{"id":2925,"date":"2015-09-14T13:25:38","date_gmt":"2015-09-14T11:25:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2925"},"modified":"2015-09-25T09:42:59","modified_gmt":"2015-09-25T07:42:59","slug":"studie-jedes-sechste-unternehmen-zahlt-rechnungen-verspaetet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2015\/09\/14\/studie-jedes-sechste-unternehmen-zahlt-rechnungen-verspaetet\/","title":{"rendered":"Studie: Jedes sechste Unternehmen zahlt Rechnungen versp\u00e4tet"},"content":{"rendered":"<p>Die Unternehmen in Deutschland machen derzeit gute Erfahrungen mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden. 16,5 Prozent der Unternehmen beglichen ihre Rechnungen im Mai 2015 versp\u00e4tet oder gar nicht. Im Juni 2014 lag die Quote der Nicht- oder Sp\u00e4tzahler noch bei 17,5 Prozent. Von Juni 2014 bis Mai 2015 erreichte die Zahlungsmoral der Firmen im Februar und M\u00e4rz 2015 den besten Wert: Lediglich 16,0 Prozent der Firmen kamen den Zahlungsverpflichtungen versp\u00e4tet oder gar nicht nach \u2013 der Rest \u00fcberwies innerhalb des Zahlungsziels. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie \u201eZahlungsmoral deutscher Unternehmen\u201c der Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel. Die Studie analysiert mittlerweile zum vierten Mal das Zahlungsverhalten von knapp 470.000 Unternehmen in Deutschland innerhalb der vergangenen zw\u00f6lf Monate.<br \/>\n\u201eDen Unternehmen in Deutschland geht es zurzeit recht gut. Dies spiegelt sich auch in der positiven Zahlungsmoral der Unternehmen wider. Die Firmen profitieren weiterhin von der guten Binnenkonjunktur, die vor allem durch den privaten Konsum und vorteilhaften Finanzierungsbedingungen gest\u00fctzt wird. Trotzdem kommt es bei knapp jedem sechsten Unternehmen zu Zahlungsverz\u00f6gerungen. Einfach ausgedr\u00fcckt: Ein Unternehmen, das 100 Rechnungen schreibt, muss davon ausgehen, dass im Durchschnitt 16,5 Rechnungen nicht fristgerecht bezahlt werden. Eine durch den Kunden oder Auftraggeber nicht bezahlte Rechnung zieht einen erheblichen Verwaltungsaufwand, \u00c4rger und zus\u00e4tzliche Kosten nach sich\u201c, sagt B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin zu den aktuellen Zahlen. \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Risiko f\u00fcr die Unternehmen besteht weiterhin in der Entwicklung des Euroraums. Es ist durchaus denkbar, dass sich die Zahlungsmoral der Unternehmen im Jahresverlauf verschlechtert\u201c, so Dr. Sellin.<br \/>\nLeichte Ans\u00e4tze eines nachl\u00e4ssigeren Zahlungsverhaltens der Firmen sind schon in den letzten Monaten zu erkennen gewesen. \u201eSo verschlechterte sich die Zahlungsbereitschaft der Unternehmen von April auf Mai um 2,9 Prozent.&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>Die meisten Firmen mit \u00fcberf\u00e4lligen Forderungen gibt es im Saarland. Hier lag die Quote der Unternehmen, die ihre Rechnungen versp\u00e4tet oder gar nicht bezahlen,  im Mai 2015 bei 22,1 Prozent. Ebenfalls hohe Werte lieferten Berlin (20,5 Prozent Firmen mit \u00dcberf\u00e4lligkeiten), Bremen (19,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (18,9 Prozent) und Niedersachsen (18,2 Prozent). Die beste Zahlungsmoral haben Unternehmen in Sachsen. Hier liegt die Sp\u00e4t- bzw. Nichtzahlerquote bei 12,9 Prozent. Auch in Th\u00fcringen (13,4 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (14,6 Prozent), Bayern (14,8 Prozent) und Schleswig-Holstein (15,0 Prozent) liegt die Zahlungsmoral der Firmen \u00fcber dem Bundesdurchschnitt. Die Zahlungsversp\u00e4tungen in Deutschland liegen laut B\u00fcrgel bei durchschnittlich 22 Tagen im Mai 2015. Bei einem Zahlungsziel von 26 Tagen warten Unternehmen bei Nicht-oder Sp\u00e4tzahlern im Durchschnitt folglich 48 Tage auf ihr Geld. \u201eF\u00fcr die Unternehmen bedeutet dieses Verhalten, dass sie knapp doppelt so lange auf ihr Geld warten m\u00fcssen als urspr\u00fcnglich einkalkuliert. Damit werden sie unfreiwillig zur Bank ihrer Kunden\u201c, so Dr. Sellin. Betriebe und Unternehmen jeder Gr\u00f6\u00dfenordnung sind darauf angewiesen, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen umgehend bezahlt werden. Eine durch den Kunden oder Auftraggeber nicht bezahlte Rechnung zieht einen erheblichen Verwaltungsaufwand, \u00c4rger und zus\u00e4tzliche Kosten nach sich. Zudem droht im schlimmsten Fall ein kompletter Ausfall der Forderung.<br \/>\nDen deutlichsten Zahlungsverzug haben Unternehmen in Berlin. In der Hauptstadt zahlen die Firmen im Schnitt mit 32,4 Tagen Versp\u00e4tung. Viele \u00dcberf\u00e4lligkeitstage leisten sich zudem die Unternehmen in Brandenburg (25,8 Tage), Hamburg (23,7 Tage) und Bremen (23,6 Tage). Schneller kommen die Firmen in Bayern an ihr Geld. Unternehmen, die zu sp\u00e4t zahlen, tun dies im Schnitt 18,7 Tage zu sp\u00e4t. In Hessen waren es 19,7 Tage und in Schleswig-Holstein 19,8 Tage.<\/p>\n<p>Laut B\u00fcrgel hat sich der Anteil der Firmen, die ihre Rechnungen nicht oder versp\u00e4tet bezahlen, im 12-monatigen Untersuchungszeitraum um 6,1 Prozent verringert. Die verbesserte Zahlungsmoral der Unternehmen zeigt sich in 13 der 16 Bundesl\u00e4nder. Lediglich in Bremen, Baden-W\u00fcrttemberg und im Saarland verschlechterte sich die Situation. So zahlten in Bremen 1,5 Prozent mehr Firmen die Rechnung nicht fristgerecht oder gar nicht. Im Saarland waren es 0,9 Prozent und in Baden-W\u00fcrttemberg 0,7 Prozent der Unternehmen. Deutlich verbessert hat sich die Zahlungsmoral der Unternehmen in Bayern. Im Vergleich zum Juni 2014 sank die Anzahl der Firmen mit \u00fcberf\u00e4lligen Forderungen um 14,9 Prozent. Auch in Mecklenburg-Vorpommern (minus 9,9 Prozent Firmen mit \u00fcberf\u00e4lligen Forderungen), Brandenburg (minus 7,5 Prozent) und Rheinland-Pfalz (minus 7,2 Prozent) ging die Anzahl der versp\u00e4tet und nicht zahlenden Unternehmen \u00fcberdurchschnittlich zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In Bezug auf die Rechtsformen zeigt sich erneut, dass Kapitalgesellschaften die schlechteste Zahlungsmoral aufweisen. \u00dcber ein Drittel aller AGs und mehr als 27 Prozent aller GmbHs zahlen regelm\u00e4\u00dfig zu sp\u00e4t. \u201eGro\u00dfe Unternehmen nutzen ihre Macht am Markt aus, zeigen ein liquidit\u00e4tsschonendes Verhalten und zahlen ihre Rechnungen bewusst versp\u00e4tet. Es ist keine Frage der Zahlungsf\u00e4higkeit, sondern rein eine Frage der Zahlungswilligkeit\u201c, so Dr. Norbert Sellin. \u201eDa Unternehmen dieser Rechtsform offensichtlich das kaufm\u00e4nnische Mahnverfahren als verl\u00e4ngertes Zahlungsziel nutzen, empfiehlt es sich, f\u00fcr diese Kunden ein spezielles Mahnverfahren aufzusetzen. Dieses Mahnverfahren sollte sehr konsequent und vor allem kurz gehalten sein. Beispielsweise der Verzicht auf eine dritte Mahnstufe, generell k\u00fcrzere Zahlungsziele oder verk\u00fcrzte Mahnintervalle.\u201c Der dritte Sonderfall ist die Rechtsform der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt). Im Mai 2015 zahlten 21,2 Prozent der UGs die Rechnung nicht oder versp\u00e4tet. Es gibt jedoch einen gro\u00dfen Unterschied zwischen den UGs und den Kapitalgesellschaften: W\u00e4hrend diese Rechtsformen zu gro\u00dfen Teilen Rechnungen bewusst versp\u00e4tet begleichen, gilt die UG als Problemrechtsform. In vielen F\u00e4llen kann die Rechnung nicht bezahlt werden.<\/p>\n<p>Unternehmen, die Gesch\u00e4fte mit dem \u00f6ffentlichen Sektor machen, m\u00fcssen am l\u00e4ngsten auf ihr Geld warten. Die durchschnittlichen \u00dcberf\u00e4lligkeitstage betragen in dieser Branche 34,9 Tage. Die Quote der Sp\u00e4t- oder Nichtzahler liegt in dem \u00f6ffentlichen Sektor bei 7,4 Prozent. \u201eAuch wenn der \u00f6ffentliche Sektor sehr sp\u00e4t bezahlt \u2013 es wird bezahlt. Inkassof\u00e4lle sind eher eine Ausnahme\u201c, betont Dr. Sellin.  Erh\u00f6hte \u00dcberf\u00e4lligkeitstage weisen auch das Baugewerbe (26,7 Tage, Sp\u00e4t- bzw. Nichtzahlerquote: 18,4 Prozent), die Logistik (19,5 \u00dcberf\u00e4lligkeitstage; 21,8 Prozent) und die Energieversorgung (18,3; 17,5) auf. Den h\u00f6chsten Anteil an Zahlungsverz\u00f6gerern gibt es bei den Wasserver- und -entsorgern. 24,7 Prozent der Unternehmen zahlen nicht fristgerecht.<\/p>\n<p>Da sich ein schleppendes Kundenzahlungsverhalten belastend auf die Liquidit\u00e4tslage eines Unternehmens auswirken kann und Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse zu den h\u00e4ufigsten Insolvenzursachen z\u00e4hlen, ist eine gute Zahlungsmoral der Kunden von hoher Bedeutung. Warum dennoch viele Unternehmen Rechnungen versp\u00e4tet oder nicht zahlen, hat die unterschiedlichsten Ursachen. Seitens der Unternehmen werden am h\u00e4ufigsten momentane Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse, Zahlungsausf\u00e4lle bei eigenen Kunden, vors\u00e4tzliches Nichtbezahlen oder mangelnde Professionalisierung bei der Rechnungsbearbeitung als Gr\u00fcnde f\u00fcr die versp\u00e4tete Zahlung der Rechnung genannt.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Unternehmen in Deutschland machen derzeit gute Erfahrungen mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden. 16,5 Prozent der Unternehmen beglichen ihre Rechnungen im Mai 2015 versp\u00e4tet oder gar nicht. Im Juni 2014 lag die Quote der Nicht- oder Sp\u00e4tzahler noch bei 17,5 Prozent. 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