{"id":3045,"date":"2016-06-22T12:34:24","date_gmt":"2016-06-22T11:34:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=3045"},"modified":"2016-06-22T12:34:24","modified_gmt":"2016-06-22T11:34:24","slug":"firmeninsolvenzen-sinken-im-1-quartal-um-35-prozent-deutlicher-anstieg-der-firmenpleiten-in-sachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2016\/06\/22\/firmeninsolvenzen-sinken-im-1-quartal-um-35-prozent-deutlicher-anstieg-der-firmenpleiten-in-sachsen\/","title":{"rendered":"Firmeninsolvenzen sinken im 1. Quartal um 3,5 Prozent &#8211; deutlicher Anstieg der Firmenpleiten in Sachsen"},"content":{"rendered":"<h4>1. \u00dcberblick: Gute Rahmenbedingungen lassen Firmeninsolvenzen weiter sinken<\/h4>\n<p>Die Firmeninsolvenzen gehen zu Beginn des Jahres 2016 weiter zur\u00fcck. In den ersten drei Monaten des Jahres meldeten 3,5 Prozent weniger Unternehmen eine Insolvenz  an als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Insgesamt waren von Januar bis M\u00e4rz 5.509 Unternehmen von einer Pleite betroffen.<\/p>\n<p>&#8222;Deutschland ist f\u00fcr Unternehmen weiterhin ein Standort mit attraktiven Rahmenbedingungen. Eine gute Infrastruktur und Qualifikation der Arbeitskr\u00e4fte sowie die weiterhin positive konjunkturelle Lage sorgen daf\u00fcr, dass es einem Gro\u00dfteil der Firmen in Deutschland weiterhin gut geht&#8220;, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin die erneut sinkenden Firmeninsolvenzzahlen. &#8222;Da ein enger Zusammenhang zwischen der konjunkturellen Entwicklung und der Insolvenzh\u00e4ufigkeit von Unternehmen besteht, ist der Haupttreiber f\u00fcr den erneuten R\u00fcckgang der Firmeninsolvenzen in dem guten konjunkturellen Umfeld zu sehen&#8220;, so Dr. Sellin.<\/p>\n<p>Auch auf Jahressicht geht die Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel von weiter sinkenden Insolvenzen aus. &#8222;Im g\u00fcnstigsten Fall rechnen wir f\u00fcr 2016 mit 22.500 Firmeninsolvenzen&#8220;, sagt Dr. Sellin. Es w\u00e4re der siebte R\u00fcckgang in Folge und der niedrigste Stand seit der neuen Insolvenzordnung aus dem Jahr 1999. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2003 (39.320 Firmeninsolvenzen insgesamt) gab es im 1. Quartal noch 9.747 Firmenpleiten und damit 76,9 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten diesen Jahres.<\/p>\n<p>Risiken f\u00fcr die Insolvenzprognose liegen in den zahlreichen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten. Vor allem ein m\u00f6glicher &#8222;Brexit&#8220; k\u00f6nnte f\u00fcr einen Teil der deutschen Unternehmen problematisch werden, denn Gro\u00dfbritannien ist f\u00fcr Deutschland der drittwichtigste Exportmarkt weltweit.  &#8222;Ein &#8222;Brexit&#8220; h\u00e4tte negative Auswirkungen f\u00fcr die deutschen Exporteure und k\u00f6nnte die prognostizierte Zahl an Insolvenzen erh\u00f6hen&#8220;, erkl\u00e4rt Dr. Sellin.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/01-firmeninsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<h4>2. Firmeninsolvenzen sinken &#8211; Insolvenzsch\u00e4den steigen<\/h4>\n<p>Trotz sinkender Zahlen bei den Firmeninsolvenzen stiegen im 1. Quartal 2016 die voraussichtlichen Forderungen der Gl\u00e4ubiger auf circa 4,9 Milliarden Euro (1. Quartal 2015: 4,2 Milliarden Euro).  Damit hat sich die Schadenssumme gegen\u00fcber dem Vorjahr um 16,7 Prozent erh\u00f6ht. In knapp einem Viertel der F\u00e4lle wurde das Insolvenzverfahren mangels Masse abgelehnt, d.h. es handelt sich um Unternehmen, bei denen das Verm\u00f6gen nicht einmal ausgereicht hat, um die Kosten eines Insolvenzverfahrens zu decken.<\/p>\n<p>Die durchschnittliche Summe der Sch\u00e4den belief sich von Januar bis M\u00e4rz auf knapp 890.000 Euro pro Firmeninsolvenz. Die h\u00f6chsten Forderungen je Firmeninsolvenz meldeten Gl\u00e4ubiger in Bremen an (circa 3.250.000 Euro Schadenssumme je Firmeninsolvenz). \u00dcber dem Schaden von einer Million Euro pro Firmeninsolvenz liegen auch die Bundesl\u00e4nder Hessen (circa 2.050.000 Euro), Niedersachsen (circa 1.545.000 Euro), Hamburg (circa 1.385.000 Euro) und Baden-W\u00fcrttemberg (circa 1.100.000 Euro). Im Saarland bel\u00e4uft sich der durchschnittliche Schaden pro Firmeninsolvenz auf knapp 173.000 Euro. Dies ist der geringste Wert bundesweit.<br \/>\nIn der absoluten Analyse kommen die h\u00f6chsten Forderungen von Gl\u00e4ubigern aus Nordrhein-Westfalen. Die 1.727 Firmeninsolvenzen im 1. Quartal 2016 summieren sich zu einer Schadenssumme von 1,4 Milliarden Euro.<\/p>\n<h4>3. Firmeninsolvenzen je Bundesland: Bremen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland f\u00fchren die  Insolvenzstatistik an<\/h4>\n<p>In absoluten Zahlen gab es die meisten der 5.509 Firmeninsolvenzen in Nordrhein-Westfalen (1.727), Bayern (689), Niedersachsen (463) und Baden-W\u00fcrttemberg (422). Aussagekr\u00e4ftiger ist die relative Betrachtung. Danach mussten in Baden-W\u00fcrttemberg (9 je 10.000 Unternehmen), Th\u00fcringen (10 je 10.000 Unternehmen), Bayern (11) und Rheinland-Pfalz (12) am wenigsten Firmen aufgeben. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 17 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Unter diesem Wert rangieren auch noch die Bundesl\u00e4nder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 13 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) und Hessen (15). Niedersachsen liegt mit 17 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen im Bundesdurchschnitt.<\/p>\n<p>Am schwierigsten ist die Lage in Bremen mit 34 Insolvenzf\u00e4llen je 10.000 Firmen. Auch in Nordrhein-Westfalen und im Saarland (je 26) sowie in Hamburg (25) ist die Situation angespannt. In Berlin (23), Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein (je 21) sowie in Sachsen (20) liegen die Insolvenzzahlen \u00fcber dem Bundesdurchschnitt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/02-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1quartal2016-10000-unternehmen-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: In Th\u00fcringen sinken die Firmenpleiten um 24 Prozent &#8211; Anstieg in Sachsen um 16,9 Prozent<\/h4>\n<p>Betrachtet man die prozentualen Ver\u00e4nderungen im Vergleich zum 1. Quartal 2015, schneidet Sachsen am schlechtesten ab. In Sachsen stiegen die Insolvenzzahlen um 16,9 Prozent &#8211; bundesweit der st\u00e4rkste Anstieg. Auch im Saarland (plus 11,3 Prozent) sowie in Sachsen-Anhalt (plus 8,4 Prozent), Brandenburg (plus 8,3 Prozent), Niedersachsen (plus 3,3 Prozent) und Bayern (plus 3,1 Prozent) mussten mehr Firmen eine Insolvenz anmelden. Am deutlichsten entspannt hat sich die Lage in Th\u00fcringen (minus 24 Prozent). Deutliche R\u00fcckg\u00e4nge gab es zudem in Rheinland-Pfalz (minus 19,6 Prozent), Schleswig-Holstein (minus 9,9 Prozent), Hessen (minus 9,7 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 8,1 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 5,2 Prozent). In Bremen meldeten wie schon im Vorjahr 76 Unternehmen eine Insolvenz an. Unterdurchschnittliche R\u00fcckg\u00e4nge meldeten Berlin (minus 0,6 Prozent), Baden-W\u00fcrttemberg (minus 1,9 Prozent) und Hamburg (minus 2,2 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/03-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1quartal2016-absolut-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Firmeninsolvenzen nach Rechtsformen: Zwei Rechtsformen dominieren die Insolvenzstatistik<\/h4>\n<p>Wie schon in den letzten Jahren mussten vor allem Einzelfirmen und Gewerbebetriebe sowie GmbHs zwischen Januar und Ende M\u00e4rz einen Antrag auf die Er\u00f6ffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Der Anteil dieser Rechtsformen an allen Insolvenzen im 1. Quartal 2016  betr\u00e4gt 80,1 Prozent. Die  Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) setzte den Trend der steigenden Insolvenzzahlen fort. Die Firmeninsolvenzen bei den UGs stiegen um 5,7 Prozent auf 500 F\u00e4lle.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/04-firmeninsolvenzen-1quartal2016-rechtsform-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Firmeninsolvenzen nach Unternehmensalter: Mehr \u00e4ltere Unternehmen von einer Insolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Im 1. Quartal 2016 wurden 1.280 Insolvenzen von Firmen angemeldet, die nicht l\u00e4nger als zwei Jahre am Markt aktiv waren. Hauptgrund  f\u00fcr das Scheitern von Jungunternehmen ist in erster Linie eine falsche Gesch\u00e4ftsidee. Ist diese nicht marktf\u00e4hig oder werden die Produkte nicht effizient hergestellt, hat das Unternehmen keine \u00dcberlebenschance. Eine weitere Ursache liegt in den h\u00e4ufig schwierigen Finanzierungsm\u00f6glichkeiten der Jungunternehmen. Zudem machen den Gr\u00fcndern vor allem Marktver\u00e4nderungen, strategische Fehlentscheidungen und mangelnde fachliche Kompetenz zu schaffen. Positiv ist die Entwicklung, dass die Zahl der insolventen Unternehmen in diesem Segment um 7,9 Prozent zur\u00fcckgegangen ist. Mehr Insolvenzen gab es hingegen bei Firmen, die \u00e4lter als 10 Jahre sind (plus 4,9 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/05-firmeninsolvenzen-1quartal2016-alter-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Ursachen von Firmeninsolvenzen: Zahlreiche Ausl\u00f6ser verantwortlich f\u00fcr die Zahlungsunf\u00e4higkeit<\/h4>\n<p>Bei vielen Unternehmen, die eine Insolvenz anmelden m\u00fcssen, gibt es nicht den einen Insolvenzgrund. Vielmehr entstehen Unternehmenskrisen aus dem Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren. Die  Wirtschaftslage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen f\u00fcr Unternehmensinsolvenzen. \u00c4nderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkurs\u00e4nderungen im Au\u00dfenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Gesch\u00e4ftspartners (Dominoeffekt) sind Beispiele f\u00fcr Einfl\u00fcsse von au\u00dfen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken k\u00f6nnen. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, M\u00e4ngel im Produktbereich (Qualit\u00e4t, Preis, Produkteigenschaften), F\u00fchrungsprobleme oder Managementfehler k\u00f6nnen in allen betrieblichen Funktionsbereichen begr\u00fcndet liegen und eine Insolvenz ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. \u00dcberblick: Gute Rahmenbedingungen lassen Firmeninsolvenzen weiter sinken Die Firmeninsolvenzen gehen zu Beginn des Jahres 2016 weiter zur\u00fcck. In den ersten drei Monaten des Jahres meldeten 3,5 Prozent weniger Unternehmen eine Insolvenz an als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. 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