{"id":3149,"date":"2017-02-24T09:52:17","date_gmt":"2017-02-24T08:52:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3149"},"modified":"2017-02-24T09:52:17","modified_gmt":"2017-02-24T08:52:17","slug":"schuldenbarometer-2016-rueckgang-der-privatinsolvenzen-in-deutschland-immer-mehr-aeltere-rutschen-in-die-pleite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2017\/02\/24\/schuldenbarometer-2016-rueckgang-der-privatinsolvenzen-in-deutschland-immer-mehr-aeltere-rutschen-in-die-pleite\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 2016: R\u00fcckgang der Privatinsolvenzen in Deutschland &#8211; immer mehr \u00c4ltere rutschen in die Pleite"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/00-privatinsolvenzen-2016-deutschland1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>1. \u00dcberblick: Privatinsolvenzen sinken um 6,4 Prozent<\/h4>\n<p>Die Zahl der Privatinsolvenzen ist 2016 erneut zur\u00fcckgegangen. Im vergangenen Jahr verringerten sich die privaten Pleiten um 6,4 Prozent auf 100.984 F\u00e4lle (2015: 107.919 Privatinsolvenzen). So lauten die Ergebnisse der B\u00fcrgel Studie &#8222;Schuldenbarometer 2016&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Die Privatinsolvenzen sind durch den sechsten R\u00fcckgang in Folge auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken&#8220;, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus-J\u00fcrgen Baum die Zahlen. Im bisherigen Rekord-Insolvenzjahr 2010 mussten in Deutschland noch 139.110 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden.<\/p>\n<p>Hauptursache f\u00fcr den weiteren R\u00fcckgang bei den Privatinsolvenzen ist die weiterhin niedrige Arbeitslosenquote in Deutschland. &#8222;Auch wenn die Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Verschuldung unterschiedlich und individuell sind, ist Arbeitslosigkeit der h\u00e4ufigste Grund f\u00fcr eine Verbraucherinsolvenz. Die Formel ist daher einfach. Wenn die Besch\u00e4ftigtenzahlen steigen, sinken die Zahlen der Privatinsolvenzen&#8220;, so Baum. Positiv wirkte sich 2016 f\u00fcr die Verbraucher auch ein Anstieg der Reall\u00f6hne aus. Ein weiterer Grund f\u00fcr das Absinken der Privatpleiten ist methodischer Natur. So sehen viele \u00fcberschuldete B\u00fcrger, die ein Pf\u00e4ndungsschutzkonto nutzen, keine Notwendigkeit, eine Privatinsolvenz anzumelden. Dies ist der Fall, wenn das monatliche Einkommen der Betroffenen so gering ist, dass es unter dem pf\u00e4ndbaren Betrag liegt.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nF\u00fcr das laufende Jahr rechnet die Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel mit bis zu 98.000 Privatinsolvenzen in Deutschland und mit dem siebten R\u00fcckgang in Folge.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_31.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Privatinsolvenzen im Alter: F\u00fcnfter Anstieg in Folge<\/h4>\n<p>Die Entwicklung bei den Privatinsolvenzen in der Altersgruppe &#8222;61 Jahre und \u00e4lter&#8220; ging auch im Jahr 2016 in eine Gegenrichtung. So stiegen die Privatpleiten bei den \u00e4lteren Bundesb\u00fcrgern um 0,9 Prozent auf 10.844 F\u00e4lle (Anteil am Insolvenzgeschehen: 10,7 Prozent). Dies war in der betrachteten Altersgruppe bereits der f\u00fcnfte Anstieg in Folge. Das Problem der Privatinsolvenzen im Alter wird noch deutlicher, wenn die Entwicklung der Privatinsolvenzen in den letzten f\u00fcnf Jahren analysiert wird. W\u00e4hrend die Privatpleiten in Deutschland von 2011 (136.033 F\u00e4lle) bis 2016 insgesamt um 25,8 Prozent zur\u00fcckgegangen sind, gab es im gleichen Zeitraum in der Altersgruppe &#8222;61 Jahre und \u00e4lter&#8220; einen Anstieg um 23,9 Prozent (2011: 8.755 F\u00e4lle).  <\/p>\n<p>Ursachen f\u00fcr eine Privatinsolvenz im Alter resultieren aus dem problematischen Arbeitsmarkt in der Vergangenheit und dem Wandel der Erwerbsformen. Dazu z\u00e4hlt beispielsweise die  Zunahme von Niedriglohnbesch\u00e4ftigung und in der Folge eine entsprechend geringe Altersrente. Dass die Renten nicht ausreichen, beruht in vielen F\u00e4llen auch auf einer Erwerbsbilanz mit Unterbrechungen. Das Risiko einer Privatinsolvenz im Alter wird zudem durch hohe Kosten im Krankheitsfall erh\u00f6ht. Zu den Betroffenen von Privatinsolvenzen in der Altersgruppe &#8222;61 Jahre und \u00e4lter&#8220; z\u00e4hlen auch ehemals Selbstst\u00e4ndige, da bei ihnen die Altersvorsorge aufgrund der fehlenden Pflicht h\u00e4ufig auf der Strecke bleibt.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungen in Verbindung mit dem demografischen Wandel werden dazu f\u00fchren, dass k\u00fcnftig eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Bev\u00f6lkerungsgruppe vor finanziellen Problemen im Alter stehen wird.<\/p>\n<p>In allen anderen betrachteten Altersgruppen gingen die Privatinsolvenzen zur\u00fcck. Den st\u00e4rksten R\u00fcckgang gab es in der j\u00fcngsten Altersgruppe der 18-20-j\u00e4hrigen (minus 16,0 Prozent). Den gr\u00f6\u00dften Anteil an der Privatinsolvenzstatistik haben B\u00fcrger zwischen 31 und 40 Jahren. In dieser Altersklasse mussten 27.140 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden (Anteil am Insolvenzgeschehen: 26,9 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/02-privatinsolvenzen-2016-alter-jahresvergleich-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. Vergleich der Bundesl\u00e4nder: Bremen und Saarland sind die Insolvenzhochburgen<\/h4>\n<p>Wie schon in der Vergangenheit war das Bundesland Bremen auch im Jahr 2016 eine Insolvenzhochburg. In dem Stadtstaat gab es auf 100.000 Einwohner 212 Privatinsolvenzen und damit mit Abstand am meisten F\u00e4lle. Am zweith\u00e4ufigsten wurden im Jahr 2016 im Saarland Privatinsolvenzen gemeldet (175 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner). Danach folgen mit Niedersachsen (171 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner), Hamburg (166) und Schleswig-Holstein (157) Bundesl\u00e4nder aus dem Norden Deutschlands. Mit Sachsen-Anhalt (157), Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (je 136) sowie Nordrhein-Westfalen (132) liegen vier weitere Bundesl\u00e4nder \u00fcber dem Bundesdurchschnitt, der bei 123 Pleiten je 100.000 Einwohner liegt. Am wenigsten Privatinsolvenzen meldete im Jahr 2016 Bayern (86 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner). Ebenfalls niedrige Werte lieferten Baden-W\u00fcrttemberg (90) und Th\u00fcringen (102).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/03-privatinsolvenzen-pro-bundesland-2016-100000-einwohner-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>In der Analyse der absoluten Privatinsolvenzzahlen stehen die einwohnerstarken Bundesl\u00e4nder Nordrhein-Westfalen (23.588 Privatinsolvenzen); Niedersachsen (13.546) und Bayern (11.240) an der Spitze der Statistik.<\/p>\n<h4>4. Gro\u00dfstadtranking: In Hannover gibt es die meisten Pleiten<\/h4>\n<p>B\u00fcrgel hat auch die Situation der Privatinsolvenzen in den 20 Gro\u00dfst\u00e4dten analysiert. In diesem Ranking f\u00fchrt Hannover die Statistik mit 207 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner an. Ebenfalls viele Privatinsolvenzen meldeten auch die St\u00e4dte Bremen (204 Privatpleiten je 100.000 Einwohner), Wuppertal (172), Hamburg (166) und Leipzig (163). Bezogen auf die Gro\u00dfst\u00e4dte gab es die wenigsten Privatpleiten in Stuttgart. In der Hauptstadt Baden-W\u00fcrttembergs wurden 88 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner gemeldet. Dahinter rangieren M\u00fcnchen (90), M\u00fcnster (97), Bonn und Dresden (je 108).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/04-privatinsolvenzen-2016-grossstaedte-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Anstiege in Bremen und Th\u00fcringen<\/h4>\n<p>In 14 der 16 Bundesl\u00e4nder zeigt sich der bundesweite Trend der sinkenden Privatinsolvenzen. Den st\u00e4rksten R\u00fcckgang bei Privatpleiten im Jahr 2016 meldete Brandenburg  (minus 13,2 Prozent). Zweistellig sanken die Fallzahlen ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern (minus 11,9 Prozent) und in Berlin (minus 10,5 Prozent). Auch in Schleswig-Holstein (minus 8,4 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 8,1 Prozent), Sachsen (minus 7,5 Prozent), Hamburg (minus 7,0 Prozent) und Bayern (minus 6,6 Prozent) waren die R\u00fcckg\u00e4nge der Verbraucherinsolvenzen st\u00e4rker als im Bundesdurchschnitt. Lediglich in Bremen (plus 1,6 Prozent) und in Th\u00fcringen (plus 0,5 Prozent) zeigte sich der Trend r\u00fcckl\u00e4ufiger Privatpleiten nicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/05-privatinsolvenzen-pro-bundesland-2016-absolut-jahresvergleich-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Privatinsolvenzen nach Geschlecht: Mehr M\u00e4nner als Frauen von einer Privatinsolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Ein Trend der letzten Jahre setzte sich auch 2016 fort. M\u00e4nner m\u00fcssen in Deutschland eher eine  Privatinsolvenz anmelden als Frauen. Diese Aussage  bezieht sich sowohl auf die absoluten als auch auf die relativen Zahlen. W\u00e4hrend der Bundesdurchschnitt bei 123 F\u00e4llen je 100.000 Einwohner liegt, verantworteten m\u00e4nnliche Bundesb\u00fcrger im Jahr 2016 145 Privatpleiten je 100.000 Einwohner (absolut: 58.898 F\u00e4lle). Dem gegen\u00fcber stehen 42.086 Frauen, die eine private Insolvenz anmelden mussten. Anders ausgedr\u00fcckt wurden im vergangenen Jahr &#8211; weit unter dem Bundesdurchschnitt &#8211; 101 Frauen unter 100.000 B\u00fcrgern zahlungsunf\u00e4hig. Der Hauptgrund daf\u00fcr, dass mehr M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden als Frauen, liegt darin, dass der Mann in vielen Familien &#8211; trotz der ver\u00e4nderten Lebensformen und Rollenbilder &#8211; weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher gilt. Dieser kommt im Falle einer \u00dcberschuldung innerhalb der Familie f\u00fcr diese auf und meldet eine Privatinsolvenz an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/06-privatinsolvenzen-2016-geschlecht-jahresvergleich-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Ursachen der Privatinsolvenz: Sechs Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr eine Verbraucherinsolvenz<\/h4>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr Privatinsolvenzen sind in den meisten F\u00e4llen sehr unterschiedlich und individuell. Dennoch gibt es sechs Hauptursachen, die die Betroffenen in eine finanziell prek\u00e4re Lage f\u00fchren und damit eine Privatinsolvenz ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Zu den Gr\u00fcnden geh\u00f6ren Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsf\u00fchrung, Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit.<br \/>\nDer \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften. Die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen liegt bei rund 33.000 Euro.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. \u00dcberblick: Privatinsolvenzen sinken um 6,4 Prozent Die Zahl der Privatinsolvenzen ist 2016 erneut zur\u00fcckgegangen. Im vergangenen Jahr verringerten sich die privaten Pleiten um 6,4 Prozent auf 100.984 F\u00e4lle (2015: 107.919 Privatinsolvenzen). 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