{"id":2959,"date":"2015-12-16T12:26:33","date_gmt":"2015-12-16T10:26:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2959"},"modified":"2015-12-16T12:26:33","modified_gmt":"2015-12-16T10:26:33","slug":"schuldenbarometer-1-3-quartal-2015-72-prozent-weniger-privatinsolvenzen-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2015\/12\/16\/schuldenbarometer-1-3-quartal-2015-72-prozent-weniger-privatinsolvenzen-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 1.-3. Quartal 2015 &#8211; 7,2 Prozent weniger Privatinsolvenzen in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><strong>M\u00e4nner aus Bremen zwischen 31 und 40 Jahren statistisch am h\u00e4ufigsten von der Insolvenz betroffen<\/strong><\/p>\n<h4>1. \u00dcberblick: Niedrigster Stand bei den Privatinsolvenzen seit 2005<\/h4>\n<p>Die Zahl der Privatinsolvenzen (Verbraucher und ehemals Selbstst\u00e4ndige) wird auch im Jahr 2015 weiter sinken. In den ersten neun Monaten meldeten 80.744 Bundesb\u00fcrger eine private Insolvenz an. Dies entspricht einem R\u00fcckgang um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.  Das sind die Ergebnisse aus dem &#8222;Schuldenbarometer 1.-3. Quartal 2015&#8220; der Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel.<br \/>\n&#8222;2015 werden die Privatinsolvenzen das f\u00fcnfte Mal in Folge sinken. Wir gehen f\u00fcr dieses Jahr von bis zu 105.000 F\u00e4llen aus. Dies w\u00e4re der niedrigste Stand seit dem Jahr 2005. Allerdings liegen die Fallzahlen in 10 Bundesl\u00e4ndern \u00fcber dem Durchschnitt von 99 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner&#8220;, fasst B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin die Ergebnisse zusammen. Der B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer begr\u00fcndet den R\u00fcckgang mit der positiven Konjunktur und der weiterhin niedrigen Arbeitslosenquote. Hintergrund: Die Arbeitslosigkeit gilt als Hauptursache f\u00fcr Privatinsolvenzen. &#8222;Die Formel ist einfach. Wenn die Besch\u00e4ftigtenzahlen steigen, sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen.&#8220; Welchen Einfluss die Arbeitslosigkeit auf die Zahl der Privatinsolvenzen hat, l\u00e4sst sich gut an den L\u00e4ndern Bayern und Bremen belegen. In Bayern liegen sowohl die Arbeitslosenquote (3,3 Prozent) und die Privatinsolvenzen (72 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) auf dem niedrigsten Niveau bundesweit. Anders sieht die Situation in Bremen aus. Nicht nur bei den Privatinsolvenzen (165 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) f\u00fchrt das Bundesland die Statistik an &#8211; mit 10,5 Prozent hat Bremen auch die h\u00f6chste Arbeitslosenquote.<!--more--><\/p>\n<h4>2. Privatinsolvenzen nach Bundesl\u00e4ndern: H\u00f6chste Insolvenzquote in Bremen<\/h4>\n<p>In den ersten neun Monaten des Jahres setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort. Bei den Privatinsolvenzen in Deutschland zeigt sich ein ausgepr\u00e4gtes Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle. Am meisten Privatinsolvenzen gab es demnach mit 165 Insolvenzen je 100.000 Einwohner in Bremen. Es folgen Niedersachsen und das Saarland mit 134 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Auch Hamburg (132) und Schleswig-Holstein (130) liegen deutlich \u00fcber dem Bundesdurchschnitt von 99 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Positiver ist die Situation im S\u00fcden Deutschlands, der weniger von Privatinsolvenzen betroffen ist.  Hier schneiden Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern (je 74) und mit etwas Abstand Th\u00fcringen (78) am besten ab.<br \/>\nEin ver\u00e4ndertes Bild zeigt sich beim Blick auf die absoluten Zahlen. Es ist wenig verwunderlich, dass dann die einwohnerstarken Bundesl\u00e4nder an der Spitze stehen. Allen voran Nordrhein-Westfalen mit 19.159 Privatinsolvenzen. Es folgen Niedersachsen (10.465), Bayern (9.077) und Baden-W\u00fcrttemberg (7.670).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/01-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1-3-quartal-2015-100000-einwohner-karte1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>3. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Einziger Anstieg in Niedersachsen &#8211; Saarland auf Vorjahresniveau &#8211; In Th\u00fcringen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sinken die Zahlen zweistellig<\/h4>\n<p>Der Trend sinkender Privatinsolvenzen vollzieht sich mit einer Ausnahme durch alle Bundesl\u00e4nder. Einzig in Niedersachsen steigen die Zahlen leicht um 0,4 Prozent an. Das Saarland befindet sich mit 1.321 Privatinsolvenzen exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Die st\u00e4rksten R\u00fcckg\u00e4nge gab es in den ersten neun Monaten in Th\u00fcringen (minus 15,9 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 14,7 Prozent), Hamburg (minus 12,5 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 10,9 Prozent). In diesen L\u00e4ndern sanken die Fallzahlen zweistellig.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/02-veraenderung-privatinsolvenzen-1-3-quartal-2015-bundesland-jahresvergleich-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>4. Privatinsolvenzen nach Alter und Geschlecht: H\u00f6chste Insolvenzquote bei den 31 bis 40-j\u00e4hrigen Bundesb\u00fcrgern &#8211; mehr M\u00e4nner als Frauen melden eine Privatinsolvenz an<\/h4>\n<p>Wie in den letzten Jahren, meldeten von Januar bis September wieder mehr M\u00e4nner als Frauen Privatinsolvenz an. Diese Aussage trifft sowohl bei den absoluten als auch bei den relativen Zahlen zu. W\u00e4hrend der relative Wert aller B\u00fcrger im Bundesdurchschnitt 99 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner ausmacht, verantworteten m\u00e4nnliche Bundesb\u00fcrger im vergangenen Jahr sogar 119 Privatpleiten je 100.000 Einwohner (absolut: 47. 521 F\u00e4lle). Dem gegen\u00fcber stehen 33.223 Frauen, die eine private Insolvenz anmelden mussten. Anders ausgedr\u00fcckt wurden im vergangenen Jahr &#8211; weit unter dem Bundesdurchschnitt &#8211; 79 Frauen unter 100.000 B\u00fcrgern zahlungsunf\u00e4hig. Der Grund daf\u00fcr, dass vermehrt M\u00e4nner eine private Insolvenz anmelden, liegt darin, dass in vielen Familien der Mann trotz der ver\u00e4nderten Lebensformen und Rollenbilder weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher gilt, der im Falle einer \u00dcberschuldung innerhalb der Familie f\u00fcr die Verbindlichkeiten aufkommen und die Privatinsolvenz anmelden muss.<br \/>\nEin Blick auf die Altersklassen zeigt, dass B\u00fcrger im Alter zwischen 31 und 40 Jahren am st\u00e4rksten von einer Privatinsolvenz betroffen sind. In dieser Altersgruppe entfallen auf 100.000 Einwohner 170 Insolvenzen. \u00dcber dem Durchschnitt liegen auch die Altersklassen der 51 bis 60-J\u00e4hrigen (110) sowie die j\u00fcngeren Bundesb\u00fcrger im Alter zwischen 21 und 30 Jahren (106). <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/03-privatinsolvenzen-nach-alter-1-3-quartal-2015-tabelle1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>5. Ursachen der Privatinsolvenz<\/h4>\n<p>Bei den Betroffenen sind die Schulden so gravierend, dass als letzter Ausweg nur die Privatinsolvenz bleibt. Die wesentlichen Ursachen sind eng verbunden mit der Einkommenssituation der Personen. Vorrangig tragen Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeitszeiten, aber auch Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation, etwa Scheidung oder Trennung, zur Versch\u00e4rfung der Privatverschuldung bei. Weitere Faktoren sind gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, Arbeitsunf\u00e4higkeit bzw. Krankheit und ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten. Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz steht vor allem bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften in der Kreide.     <\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4nner aus Bremen zwischen 31 und 40 Jahren statistisch am h\u00e4ufigsten von der Insolvenz betroffen 1. \u00dcberblick: Niedrigster Stand bei den Privatinsolvenzen seit 2005 Die Zahl der Privatinsolvenzen (Verbraucher und ehemals Selbstst\u00e4ndige) wird auch im Jahr 2015 weiter sinken. In den ersten neun Monaten meldeten 80.744 Bundesb\u00fcrger eine private Insolvenz an. 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