{"id":3185,"date":"2017-10-06T11:56:53","date_gmt":"2017-10-06T10:56:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3185"},"modified":"2017-11-03T11:57:28","modified_gmt":"2017-11-03T10:57:28","slug":"schuldenbarometer-132-prozent-weniger-privatinsolvenzen-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2017\/10\/06\/schuldenbarometer-132-prozent-weniger-privatinsolvenzen-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer: 13,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen in Deutschland"},"content":{"rendered":"<h4>1. Einleitung: Niedrige Arbeitslosenquote und verbesserte Einkommenssituation f\u00fchren zu weniger Privatpleiten<\/h4>\n<p>Im 1. Halbjahr 2017 mussten in Deutschland 45.145 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden. Damit verringerte sich die Zahl der Privatinsolvenzen in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,2 Prozent (1. Halbjahr 2016: 52.011 Privatinsolvenzen). Es ist der siebte R\u00fcckgang der Privatpleiten in Folge und der niedrigste Stand seit 2005. So lauten die zentralen Ergebnisse der CRIFB\u00dcRGEL Studie &#8222;Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2017&#8220;.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Privatpersonen profitieren weiterhin von den insbesondere binnenwirtschaftlich g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen. Eine niedrige Arbeitslosenzahl und eine verbesserte Einkommenssituation f\u00fchren dazu, dass immer weniger Bundesb\u00fcrger eine private Insolvenz anmelden m\u00fcssen. &#8222;Hauptursache f\u00fcr eine private Insolvenz ist die Arbeitslosigkeit. Die Formel f\u00fcr weniger Insolvenzen ist relativ einfach. Wenn die Besch\u00e4ftigtenzahlen steigen und die B\u00fcrger mehr Geld in der Tasche haben, sinkt im Normalfall auch die Quote der Privatinsolvenzen&#8220;, begr\u00fcndet CRIFB\u00dcRGEL Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Ingrid Riehl den erneuten R\u00fcckgang. &#8222;Eine Zunahme der finanziellen Belastungen der Verbraucher, etwa durch eine Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt oder eine Zinswende, w\u00fcrde zu einem Anstieg der Privatinsolvenzen f\u00fchren&#8220;, so Riehl. Ein weiterer Grund f\u00fcr weniger Privatinsolvenzen ist eher methodischer Natur seitens der Betroffenen. So sehen viele \u00fcberschuldete B\u00fcrger, die ein Pf\u00e4ndungsschutzkonto nutzen, keine Notwendigkeit, eine Privatinsolvenz anzumelden. Dies ist dann der Fall, wenn das monatliche Einkommen so gering ist, dass es unter dem pf\u00e4ndbaren Betrag liegt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtjahr rechnet CRIFB\u00dcRGEL mit insgesamt 88.000 Privatinsolvenzen in Deutschland.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart-300dpi.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Privatinsolvenzen nach Regionen: Der Norden bleibt Insolvenzhochburg<\/h4>\n<p>Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein geh\u00f6ren im 1. Halbjahr 2017 zu den Insolvenzhochburgen in Deutschland. Im bundesweiten, relativen Vergleich gab es in Bremen mit 81 F\u00e4llen je 100.000 Einwohner die meisten Verbraucherinsolvenzen. Es folgen mit Hamburg (77 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) und Schleswig-Holstein (75) zwei weitere Bundesl\u00e4nder aus dem Norden Deutschlands. Der Bundesdurchschnitt lag in den ersten sechs Monaten bei 55 Insolvenzen je 100.000 Einwohner. Am wenigsten Privatinsolvenzen meldete in den ersten sechs Monaten Hessen (40 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner). Ebenfalls niedrige Werte lieferten Bayern (42) und Baden-W\u00fcrttemberg (43).<\/p>\n<p>Zwischen den Bundesl\u00e4ndern gibt es auch bei den absoluten Zahlen gro\u00dfe Abweichungen, die nat\u00fcrlich mit der Bev\u00f6lkerungsanzahl zusammenh\u00e4ngen. Die meisten Schuldner kamen im 1. Halbjahr 2017 aus Nordrhein-Westfalen (10.579 Privatinsolvenzen), Niedersachsen (5.627) und Bayern (5.384).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/02-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr-2017-10000-unternehmen-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: In Th\u00fcringen steigen die Privatinsolvenzen an<\/h4>\n<p>Vor allem in Hessen m\u00fcssen immer weniger \u00fcberschuldete B\u00fcrger eine Privatinsolvenz anmelden. Die Zahl sank im 1. Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 30,4 Prozent. Deutliche R\u00fcckg\u00e4nge meldeten auch die Bundesl\u00e4nder Bremen (minus 27,3 Prozent), Sachsen (minus 20,6 Prozent), Niedersachsen (minus 18,4 Prozent) und Rheinland-Pfalz (minus 16,8 Prozent). Einzig in Th\u00fcringen (plus 8,9 Prozent) zeigte sich der bundesweite Trend sinkender Privatinsolvenzen nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/03-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr-2017-absolut-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Privatinsolvenzen nach Geschlecht: Mehr M\u00e4nner als Frauen melden eine Insolvenz an<\/h4>\n<p>Beim Blick auf die Geschlechter wird eines klar: Privatinsolvenz ist weiterhin vor allem ein m\u00e4nnliches Ph\u00e4nomen. 59,1 Prozent (26.675) aller Privatpleiten im ersten Halbjahr 2017 betreffen M\u00e4nner. Auch im relativen Vergleich der Geschlechter sind die M\u00e4nner f\u00fchrend.  Auf 100.000 M\u00e4nner entfielen im 1. Halbjahr 2017 65 Privatinsolvenzen. Demgegen\u00fcber stehen 44 Privatpleiten je 100.000 weibliche Einwohner. Der Hauptgrund daf\u00fcr, dass mehr M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden als Frauen, liegt darin, dass der Mann in vielen Familien &#8211; trotz der ver\u00e4nderten Lebensformen und Rollenbilder &#8211; weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher gilt. Dieser kommt im Falle einer Familien\u00fcberschuldung f\u00fcr diese auf und meldet dann die Privatinsolvenz an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/04-privatinsolvenzen-1halbjahr2017-geschlecht-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Privatinsolvenzen nach Alter: Sinkende Privatinsolvenzen in allen Altersklassen<\/h5>\n<p>Der positive Trend sinkender Privatinsolvenzen zeigt sich auch bei der Analyse der Altersklassen. Die st\u00e4rksten R\u00fcckg\u00e4nge gab es in der j\u00fcngsten Altersgruppe der 18- bis 20-J\u00e4hrigen (minus 21,2 Prozent) sowie bei den 41- bis 50-J\u00e4hrigen (minus 16,9 Prozent). Den gr\u00f6\u00dften Anteil am Insolvenzgeschehen haben B\u00fcrger zwischen 31 und 40 Jahren. In dieser Altersklasse mussten 12.197 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden (Anteil am Insolvenzgeschehen: 27 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/05-privatinsolvenzen-1halbjahr2017-alter-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Ursachen der Privatinsolvenz: Sechs Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr eine Verbraucherinsolvenz<\/h4>\n<p>In den meisten F\u00e4llen wird einer der sechs Haupt\u00fcberschuldungsgr\u00fcnde als Ursache f\u00fcr eine Privatinsolvenz genannt.  Zu den Gr\u00fcnden geh\u00f6ren Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsf\u00fchrung, Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit.<\/p>\n<p>Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften. Die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen liegt in der Summe bei rund 32.000 Euro.<\/p>\n<p><em>Quelle: CRIF B\u00fcrgel GmbH<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung: Niedrige Arbeitslosenquote und verbesserte Einkommenssituation f\u00fchren zu weniger Privatpleiten Im 1. Halbjahr 2017 mussten in Deutschland 45.145 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden. 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