{"id":3266,"date":"2018-03-21T14:40:24","date_gmt":"2018-03-21T13:40:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3266"},"modified":"2018-03-21T14:52:33","modified_gmt":"2018-03-21T13:52:33","slug":"schuldenbarometer-2017-privatinsolvenzen-sinken-um-68-prozent-bremen-und-saarland-insolvenzhochburgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2018\/03\/21\/schuldenbarometer-2017-privatinsolvenzen-sinken-um-68-prozent-bremen-und-saarland-insolvenzhochburgen\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 2017: Privatinsolvenzen sinken um 6,8 Prozent &#8211; Bremen und Saarland Insolvenzhochburgen"},"content":{"rendered":"<h4>1. Einleitung: Siebter R\u00fcckgang in Folge bei den Privatinsolvenzen<\/h4>\n<p>Die Privatinsolvenzen sind 2017 das siebte Mal in Folge zur\u00fcckgegangen. Im vergangenen Jahr mussten 94.079 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden &#8211; so wenige wie seit 2004 nicht mehr. Damit verringerten sich die Privatpleiten im Vergleich zum Jahr 2016 um 6,8 Prozent (2016: 100.984). So lauten die zentralen Ergebnisse der CRIFB\u00dcRGEL Studie &#8222;Schuldenbarometer 2017&#8220;. Im Vergleich zum bisherigen Insolvenzrekordjahr 2010, als 139.110 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden mussten, sind die Fallzahlen 2017 um 34,4 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>Hauptursache f\u00fcr den erneuten R\u00fcckgang bei den Verbraucherinsolvenzen ist die weiterhin g\u00fcnstige Situation der Privatpersonen. Sie profitieren von verbesserten Arbeitsmarktbedingungen mit sinkender Arbeitslosigkeit und steigenden L\u00f6hnen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n&#8222;Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Einkommensverschlechterung ist Haupttreiber f\u00fcr eine Privatinsolvenz. Die Formel f\u00fcr weniger Privatpleiten ist daher einfach. Ein Anstieg der Besch\u00e4ftigtenzahlen f\u00fchrt zu einem R\u00fcckgang der Privatinsolvenzen&#8220;, begr\u00fcndet CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Ingrid Riehl den R\u00fcckgang der Insolvenzen. Ein Anstieg der finanziellen Belastungen der Verbraucher, etwa durch eine Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt oder eine Zinswende, w\u00fcrde hingegen zu einem Anstieg der Privatinsolvenzen f\u00fchren&#8220;, so Riehl. Ein weiterer Grund f\u00fcr weniger Privatinsolvenzen ist methodischer Natur seitens der Betroffenen. So sehen viele \u00fcberschuldete B\u00fcrger, die ein Pf\u00e4ndungsschutzkonto nutzen, keine Notwendigkeit, eine Privatinsolvenz anzumelden. Dies ist dann der Fall, wenn das monatliche Einkommen so gering ist, dass es unter dem pf\u00e4ndbaren Betrag liegt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtjahr 2018 rechnet CRIFB\u00dcRGEL aufgrund der weiterhin g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Privatpersonen mit einem weiteren R\u00fcckgang der Privatpleiten auf 90.000 F\u00e4lle (minus 4,3 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart1.png\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Vergleich der Bundesl\u00e4nder: Bremen und Saarland sind Insolvenzhochburgen<\/h4>\n<p>Bremen war 2017 erneut Insolvenzhochburg. Auf 100.000 B\u00fcrger gerechnet waren 199 zahlungsunf\u00e4hig. Beim Vergleich der Bundesl\u00e4nder liegt das Saarland mit 161 Insolvenzen auf Platz zwei. Es folgt das bekannte Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle bei den Privatinsolvenzen. Niedersachsen und Hamburg (je 155 Insolvenzen je 100.000 Einwohner) sowie Schleswig-Holstein (149) liegen \u00fcber dem Bundesdurchschnitt (114). \u00dcber diesem rangieren auch Sachsen-Anhalt (148), Mecklenburg-Vorpommern (134), Brandenburg (131), Nordrhein-Westfalen (127) und Berlin (124).<\/p>\n<p>Am wenigsten Privatinsolvenzen meldete im Jahr 2017 Bayern (78 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner). Ebenfalls niedrige Werte &#8211; bezogen auf die Einwohnerzahl &#8211; lieferten Baden-W\u00fcrttemberg (80) und Hessen (93). <\/p>\n<p>In der Statistik der absoluten Privatinsolvenzzahlen stehen mit Nordrhein-Westfalen (22.802), Niedersachsen (12.394) und Bayern (10.099) zugleich die bev\u00f6lkerungsreichsten Bundesl\u00e4nder an der Spitze.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/02-privatinsolvenzen-pro-bundesland-2017-100000-einwohner-chart1.png\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. St\u00e4dteranking: In Gelsenkirchen gibt es die meisten Pleiten<\/h4>\n<p>Das Insolvenz-Ranking der 30 gr\u00f6\u00dften St\u00e4dte f\u00fchrt Gelsenkirchen mit 255 Pleiten je 100.000 Einwohner an. Ebenfalls viele Privatinsolvenzen meldeten auch Mannheim (247 je 100.000 Einwohner), Kiel (211) und M\u00f6nchengladbach (195). Am wenigsten Privatinsolvenzen gab es im St\u00e4dtevergleich wie schon 2016 in Stuttgart.  In der Hauptstadt Baden-W\u00fcrttembergs wurden 70 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner gemeldet. Dahinter rangieren Dresden (87), M\u00fcnchen (88) und Bonn (90).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/03-privatinsolvenzen-2017-grossstaedte-chart1.png\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: In Th\u00fcringen und Berlin steigen die Privatinsolvenzen an<\/h4>\n<p>Einzig in Th\u00fcringen (plus 2,9 Prozent) und Berlin (plus 2,8 Prozent) stiegen die Privatinsolvenzen im Jahr 2017 an. In allen anderen Bundesl\u00e4ndern waren die Privatpleiten r\u00fcckl\u00e4ufig. In Hessen (minus 17,7 Prozent), Sachsen (minus 13,9 Prozent), Bayern (minus 10,2 Prozent) und Baden-W\u00fcrttemberg (minus 10 Prozent) sanken die Privatinsolvenzen zweistellig. Deutlich zur\u00fcck gingen die Verbraucherpleiten auch in Niedersachsen (minus 8,5 Prozent), im Saarland (minus 7,4 Prozent) sowie in Sachsen-Anhalt (minus 6,7 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/04-privatinsolvenzen-pro-bundesland-2017-absolut-jahresvergleich-chart1.png\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Privatinsolvenzen nach Geschlecht: Weiterhin mehr M\u00e4nner als Frauen von einer Privatinsolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Der Trend der letzten Jahre, dass in Deutschland eher M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden m\u00fcssen als Frauen, setzte sich auch 2017 fort. 59 Prozent (55.518) aller Privatpleiten im Jahr 2017 betreffen M\u00e4nner. Auch im relativen Vergleich der Geschlechter sind die M\u00e4nner f\u00fchrend. Auf 100.000 M\u00e4nner entfielen 2017 136 Privatinsolvenzen. Demgegen\u00fcber stehen 92 Privatpleiten je 100.000 weibliche Einwohner.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund daf\u00fcr, dass mehr M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden als Frauen, liegt darin, dass der Mann in vielen Familien weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher gilt. Dieser kommt im Falle einer \u00dcberschuldung innerhalb der Familie f\u00fcr diese auf und meldet eine Privatinsolvenz an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/05-privatinsolvenzen-2017-geschlecht-jahresvergleich-chart1.png\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Privatinsolvenzen nach Alter: In allen Altersklassen sinken die Pleiten<\/h4>\n<p>Der positive Trend sinkender Privatinsolvenzen zeigt sich auch bei der Analyse der Altersklassen. Die st\u00e4rksten R\u00fcckg\u00e4nge gab es in der j\u00fcngsten Altersgruppe der 41- bis 50-J\u00e4hrigen (minus 11,5 Prozent) sowie bei den 18- bis 20-J\u00e4hrigen (minus 10,1 Prozent). Den gr\u00f6\u00dften Anteil am Insolvenzgeschehen haben B\u00fcrger zwischen 31 und 40 Jahren. In dieser Altersklasse mussten 25.771 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden (Anteil am Insolvenzgeschehen: 27,4 Prozent). Ein Trend der letzten Jahre scheint vorerst gestoppt. Nach zuvor f\u00fcnf Anstiegen in Folge sind erstmals auch die Insolvenzen in der Altersgruppe 61 Jahre und \u00e4lter r\u00fcckl\u00e4ufig (minus 8,2 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/06-privatinsolvenzen-2017-alter-jahresvergleich-chart1.png\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Ursachen der Privatinsolvenz: Sechs Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr eine Verbraucherinsolvenz<\/h4>\n<p>In den meisten F\u00e4llen wird einer der sechs Haupt\u00fcberschuldungsgr\u00fcnde als Ursache f\u00fcr eine Privatinsolvenz genannt. Zu den Gr\u00fcnden geh\u00f6ren Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsf\u00fchrung, Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit.<\/p>\n<p>Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften. Die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen liegt in der Summe bei rund 32.000 Euro.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung: Siebter R\u00fcckgang in Folge bei den Privatinsolvenzen Die Privatinsolvenzen sind 2017 das siebte Mal in Folge zur\u00fcckgegangen. Im vergangenen Jahr mussten 94.079 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden &#8211; so wenige wie seit 2004 nicht mehr. 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