten bundesweit 10.089 Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten &#8211; das waren 3,2 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2017: 10.427).<br \/>\nF\u00fcr das Gesamtjahr 2018 erwartet die Wirtschaftsauskunftei CRIFB\u00dcRGEL nur noch ein Minus von knapp einem Prozent und rechnet bis zu 20.100 Unternehmensinsolvenzen. Dieser Wert w\u00e4re der niedrigste Stand bei den Firmenpleiten seit 1999 und der neunte R\u00fcckgang in Folge.<\/p>\n<p>Zum Vergleich: Im bisherigen Insolvenz-Rekordjahr 2013 mussten im 1. Halbjahr noch 19.952 Firmen eine Insolvenz anmelden. Damit halbierte sich die Zahl der Insolvenzen in den letzten 15 Jahren.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Die deutsche Wirtschaft befindet sich nach wie vor auf dem Wachstumspfad. Die Unternehmen profitieren weiterhin von der stabilen Konjunktur, den g\u00fcnstigen Finanzierungsbedingungen und hohe Kapazit\u00e4tsauslastungen. Positiv auf die Unternehmen wirken auch die weiterhin hohen privaten Konsumausgaben&#8220;, begr\u00fcndet CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Ingrid Riehl den erneuten R\u00fcckgang bei den Firmeninsolvenzen. &#8222;Der Tiefpunkt bei der Entwicklung der Firmeninsolvenzen scheint dennoch erreicht zu sein. Sp\u00e4testens 2019 erwarten wir wieder einen Anstieg&#8220;, prognostiziert Riehl.<\/p>\n<p>Bereits jetzt beobachtet CRIFB\u00dcRGEL eine Zunahme der finanzschwachen und damit insolvenzgef\u00e4hrdeten Firmen. Hinzu kommen vermehrt geopolitische und weltwirtschaftliche Unsicherheiten, die auch auf die Unternehmen in Deutschland Einfluss nehmen. Der Welthandel kann durch vermehrte Handelskonflikte und Sanktionen gebremst werden, was auch die deutschen Exporte bremsen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ein weiterer Grund, der f\u00fcr einen Anstieg der Firmeninsolvenzen spricht, ist rein statistischer Natur. Der Niedrigstand bei den Firmeninsolvenzen f\u00fchrt dazu, dass dieser bei einer Basis von circa vier Millionen wirtschaftsaktiver Unternehmen in Deutschland kaum noch unterboten werden kann. Denn unabh\u00e4ngig von der konjunkturellen Lage und anderen g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen f\u00fcr Firmen gibt es Unternehmen, die aus anderen Gr\u00fcnden eine Insolvenz anmelden m\u00fcssen. Zum Beispiel scheitern jedes Jahr Neugr\u00fcndungen oder es kommt zu Anschlussinsolvenzen durch sogenannte Dominoeffekte. Auch Fehler im Management sorgen f\u00fcr eine Vielzahl von Firmeninsolvenzen.<\/p>\n<p>Die Insolvenzsch\u00e4den summierten sich im 1. Halbjahr 2018 auf circa 13,8 Milliarden Euro. Im Durchschnitt entstehen somit Forderungsausf\u00e4lle von knapp 1,36 Millionen Euro pro Insolvenz. Damit ist das Schadensniveau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (11,5 Milliarden Euro) um 20 Prozent angestiegen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/01-firmeninsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_41.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Firmeninsolvenzen je Bundesland: Bremen ist Insolvenz-Spitzenreiter<\/h4>\n<p>In der regionalen Analyse der Firmeninsolvenzen zeigen sich in Deutschland gro\u00dfe Unterschiede. In der Auswertung der absoluten Zahlen stehen Nordrhein-Westfalen (2.950 Firmeninsolvenzen), Bayern (1.259) und Baden-W\u00fcrttemberg (998) und Niedersachsen (829) an der Spitze der Insolvenzstatistik. Die Analyse der Insolvenzdichte (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) liefert ein ver\u00e4ndertes Ergebnis. Bremen steht mit 55 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze des Insolvenz-Rankings. \u00dcber dem Bundesdurchschnitt von 31 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen liegen auch die Bundesl\u00e4nder Berlin (45), Nordrhein-Westfalen (44), Saarland (42), Hamburg (38) und Schleswig-Holstein (34). Sachsen-Anhalt liegt mit 31 Pleiten je 10.000 Unternehmen im Bundesdurchschnitt. In Bayern zeigen sich die Unternehmen im 1. Halbjahr 2018 am wenigsten insolvenzanf\u00e4llig (21 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen). Knapp dahinter rangieren Baden-W\u00fcrttemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (je 22).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/02-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr-2018-10000-unternehmen-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. Gro\u00dfstadtranking: Berlin, Dortmund, Gelsenkirchen und Essen an der Spitze<\/h4>\n<p>Berlin steht gemeinsam mit den NRW-St\u00e4dten Dortmund, Gelsenkirchen und Essen an der Spitze des Gro\u00dfstadt-Rankings. Alle vier St\u00e4dte weisen eine Quote von 45 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen auf. Auch in der Insolvenzstatistik zeigt sich, dass die Schwaben gut mit Geld umgehen k\u00f6nnen. In keiner anderen Gro\u00dfstadt gab es weniger Firmeninsolvenzen als in Stuttgart (22 je 10.000 Unternehmen). Mit M\u00fcnchen und N\u00fcrnberg (23) folgen zwei weitere St\u00e4dte aus dem s\u00fcddeutschen Raum.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/03-firmeninsolvenzen-1halbjahr-2018-grossstaedte-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Starke Anstiege im Saarland und in Bremen<\/h4>\n<p>In sechs Bundesl\u00e4ndern steigen die Firmeninsolvenzen gegen den Bundestrend an. Das st\u00e4rkste Plus mit jeweils \u00fcber 20 Prozent mehr Insolvenzen melden das Saarland (plus 21,8 Prozent) und Bremen (plus 20,7 Prozent). Mehr Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es auch in Rheinland-Pfalz (plus 13,2 Prozent), Baden-W\u00fcrttemberg (plus 7,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 2,4 Prozent) und in Bayern (plus 1,0 Prozent). Den deutlichsten R\u00fcckgang an Firmeninsolvenzen gab es im 1. Halbjahr 2018 in Schleswig-Holstein (minus 19,4 Prozent). Deutlich verringert haben sich die Fallzahlen auch in Niedersachsen (minus 12,1 Prozent), Hamburg (minus 8,3 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern (minus 7,7 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/04-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr-2018-absolut-jahresvergleich-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Firmeninsolvenzen nach Rechtsform: Unternehmergesellschaft mit dem h\u00f6chsten Pleite-Risiko<\/h4>\n<p>Das h\u00f6chste Insolvenzrisiko geht in Deutschland weiterhin von der Rechtsform der  Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) aus. Bei der UG (1.055 Firmeninsolvenzen) liegt die Insolvenzquote bei 93 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen und ist damit drei Mal so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Aber auch Aktiengesellschaften (46) und GmbHs (46) haben ein hohes Insolvenzniveau. In absoluten Zahlen gehen von den Rechtsformen Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen (4.254 F\u00e4lle) sowie von GmbHs (3.872 F\u00e4lle) die meisten Insolvenzen in Deutschland aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/05-firmeninsolvenzen-1halbjahr-2018-rechtsform-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Firmeninsolvenzen in den Hauptbranchen: Insolvenzquote im Baugewerbe am h\u00f6chsten<\/h4>\n<p>Das Baugewerbe weist im 1. Halbjahr 2018 mit 42 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen die h\u00f6chste Quote im Vergleich der Hauptbranchen auf. \u00dcber dem Durchschnitt liegt ebenfalls die Logistik (40). Die geringste Insolvenzdichte gibt es mit lediglich 12 Pleiten je 10.000 Unternehmen im Energiesektor. Die Dienstleistungsbranche hat mit 4.339 F\u00e4llen den h\u00f6chsten absoluten Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/06-firmeninsolvenzen-1halbjahr-2018-branchen-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Firmeninsolvenzen nach Mitarbeiteranzahl: in \u00fcber 80 Prozent sind kleine Unternehmen von Insolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Auch wenn die Insolvenzen von gro\u00dfen Unternehmen h\u00e4ufig f\u00fcr Schlagzeilen sorgen, gehen die meisten Insolvenzen in Deutschland weiterhin auf das Konto von Kleinstunternehmen. Der Anteil der Firmen mit maximal 5 Mitarbeitern betrug im 1. Halbjahr 2018 80,8 Prozent (8.152 F\u00e4lle). Im Folgenden nimmt der Anteil am Insolvenzgeschehen mit dem Anstieg der Mitarbeiteranzahl ab. 7,6 Prozent der Unternehmen, die eine Insolvenz anmelden mussten, besch\u00e4ftigten zwischen 6 und 10 Mitarbeitern. Bei Firmen mit 51 oder mehr Angestellten liegt der Anteil am Insolvenzgeschehen nur noch bei 2,9 Prozent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/07-firmeninsolvenzen-1halbjahr-2018-mitarbeiterzahl-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>10. Firmeninsolvenzen nach Unternehmensalter: \u00dcber 60 Prozent der insolventen Unternehmen sind nicht l\u00e4nger als 10 Jahre am Markt<\/h4>\n<p>13,6 Prozent der Unternehmen in Deutschland sind nur bis zu zwei Jahre am Markt aktiv gewesen, bevor sie eine Insolvenz anmelden mussten. Die aktuelle Studie zeigt zudem, dass \u00fcber 60,9 Prozent (6.140 F\u00e4lle) der insolventen Unternehmen nicht \u00e4lter als zehn Jahre werden. Gr\u00fcnde f\u00fcr das Scheitern junger Unternehmen sind vor allem in nicht marktf\u00e4higen Gesch\u00e4ftsideen zu sehen. Eine weitere Ursache liegt in den h\u00e4ufig schwierigen Finanzierungsm\u00f6glichkeiten der Jungunternehmen. Zudem machen den Gr\u00fcndern Marktver\u00e4nderungen, strategische Fehlentscheidungen und mangelnde fachliche Kompetenz zu schaffen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/08-firmeninsolvenzen-1halbjahr-2018-unternehmensalter-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>11. Ursachen von Firmeninsolvenzen<\/h4>\n<p>Beim Scheitern von Unternehmen gibt es h\u00e4ufig nicht die eine Insolvenzursache, sondern mehrere Ausl\u00f6ser sind f\u00fcr die Zahlungsunf\u00e4higkeit gemeinsam verantwortlich. Die aktuelle konjunkturelle Lage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen f\u00fcr Firmenpleiten. Die Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr Unternehmenspleiten sind nach wie vor das Ausbleiben neuer Auftr\u00e4ge bzw. Stornierung oder die Verschiebung bereits erteilter Auftr\u00e4ge. Zudem sorgen Dominoeffekte daf\u00fcr, dass zahlungsunf\u00e4hige Firmen weitere Unternehmen mit in die Insolvenz rei\u00dfen. Nicht zu untersch\u00e4tzen sind auch Fehler im Management, die dann das Unternehmen in die Pleite f\u00fchren. Hinzu kommen Kriterien wie eine fehlende Unternehmensplanung, kein Controlling oder ein unzureichendes oder fehlendes Debitorenmanagement.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahl der Firmenpleiten sinkt weiter &#8211; Tiefpunkt scheint erreicht 1. Einleitung: Firmeninsolvenzen gehen auch im 1. Halbjahr 2018 zur\u00fcck &#8211; Anstieg in 2019 erwartet Die Zahl der Firmenpleiten ist im 1. Halbjahr 2018 erneut gesunken. 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