{"id":3220,"date":"2017-12-14T11:40:50","date_gmt":"2017-12-14T10:40:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3220"},"modified":"2017-12-14T11:40:50","modified_gmt":"2017-12-14T10:40:50","slug":"zahlungsausfallrisiko-von-unternehmen-89-prozent-der-unternehmen-in-deutschland-haben-finanzielle-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2017\/12\/14\/zahlungsausfallrisiko-von-unternehmen-89-prozent-der-unternehmen-in-deutschland-haben-finanzielle-probleme\/","title":{"rendered":"Zahlungsausfallrisiko von Unternehmen: 8,9 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben finanzielle Probleme"},"content":{"rendered":"<h4>1. Einleitung: 8,9 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben finanzielle Probleme<\/h4>\n<p>\u00dcber 310.000 Unternehmen in Deutschland werden mit finanziellen Problemen in das Jahr 2018 starten. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei CRIFB\u00dcRGEL zur Zahlungsf\u00e4higkeit und \u00dcberschuldung von Firmen in Deutschland.<\/p>\n<p>In der Analyse hat CRIFB\u00dcRGEL 3.514.796 Unternehmen in Deutschland hinsichtlich ihrer Finanzst\u00e4rke untersucht. Das zentrale Ergebnis lautet: 8,9 Prozent der Unternehmen bzw. 311.723 Firmen insgesamt weisen derzeit eine schwache Bonit\u00e4t damit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko. Im Vergleich zum Sprachgebrauch bei Ver\u00f6ffentlichungen zu Privatpersonen, gelten diese Unternehmen damit als \u00fcberschuldet und haben ein erh\u00f6htes Insolvenzrisiko. Die Anzahl der finanzschwachen Unternehmen erh\u00f6hte sich laut Studie im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent. &#8222;Trotz der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Unternehmen stieg die Zahl der Firmen mit einem hohen Zahlungsausfallrisiko&#8220;, kommentiert CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Ingrid Riehl die aktuellen Zahlen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Firmeninsolvenzen werden 2017 zwar erneut und damit das achte Mal in Folge sinken. Am Jahresende rechnet CRIFB\u00dcRGEL mit 20.500 Firmenpleiten und damit den niedrigsten Stand seit 1999. &#8222;Der Anstieg der Zahlen bei den finanzschwachen Unternehmen zeigt jedoch, dass wir uns auf eine Trendwende bei den Firmeninsolvenzen einstellen m\u00fcssen&#8220;, so Riehl.<\/p>\n<p>Die derzeit gute Konjunktur in Deutschland ist dem starken Export und der Zinssituation geschuldet. Zudem nehmen Einkommen und Kaufkraft der Konsumenten weiter zu, was sich wiederum positiv auf die Unternehmen auswirkt. Globale wirtschaftliche und politische Ver\u00e4nderungen wie auch eine Zinswende k\u00f6nnen die Konjunktur st\u00f6ren und als verst\u00e4rkende Effekte auf die Firmeninsolvenzzahlen wirken.<\/p>\n<h4>2. Bundesl\u00e4nder: Anteil finanzschwacher Unternehmen in Sachsen-Anhalt am h\u00f6chsten<\/h4>\n<p>Laut Studie haben derzeit 311.723 Unternehmen in Deutschland finanzielle Probleme. Beim Blick auf die regionale Verteilung der Firmen mit hohem Zahlungsausfall- bzw. Insolvenzrisiko zeigen sich gro\u00dfe Unterschiede. In absoluten Zahlen stehen Nordrhein-Westfalen (72.045), Bayern (39.745), Baden-W\u00fcrttemberg (32.980) und Niedersachsen (26.021) an der Spitze der Statistik der Bundesl\u00e4nder mit den meisten finanzschwachen Unternehmen. In Bremen (2.383) und im Saarland (2.946) gibt es absolut vergleichsweise wenig Firmen mit einem erh\u00f6hten Zahlungsausfallrisiko.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/01-bonitaet-unternehmen-2017-pro-bundesland-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Bezogen auf die Firmendichte geht die h\u00f6chste Insolvenzgefahr derzeit von Unternehmen in Sachsen-Anhalt aus. Aktuell sind 12,6 Prozent der Unternehmen dort in einer finanziellen Schieflage und somit von einer drohenden Zahlungsunf\u00e4higkeit betroffen. Aber auch in Sachsen (12,2 Prozent), Berlin (10,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (10,2 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (10,1 Prozent), Brandenburg (9,6 Prozent), Th\u00fcringen (9,4 Prozent) und Bremen (9,2 Prozent) ist die Insolvenzgefahr der Unternehmen h\u00f6her als im Bundesdurchschnitt (8,9 Prozent).<\/p>\n<p>Prozentual betrachtet geht ein geringeres Risiko von Unternehmen in Bayern aus. Hier gelten nur 6,7 Prozent der Unternehmen bonit\u00e4tsschwach. Aber auch in Baden-W\u00fcrttemberg (7,4 Prozent), Hessen und Schleswig-Holstein (je 8,0 Prozent), Niedersachsen (8,5 Prozent), Saarland (8,6 Prozent), Hamburg (8,7 Prozent) und Rheinland-Pfalz (8,8 Prozent) ist die Quote insolvenzgef\u00e4hrdeter Unternehmen geringer als im Bundesdurchschnitt.<\/p>\n<h4>3. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Nur in Mecklenburg-Vorpommern sinken die Fallzahlen<\/h4>\n<p>In 15 Bundesl\u00e4ndern hat sich die Zahl finanzschwacher Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erh\u00f6ht. Einzig in Mecklenburg-Vorpommern sank die Zahl der Firmen leicht um 0,5 Prozent. Am st\u00e4rksten stieg die Zahl insolvenzgef\u00e4hrdeter Unternehmen in Baden-W\u00fcrttemberg (plus 12,8 Prozent) und in Bayern (plus 12,6 Prozent). Aber auch in Rheinland-Pfalz (plus 12,1 Prozent), Bremen und Saarland (plus 11 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 10,3 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (plus 10,1 Prozent) erh\u00f6hte sich die Zahl zweistellig.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/02-bonitaet-unternehmen-2017-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Gro\u00dfstadtranking: Duisburger Unternehmen mit dem h\u00f6chsten Insolvenzrisiko<\/h4>\n<p>Auch eine Analyse der 30 gr\u00f6\u00dften St\u00e4dte in Deutschland zeigt regionale Unterschiede hinsichtlich des Zahlungsausfallrisikos von Unternehmen. Demnach haben Firmen in Duisburg das h\u00f6chste Insolvenzrisiko &#8211; 12,2 Prozent der Firmen (2.130) sind von einer Zahlungsunf\u00e4higkeit bedroht. Es folgen Chemnitz (11,9 Prozent; 3.500 Unternehmen), Braunschweig (11,3 Prozent; 1.182 Unternehmen) und Leipzig (11 Prozent; 3.467 Unternehmen). Weniger Risiko bergen die Unternehmen in M\u00fcnchen (5,4 Prozent; 5.411 Unternehmen); M\u00fcnster (5,7 Prozent; 773 Unternehmen) und Stuttgart (5,7 Prozent; 1.932 Unternehmen).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/03-bonitaet-unternehmen-2017-staedte-ranking-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Unternehmen mit Top-Bonit\u00e4t: Nordrhein-Westfalen f\u00fchrend<\/h4>\n<p>In der aktuellen Studie hat CRIFB\u00dcRGEL neben finanzschwachen auch Unternehmen mit der Top-Bonit\u00e4tsnote 1,0 untersucht. Sowohl bei den absoluten als auch relativen Zahlen ist Nordrhein-Westfalen in dieser Statistik f\u00fchrend. Derzeit weisen 526 bzw. 0,06 Prozent der Firmen im gr\u00f6\u00dften Bundesland die bestm\u00f6gliche Bonit\u00e4t auf. Den geringsten Anteil von Unternehmen mit der Bonit\u00e4tsnote 1,0 gibt es in Mecklenburg-Vorpommern (0,02 Prozent; 15 Unternehmen).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/04-bonitaet-unternehmen-2017-top-bonitaet-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Branchenanalyse: Unternehmen aus der Logistik mit dem h\u00f6chsten Risiko<\/h4>\n<p>Je nach Branchenzugeh\u00f6rigkeit der untersuchten Unternehmen zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der finanziellen Schw\u00e4che der Unternehmen. Am st\u00e4rksten von m\u00f6glichen Zahlungsausf\u00e4llen betroffen sind Unternehmen aus der Logistik (Insolvenzrisiko liegt bei 13,4 Prozent) und aus dem Gastgewerbe (11,5 Prozent). Dar\u00fcber hinaus haben Firmen aus dem Baugewerbe ein h\u00f6heres Risiko, Insolvenz anmelden zu m\u00fcssen. Der Anteil gef\u00e4hrdeter Unternehmen liegt in dieser Branche bei 9,1 Prozent. Das geringste Risiko einer Insolvenz haben Unternehmen aus dem Gesundheitswesen (2,2 Prozent) und Energieversorger (2,3 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/05-bonitaet-unternehmen-2017-branchen-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Analyse der Rechtsformen: Hohes Insolvenzrisiko bei der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt)<\/h4>\n<p>13,5 Prozent der Unternehmergesellschaften (haftungsbeschr\u00e4nkt) droht eine Insolvenz. Damit nimmt die UG den schlechtesten Wert aller Rechtsformen ein. Aber auch bei den Gewerbebetrieben (9,5 Prozent) und der Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (9,2 Prozent) liegt der Anteil insolvenzgef\u00e4hrdeter Unternehmen \u00fcber dem Durchschnitt. Ein geringes Insolvenzrisiko bergen Aktiengesellschaften. Nur 3,3 Prozent aller AGs gelten als finanzschwach und sind von einer Pleite bedroht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/06-bonitaet-unternehmen-2017-rechtsform-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>8. Anzeichen von Unternehmenskrisen<\/h4>\n<p>Es gibt in der Praxis typische Verhaltensmuster, die fr\u00fchzeitig auf eine prek\u00e4re Situation von Unternehmen hinweisen: etwa wenn eine schlechtere Zahlungsmoral, ein ver\u00e4ndertes Bestellverhalten oder eine h\u00e4ufige \u00c4nderung in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Bankverbindung oder Firmierung auftreten. Indikatoren sind aber auch, wenn Zahlungen durch ungerechtfertigte M\u00e4ngelr\u00fcgen hinausgez\u00f6gert, m\u00fcndliche Zusagen gebrochen oder h\u00e4ufig Rechnungskopien angefordert werden. Zudem leisten sich die betroffenen Unternehmen keine Neuanschaffungen mehr und nutzen veraltete Produktionsanlagen. Hinweise auf eine finanzielle Schieflage liefert auch der Verbrauch von Eigenkapital \u00fcber Jahre hinweg oder die mehrfache Erh\u00f6hung der Kreditlinie (Fremdkapitaleinsatz).<\/p>\n<h4>9. Studiendesign: Analyse der Finanzlage von Unternehmen<\/h4>\n<p>In der Studie hat CRIFB\u00dcRGEL eine Vielzahl von Informationen zur Finanzlage der Unternehmen, die Aufschluss \u00fcber die Zahlungsf\u00e4higkeit geben, ausgewertet. Dazu geh\u00f6ren u.a. Angaben in den Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen oder Zahlungserfahrungen. Au\u00dferdem flie\u00dfen Informationen zu vorhandenen gerichtlichen Negativmerkmalen in die Analyse mit ein. Laut der aktuellen Auswertung gelten im Dezember 2017 311.723 Firmen in Deutschland als finanzschwach (Stichtag: 4. Dezember 2017). Anders ausgedr\u00fcckt gelten 8,9 Prozent der insgesamt \u00fcber 3,5 Millionen von CRIFB\u00dcRGEL f\u00fcr die Studie auf Zahlungsf\u00e4higkeit untersuchten Unternehmen als \u00fcberschuldet und demnach als insolvenzgef\u00e4hrdet. Die betroffenen Unternehmen verf\u00fcgen \u00fcber einen Bonit\u00e4tsindex im Bereich zwischen 4,5 bis 6,0.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/07-bonitaet-unternehmen-2017-bonitaetsklasse-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung: 8,9 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben finanzielle Probleme \u00dcber 310.000 Unternehmen in Deutschland werden mit finanziellen Problemen in das Jahr 2018 starten. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei CRIFB\u00dcRGEL zur Zahlungsf\u00e4higkeit und \u00dcberschuldung von Firmen in Deutschland. In der Analyse hat CRIFB\u00dcRGEL 3.514.796 Unternehmen in Deutschland hinsichtlich ihrer Finanzst\u00e4rke untersucht. 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