{"id":3079,"date":"2016-09-19T08:45:26","date_gmt":"2016-09-19T07:45:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3079"},"modified":"2016-09-19T08:45:26","modified_gmt":"2016-09-19T07:45:26","slug":"schuldenbarometer-1-halbjahr-2016-rueckgang-bei-privatinsolvenzen-verlangsamt-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2016\/09\/19\/schuldenbarometer-1-halbjahr-2016-rueckgang-bei-privatinsolvenzen-verlangsamt-sich\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2016: R\u00fcckgang bei Privatinsolvenzen verlangsamt sich"},"content":{"rendered":"<h4>1. Einleitung: Leichter Anstieg bei den Privatinsolvenzen im Jahr 2016 m\u00f6glich<\/h4>\n<p>Der R\u00fcckgang bei den Privatinsolvenzen in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr abgeschw\u00e4cht. In den ersten sechs Monaten des Jahres mussten 52.011 Verbraucher eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem R\u00fcckgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2015 sind die privaten Insolvenzen noch um 8,9 Prozent zur\u00fcckgegangen. So lauten die Ergebnisse aus dem aktuellen &#8222;Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2016&#8220; der Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel.<\/p>\n<p>Ein isolierter Blick auf das zweite Quartal 2016 best\u00e4tigt diesen Trend. So gab es von M\u00e4rz bis Juni (26.362) im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres (26.146) bereits einen Anstieg der Fallzahlen um 0,8 Prozent.<\/p>\n<p>&#8222;Aufgrund dieser Entwicklung k\u00f6nnen wir einen Anstieg der Privatinsolvenzen zum Jahresende nicht mehr ausschlie\u00dfen. Der Tiefpunkt bei den Verbraucherinsolvenzen scheint langsam erreicht zu sein &#8222;, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Klaus-J\u00fcrgen Baum die aktuellen Zahlen.<br \/>\nDie r\u00fcckl\u00e4ufige Entwicklung bei den Privatinsolvenzen in den letzten f\u00fcnf Jahren ist vor allem durch den R\u00fcckgang der Arbeitslosigkeit begr\u00fcndet. &#8222;Ein geringerer R\u00fcckgang bei der Arbeitslosenquote f\u00fchrt aktuell auch zu einem verlangsamten R\u00fcckgang bei den Privatinsolvenzen. Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen w\u00fcrde auch die Privatinsolvenzen steigen lassen&#8220;, so Baum.<!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 2016 geht B\u00fcrgel von maximal 108.000 Privatinsolvenzen in Deutschland aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Regionale Analyse: In Bremen und Hamburg gibt es die meisten Privatinsolvenzen<\/h4>\n<p>Wie schon in der Vergangenheit bleibt der Norden Deutschlands eine Insolvenzhochburg. Die meisten Privatinsolvenzen im 1. Halbjahr 2016 meldeten Bundesb\u00fcrger in Bremen an. In dem Stadtstaat kommen auf 100.000 Einwohner 111 Privatinsolvenzen. An zweiter Stelle der Insolvenzstatistik steht Hamburg mit 90 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Es folgen Niedersachsen (88) und das Saarland (87). Deutlich \u00fcber dem Bundesdurchschnitt von 64 Insolvenzen je 100.000 Einwohner liegen auch die L\u00e4nder Schleswig-Holstein (83), Sachsen-Anhalt (79), Mecklenburg-Vorpommern (75) und Brandenburg (71). Leicht mehr Insolvenzen als im Durchschnitt gab es in Nordrhein-Westfalen (68) und Berlin (65). Die wenigsten Privatinsolvenzen bundesweit meldeten Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern (46). Auch Th\u00fcringen (51), Hessen (59), Rheinland-Pfalz und Sachsen (je 60) liegen unter dem Bundesdurchschnitt.<\/p>\n<p>In der absoluten Betrachtung stehen die Bundesl\u00e4nder Nordrhein-Westfalen (12.073), Niedersachsen (6.896) und Bayern (5.881) an der Spitze der Privatinsolvenzstatistik.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/02-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr2016-100000-einwohner-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3.Prozentuale Ver\u00e4nderungen: In acht Bundesl\u00e4ndern steigen die Fallzahlen an<\/h4>\n<p>Der Trend steigender Privatinsolvenzen zeigt sich im 1. Halbjahr 2016 bereits in acht Bundesl\u00e4ndern. In Th\u00fcringen stiegen die Zahlen mit f\u00fcnf Prozent am st\u00e4rksten. Ebenfalls mehr Privatinsolvenzen als noch vor einem Jahr gab es in Hessen (plus 2,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 1,7 Prozent) und Niedersachsen (plus 1,2 Prozent). Zuw\u00e4chse unter einem Prozent meldeten Bremen (plus 0,8 Prozent), Baden-W\u00fcrttemberg (plus 0,6 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 0,4 Prozent) und Hamburg (plus 0,3 Prozent).<\/p>\n<p>Deutlich weniger Bundesb\u00fcrger waren in Brandenburg von einer privaten Insolvenz betroffen. Hier sanken die Fallzahlen um 13,3 Prozent. Aber auch in Nordrhein-Westfalen (minus 3,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (minus 3,4 Prozent) und im Saarland (minus 3,1 Prozent) wurden weniger Privatinsolvenzen angemeldet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/03-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr2016-absolut-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Privatinsolvenzen nach Geschlecht: M\u00e4nner f\u00fchrend bei Privatinsolvenzen<\/h4>\n<p>Wie schon in der Vergangenheit mussten auch im 1. Halbjahr 2016 mehr M\u00e4nner als Frauen den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Diese Aussage bezieht sich sowohl auf die relativen als auch auf die absoluten Zahlen. So nehmen M\u00e4nner mit 75 je 100.000 Einwohner einen \u00fcberdurchschnittlichen Anteil an den Privatinsolvenzen in Deutschland ein. Demgegen\u00fcber stehen in der relativen Betrachtung 52 von 100.000 weiblichen Einwohnern. Die R\u00fcckg\u00e4nge sind bei Frauen (minus 1,5 Prozent) und M\u00e4nnern (minus 1,4 Prozent) nahezu identisch.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund daf\u00fcr, dass eher M\u00e4nner eine Privatinsolvenz anmelden als Frauen liegt darin, dass der Mann in vielen Familien &#8211; trotz der ver\u00e4nderten Lebensformen und Rollenbilder &#8211; weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher gilt. Dieser kommt im Falle einer Familien\u00fcberschuldung  f\u00fcr die Verbindlichkeiten auf und meldet eine Privatinsolvenz an. Bei den Frauen sind verst\u00e4rkt Alleinerziehende von einer Privatinsolvenz betroffen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/04-privatinsolvenzen-1halbjahr2016-geschlecht-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Privatinsolvenzen nach Altersgruppen: \u00c4ltere Bundesb\u00fcrger erneut st\u00e4rker von einer Privatinsolvenz betroffen<\/h4>\n<p>2016 droht auf Jahressicht der f\u00fcnfte Anstieg in Folge in der Altersgruppe 61 Jahre und \u00e4lter. In den ersten sechs Monaten des Jahres stiegen die Fallzahlen bei den Senioren um 1,9 Prozent.<br \/>\nUrsachen f\u00fcr eine \u00dcberschuldung im Alter resultieren aus dem schlechten Arbeitsmarkt in der Vergangenheit und dem Wandel der Erwerbsformen. Dazu z\u00e4hlen die Zunahme von Niedriglohnbesch\u00e4ftigung und Langzeitarbeitslosigkeit sowie Anstiege der Unterbrechungen in den Verl\u00e4ufen des Erwerbseinkommens.<br \/>\nDie Gr\u00fcnde liegen auch in der Senkung des Rentenniveaus. Steigende Steuern und Sozialabgaben bei sinkenden Renten werden das Problem in Zukunft verst\u00e4rken. Das Risiko einer Privatinsolvenz im Alter wird zudem durch hohe Kosten im Krankheitsfall und eine gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit erh\u00f6ht. Diese Entwicklungen in Verbindung mit dem demografischen Wandel werden dazu f\u00fchren, dass k\u00fcnftig eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Bev\u00f6lkerungsgruppe vor finanziellen Problemen im Alter stehen wird.<\/p>\n<p>Einen Anstieg gab es ebenfalls bei den Bundesb\u00fcrgern, die zwischen 21 und 30 Jahre alt sind (plus 0,4 Prozent).<br \/>\nPositiver ist die Entwicklung in der j\u00fcngsten Altersgruppe (18-20 Jahre, minus 6,6 Prozent) sowie bei den 41-50-J\u00e4hrigen (minus 4,2 Prozent) und bei den 51-60-J\u00e4hrigen (minus 2,7) Prozent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/05-privatinsolvenzen-1halbjahr2016-alter-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Ursachen der Privatinsolvenz: Sechs Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr eine private Insolvenz<\/h4>\n<p>Vor dem Schritt in die Privatinsolvenz m\u00fcssen Personen nicht zwingend hoch \u00fcberschuldet gewesen sein. \u00dcber alle Altersgruppen hinweg liegt die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen bei ungef\u00e4hr 33.500 Euro. Bei unter den 25-J\u00e4hrigen ist der Wert jedoch weitaus geringer. Hier liegt die durchschnittliche Schuldensumme bei knapp unter 10.000 Euro. Mit steigendem Alter steigen auch die Schulden auf bis zu einem Durchschnitt von 43.000 Euro bei den Bundesb\u00fcrgern in der Altersgruppe 61 Jahre und \u00e4lter. Die wesentlichen Ursachen f\u00fcr eine Privatinsolvenz sind eng verbunden mit der Einkommenssituation der betroffenen Personen. Es gibt sechs Hauptursachen (&#8222;Big Six&#8220;), die immer wieder Erw\u00e4hnung finden, wenn es um die Ursachen oder die Gr\u00fcnde von Privatinsolvenzen geht. Zu den Gr\u00fcnden geh\u00f6ren Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten, Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit. Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz steht vor allem bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften in der Kreide.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung: Leichter Anstieg bei den Privatinsolvenzen im Jahr 2016 m\u00f6glich Der R\u00fcckgang bei den Privatinsolvenzen in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr abgeschw\u00e4cht. In den ersten sechs Monaten des Jahres mussten 52.011 Verbraucher eine Insolvenz anmelden. 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