{"id":2974,"date":"2016-01-20T14:35:55","date_gmt":"2016-01-20T12:35:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2974"},"modified":"2016-01-20T14:35:55","modified_gmt":"2016-01-20T12:35:55","slug":"firmeninsolvenzen-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2016\/01\/20\/firmeninsolvenzen-2015\/","title":{"rendered":"Firmeninsolvenzen 2015"},"content":{"rendered":"<p><strong>Firmeninsolvenzen sinken 2015 um 5,4 Prozent &#8211; M\u00e4nner f\u00fchren Firmen doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen<\/strong><\/p>\n<h4>1. Einleitung: Sechster R\u00fcckgang in Folge &#8211; 23.222 Firmen melden eine Insolvenz an<\/h4>\n<p>Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist 2015 weiter gesunken. Insgesamt mussten im letzten Jahr 23.222 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem R\u00fcckgang um 5,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014 (24.549). &#8222;Es ist der sechste R\u00fcckgang bei den Firmeninsolvenzen in Folge und der niedrigste Stand seit Einf\u00fchrung der Insolvenzordnung im Jahr 1999&#8220;, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. Im Zehn-Jahresvergleich ist die Zahl der Firmeninsolvenzen um 36,9 Prozent zur\u00fcckgegangen. 2005 gab es in Deutschland noch 36.843 Firmenpleiten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/01-firmeninsolvenzen-deutschland-jahresvergleich1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>2. Ursachen der sinkenden Firmeninsolvenzzahlen &#8211; auch 2016 weniger Firmeninsolvenzen erwartet<\/h4>\n<p>&#8222;Die Unternehmen in Deutschland profitieren von den f\u00fcr sie g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen&#8220;, so Dr. Sellin.  Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die r\u00fcckl\u00e4ufigen Insolvenzzahlen sind weiterhin die stabile Binnenkonjunktur und g\u00fcnstige Finanzierungsbedingungen. Der private Konsum treibt die Konjunktur aufgrund eines  hohen Besch\u00e4ftigungsniveaus an. Da ein enger Zusammenhang zwischen der konjunkturellen Entwicklung und der Insolvenzh\u00e4ufigkeit von Unternehmen besteht, ist der Hauptgrund f\u00fcr den erneuten R\u00fcckgang der Firmeninsolvenzen daher in dem guten konjunkturellen Umfeld zu sehen. Konjunkturelle Abschwungphasen w\u00fcrden hingegen vermehrt f\u00fcr Unternehmenskrisen und daher f\u00fcr mehr Insolvenzen sorgen. &#8222;F\u00fcr das Jahr 2016 gehen wir von einem R\u00fcckgang um 2 Prozent aus und rechnen mit 22.700 Firmeninsolvenzen&#8220;, prognostiziert Dr. Sellin. Eine schw\u00e4chere Entwicklung der Weltwirtschaft, vor allem durch eine Verschlechterung der Situation in China, k\u00f6nnte die Unsicherheit f\u00fcr Unternehmen allerdings erh\u00f6hen. In diesem Fall w\u00e4ren auch mehr Firmeninsolvenzen denkbar.<\/p>\n<h4>3. M\u00e4nner f\u00fchren Firmen doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen<\/h4>\n<p>Das Thema Frauen in F\u00fchrungspositionen diskutieren Politik und \u00d6ffentlichkeit in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden. Erstmals hat die Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel daher untersucht, ob mehr M\u00e4nner oder Frauen an der Spitze von insolventen Unternehmen stehen. Das Ergebnis ist eindeutig: In mehr als doppelt so vielen F\u00e4llen stehen ein oder mehrere M\u00e4nner an der Spitze eines insolventen Unternehmens. Laut Analyse melden 85 je 10.000 (0,85 Prozent) Unternehmen mit einem oder mehr m\u00e4nnlichen Entscheidern (z.B. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer oder Inhaber) eine Insolvenz an &#8211; im Vergleich dazu sind es nur 42 je 10.000 Firmen (0,42 Prozent) mit einer oder mehreren Frauen in der F\u00fchrungsetage. Auch gemischt gef\u00fchrte Unternehmen sind weniger von einer Zahlungsunf\u00e4higkeit betroffen (50 je 10.000 Unternehmen; 0,5 Prozent).  Absolut gesehen gab es bei 18.676 (80,5 Prozent) der insolventen Unternehmen nur einen Entscheider an der Firmenspitze.<\/p>\n<h4>4. Negative Entwicklungen im Insolvenzgeschehen 2015<\/h4>\n<p>Trotz des sechsten R\u00fcckganges in Folge gab es 2015 auch negative Entwicklungen. Firmeninsolvenzen f\u00fchren weiterhin zu Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he und haben daher eine hohe volkswirtschaftliche Relevanz. In der Summe beliefen sich die durch Insolvenzen verursachten Sch\u00e4den 2015 auf circa 19,7 Milliarden Euro (2014: 26 Milliarden Euro). Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang sind die vergleichsweise geringen Gro\u00dfinsolvenzen im Jahr 2015. Zudem waren erneut \u00fcber 220.000 Arbeitnehmer von der Insolvenz eines Unternehmens betroffen. Die gr\u00f6\u00dfte Einzelinsolvenz im Jahr 2015 meldete mit knapp 3.500 Mitarbeitern Imtech an. Ein weiterer negativer Trend setzt sich auch 2015 fort. Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) bleibt eine Rechtsform, aus der viele Insolvenzen resultieren. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Fallzahlen in diesem Segment um 4,6 Prozent auf 2.144 F\u00e4lle. Damit macht die UG mittlerweile 9,2 Prozent am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus.<\/p>\n<h4>5. Firmeninsolvenzen je Bundesland: Nordrhein-Westfalen f\u00fchrend in der Insolvenzstatistik<\/h4>\n<p>2015 mussten 23.222 Firmen in Deutschland eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht 0,7 Prozent der bundesweiten Firmen. Beim Blick auf die einzelnen Bundesl\u00e4nder zeigen sich 2015 gro\u00dfe regionale Unterschiede. Die meisten Firmenpleiten gab es &#8211; wie bereits im letzten Jahr &#8211; in Nordrhein-Westfalen. Bei den absoluten und relativen Zahlen ist das fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfte Bundesland f\u00fchrend in der Insolvenzstatistik. 7.326 bzw. 109 je 10.000 Unternehmen mussten 2015 in Nordrhein-Westfalen eine Insolvenz anmelden. Auch in Bayern (3.017), Niedersachsen (1.973) und Baden-W\u00fcrttemberg (1.860)  gab es absolut gesehen viele Insolvenzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/02-firmeninsolvenzen-bundesland-chart1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>In der relativen Betrachtung (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) \u00e4ndert sich die Reihenfolge. Nach Nordrhein-Westfalen (109) hat Bremen mit 105 Pleiten je 10.000 Unternehmen die h\u00f6chste Insolvenzdichte. Es folgen mit Berlin (95), Hamburg (93), Schleswig-Holstein (90), Saarland (89) und Sachsen-Anhalt (85) Bundesl\u00e4nder, die alle \u00fcber dem Bundesdurchschnitt von 72 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen liegen. Die wenigsten Firmeninsolvenzen gab es 2015 in Baden-W\u00fcrttemberg (42 je 10.000 Firmen), gefolgt von Bayern (50), Th\u00fcringen und Brandenburg (je 52).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/03-insolvenzverfahren-pro-bundesland-10000-unternehmen-karte1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>6. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: In vier Bundesl\u00e4ndern steigen die Fallzahlen &#8211; deutlicher R\u00fcckgang in Brandenburg<\/h4>\n<p>In vier Bundesl\u00e4ndern steigen die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend an. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnet Bayern mit vier Prozent mehr Insolvenzen. Aber auch in Berlin (plus 3,7 Prozent),  Mecklenburg-Vorpommern (plus 2,7 Prozent) und in Baden-W\u00fcrttemberg (plus 1,5 Prozent) gab 2015 mehr Firmeninsolvenzen als im vergangenen Jahr. Den deutlichsten R\u00fcckgang meldete Brandenburg mit 15,9 Prozent weniger Insolvenzen. Ebenfalls zweistellig sanken die Werte in Th\u00fcringen (minus 14,6 Prozent), Bremen (13,0 Prozent), Niedersachsen (11,9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (10,8 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/04-prozentuale-veraenderung-firmeninsolvenzen-bundesland-chart_01.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/05-absolute-veraenderung-bundesland-jahresvergleich-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>7. Firmeninsolvenzen nach Rechtsform: Unternehmergesellschaft bleibt Risikorechtsform<\/h4>\n<p>Weiterhin die h\u00f6chsten Anteile am Insolvenzgeschehen in Deutschland machen die Rechtsformen Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen (40,5 Prozent; 9.420 F\u00e4lle) sowie die GmbHs (39,9 Prozent; 9.265 F\u00e4lle) aus. Die  Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt)  hat  ihren  negativen Trend fortgesetzt und den Anteil  am  Insolvenzgeschehen  weiter  erh\u00f6ht. Die Insolvenzen stiegen um 4,6 Prozent auf 2.144 F\u00e4lle. Im relativen Vergleich f\u00fchrt die UG mittlerweile die Insolvenzstatistik an. Die Quote liegt bei 225 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/06-firmeninsolvenzen-rechtsform-tabelle_01.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>8. Firmeninsolvenzen nach Branchen: Die Logistik ist am st\u00e4rksten von Insolvenzen betroffen<\/h4>\n<p>Hinsichtlich der Insolvenzdichte in den Hauptbranchen zeigt sich, dass Logistikunternehmen stark von Insolvenzen betroffen sind. Hier liegt die Quote im Jahr 2015 bei 138 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Es folgen das Baugewerbe (97) und der Handel (78). Geringe Werte liefern die Energiebranche (16) und das verarbeitende Gewerbe (45). <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/07-firmeninsolvenzen-nach-branchen-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>9. Unternehmensgr\u00f6\u00dfe: Vermehrt kleine Unternehmen von der Insolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Ein Blick auf die Unternehmensgr\u00f6\u00dfe zeigt, dass im Jahr 2015 vor allem kleine Unternehmen eine Insolvenz anmelden mussten. Der Anteil der Firmen mit maximal 5 Mitarbeitern betrug 80,1 Prozent.  Der Anteil am Insolvenzgeschehen nimmt mit steigender Zahl der Arbeitnehmer ab. 8,7 Prozent der Unternehmen, die eine Insolvenz anmelden mussten, besch\u00e4ftigten zwischen 6 und 10 Mitarbeitern. Bei Firmen, die 51 oder mehr Angestellte haben, liegt der Anteil am Insolvenzgeschehen nur noch bei 2,8 Prozent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/08-firmeninsolvenzen-nach-mitarbeiter-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>10. Ursachen von Firmeninsolvenzen: H\u00e4ufig gibt es mehrere Insolvenzgr\u00fcnde<\/h4>\n<p>Unternehmenskrisen, die in einer Insolvenz m\u00fcnden, haben \u00fcberwiegend nicht nur eine Ursache, sondern sie entstehen aus dem Zusammenwirken krisenverursachender Faktoren. Die aktuelle Wirtschaftslage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen f\u00fcr Unternehmensinsolvenzen. \u00c4nderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkurs\u00e4nderungen im Au\u00dfenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Gesch\u00e4ftspartners (Dominoeffekt) sind Beispiele f\u00fcr Einfl\u00fcsse von au\u00dfen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken k\u00f6nnen. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, M\u00e4ngel im Produktbereich (Qualit\u00e4t, Preis, Produkteigenschaften), F\u00fchrungsprobleme oder Managementfehler k\u00f6nnen in allen betrieblichen Funktionsbereichen begr\u00fcndet liegen und eine Insolvenz ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Firmeninsolvenzen sinken 2015 um 5,4 Prozent &#8211; M\u00e4nner f\u00fchren Firmen doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen 1. 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