{"id":3089,"date":"2016-09-26T07:33:19","date_gmt":"2016-09-26T06:33:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3089"},"modified":"2016-09-26T07:33:19","modified_gmt":"2016-09-26T06:33:19","slug":"firmeninsolvenzen-in-deutschland-sinken-auf-den-niedrigsten-stand-seit-1999-starker-anstieg-der-insolvenzschaeden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2016\/09\/26\/firmeninsolvenzen-in-deutschland-sinken-auf-den-niedrigsten-stand-seit-1999-starker-anstieg-der-insolvenzschaeden\/","title":{"rendered":"Firmeninsolvenzen in Deutschland sinken auf den niedrigsten Stand seit 1999 &#8211; starker Anstieg der Insolvenzsch\u00e4den"},"content":{"rendered":"<h4>1. Einleitung: Firmeninsolvenzen sinken &#8211; Sch\u00e4den steigen<\/h4>\n<p>Die Firmeninsolvenzen in Deutschland gehen weiter zur\u00fcck. Im 1. Halbjahr 2016 verringerte sich die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 11.035 F\u00e4lle. Auf Jahressicht erwartet die Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel bis zu 22.000 Unternehmensinsolvenzen. Dieser Wert w\u00e4re der niedrigste Stand bei den Firmenpleiten seit 1999. Ausschlaggebend f\u00fcr den erneuten R\u00fcckgang ist die weiterhin positive konjunkturelle Lage in Deutschland. Hinzu kommen die g\u00fcnstigen Finanzierungsbedingungen f\u00fcr Unternehmen sowie eine gute Infrastruktur und die Qualifikation der Arbeitskr\u00e4fte. Die positive Entwicklung der letzten Jahre hat auch daf\u00fcr gesorgt, dass viele Firmen ihr Eigenkapital erh\u00f6hen konnten und dadurch resistenter gegen kleinere Unternehmenskrisen geworden sind.<\/p>\n<p>Trotz dieser positiven Lage f\u00fcr die Unternehmen erwartet B\u00fcrgel im kommenden Jahr kein weiteres Absinken der Insolvenzen.<\/p>\n<p>&#8222;2017 gehen wir von stagnierenden Firmeninsolvenzzahlen aus&#8220;, sagt Klaus-J\u00fcrgen Baum. Der B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer begr\u00fcndet diese Prognose auch mit dem drastischen Anstieg der Insolvenzsch\u00e4den. &#8222;Im 1. Halbjahr lagen die durch Insolvenzen verursachten Sch\u00e4den bei circa 16,5 Milliarden Euro und damit rund doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Steigende Sch\u00e4den bei gleichzeitig sinkenden Zahlen sind ein Indikator f\u00fcr das Auftreten von Insolvenzen gro\u00dfer Unternehmen.&#8220; Dies vergr\u00f6\u00dfert die Gefahr von Anschlussinsolvenzen und Dominoeffekten, wenn zum Beispiel Lieferanten oder Kunden der betroffenen Unternehmen mit in den Insolvenzstrudel gerissen werden. Die durchschnittliche Summe der Sch\u00e4den belief sich von Januar bis Juni auf knapp 1,5 Millionen Euro pro Firmeninsolvenz.<\/p>\n<p>F\u00fcr stagnierende Zahlen im Jahr 2017 spricht aber auch die Entwicklung bei den Firmeninsolvenzen der letzten Jahre. 2016 werden die Insolvenzen das siebte Mal in Folge zur\u00fcckgehen. Vergleicht man das Krisenjahr 2009 mit dem Jahr 2016, betr\u00e4gt der R\u00fcckgang knapp 35 Prozent. Bei nur noch 22.000 Firmeninsolvenzen im Jahr 2016 ist ein Tiefstand erreicht, der kaum noch unterboten werden kann. Ein Gro\u00dfteil der Firmeninsolvenzen resultiert, unabh\u00e4ngig von der konjunkturellen Entwicklung, vor allem auch aus Fehlern des Managements, mangelnder Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen und\/oder Branchenrisiken resultiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/01-firmeninsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Vergleich der Bundesl\u00e4nder: Bremen, Nordrein-Westfalen und Hamburg f\u00fchrend in der Insolvenzstatistik<\/h4>\n<p>Regional ist die Zahl der Insolvenzen unterschiedlich ausgepr\u00e4gt. Bezogen auf die Insolvenzdichte (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) steht Bremen im 1. Halbjahr mit 54 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen an der Spitze. Damit liegt der Stadtstaat deutlich \u00fcber dem Bundesdurchschnitt von 34 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen. Deutlich mehr Insolvenzen als im Schnitt gab es auch in den Bundesl\u00e4ndern Nordrhein-Westfalen (52), Hamburg (51) und Saarland (50). Deutlich entspannter ist die Situation in Baden-W\u00fcrttemberg, wo nur 18 von 10.000 Unternehmen eine Insolvenz anmelden mussten. Aber auch in Bayern (22), Th\u00fcringen (23), Rheinland-Pfalz (24) und Brandenburg (26) ist die Insolvenzh\u00e4ufigkeit der Unternehmen gering.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/02-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr2016-10000-unternehmen-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: St\u00e4rkster Anstieg in Sachsen<\/h4>\n<p>Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schneidet Sachsen mit einem Anstieg von 23,2 Prozent bundesweit am schlechtesten ab. Auch das Saarland (plus 19 Prozent) sowie die L\u00e4nder Brandenburg (plus 3,9 Prozent), Niedersachsen (plus 2,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 1,8 Prozent) und Hamburg (plus 1,1 Prozent) melden mehr Firmeninsolvenzen als noch vor einem Jahr. Deutlich entspannt hat sich die Situation in Rheinland-Pfalz (minus 17 Prozent), Baden-W\u00fcrttemberg (minus 15,4 Prozent), Th\u00fcringen (minus 14,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (minus 10 Prozent). Aber auch in Berlin, Bayern und Hessen sinken die Insolvenzzahlen st\u00e4rker als im Bundesschnitt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/03-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr2016-absolut-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Firmeninsolvenzen nach Rechtsformen: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) ist insolvenzanf\u00e4llig<\/h4>\n<p>Weiter erh\u00f6ht hat sich der Anteil der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) am Insolvenzgeschehen. Im 1. Halbjahr waren knapp 10 Prozent (1.100) der Unternehmen als UG gemeldet. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland entf\u00e4llt im 1. Halbjahr 2016 auf Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen (41,3 Prozent). Knapp dahinter rangiert die Rechtsform GmbH mit 4.392 Insolvenzen (Anteil am Insolvenzgeschehen: 39,8).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/04-firmeninsolvenzen-1halbjahr2016-rechtsform-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Firmeninsolvenzen nach Branchen: Am meisten Firmenpleiten im Handel<\/h4>\n<p>Die Analyse der Branchen zeigt, dass Unternehmen aus dem Bereich &#8222;Handel&#8220; mit knapp 18 Prozent (1.985 F\u00e4lle) den gr\u00f6\u00dften Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland haben. Es folgen die Branchen Baugewerbe (Anteil am Insolvenzgeschehen: 17 Prozent; 1.878 F\u00e4lle), freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (11,1 Prozent; 1.230 F\u00e4lle) und Gastgewerbe (10,9 Prozent; 1.200 F\u00e4lle).<\/p>\n<h4>6. Warum melden Unternehmen eine Insolvenz an?<\/h4>\n<p>Es gibt bei Firmeninsolvenzen in den meisten F\u00e4llen nicht die Insolvenzursache, sondern Firmenpleiten entstehen h\u00e4ufig aus dem Zusammenwirken der unterschiedlichen krisenverursachenden Faktoren. Die konjunkturelle Lage ist dabei nur einer der Treiber, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst.<br \/>\nDaneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Gr\u00fcnde f\u00fcr Unternehmensinsolvenzen. \u00c4nderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkurs\u00e4nderungen im Au\u00dfenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Gesch\u00e4ftspartners (Dominoeffekt) sind Beispiele f\u00fcr Einfl\u00fcsse von au\u00dfen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken k\u00f6nnen. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, M\u00e4ngel im Produktbereich (Qualit\u00e4t, Preis, Produkteigenschaften), F\u00fchrungsprobleme oder Managementfehler k\u00f6nnen in allen betrieblichen Funktionsbereichen begr\u00fcndet liegen und eine Insolvenz ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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