{"id":2908,"date":"2015-09-14T13:20:16","date_gmt":"2015-09-14T11:20:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2908"},"modified":"2015-09-24T10:42:42","modified_gmt":"2015-09-24T08:42:42","slug":"schuldenbarometer-1-halbjahr-2015-rueckgang-bei-den-privatinsolvenzen-um-89-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2015\/09\/14\/schuldenbarometer-1-halbjahr-2015-rueckgang-bei-den-privatinsolvenzen-um-89-prozent\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2015 &#8211; R\u00fcckgang bei den Privatinsolvenzen um 8,9 Prozent"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcberblick: Privatinsolvenzen sinken &#8211; Anstieg bei j\u00fcngeren Bundesb\u00fcrgern<\/strong><\/p>\n<p>In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 mussten 52.771 Bundesb\u00fcrger eine Privatinsolvenz anmelden. Dieser Wert entspricht einem R\u00fcckgang um 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2014: 57.954). Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie \u201eSchuldenbarometer 1. Halbjahr 2015\u201c der Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel. \u201eDie Privatinsolvenzen werden 2015 das f\u00fcnfte Mal in Folge sinken. Wir erwarten f\u00fcr das laufende Jahr bis zu 110.000 private Insolvenzen. Dies w\u00e4re der niedrigste Stand der letzten zehn Jahre\u201c, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. \u201eDie gute Grundverfassung auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin die Basis f\u00fcr diese positive Entwicklung. Auch wenn sich der Besch\u00e4ftigungsaufbau seit Jahresbeginn verlangsamt hat und die Arbeitslosigkeit weniger stark zur\u00fcckgegangen ist\u201c, erl\u00e4utert Dr. Sellin. Hintergrund: Die Arbeitslosigkeit gilt als Ursache Nummer eins f\u00fcr Privatinsolvenzen; wenn die Besch\u00e4ftigtenzahlen steigen, sinkt die Quote der Privatinsolvenzen. \u00dcber alle Altersgruppen hinweg ist Arbeitslosigkeit in 30 Prozent der F\u00e4lle Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Privatinsolvenz. Zudem profitieren die Verbraucher von steigenden Reall\u00f6hnen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen. Diese Gesamtsituation erlaubt es den Bundesb\u00fcrgern, ihre Konsumausgaben auch zu finanzieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Trotz der positiven Entwicklung ist zu beachten, dass durch private Insolvenzen den Gl\u00e4ubigern Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he entstehen. Im ersten Halbjahr 2015 \u00fcbersprangen die Forderungsausf\u00e4lle bereits die Grenze von zwei Milliarden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus zeigt sich im 1. Halbjahr 2015 ein Trend, den es zuletzt 2012 gab. Die Privatinsolvenzen der Bundesb\u00fcrger zwischen 21 und 30 Jahren steigen um vier Prozent auf 8.837 F\u00e4lle. Es ist die einzige Zunahme innerhalb der Auswertung der Altersgruppen auf Halbjahressicht. In der j\u00fcngeren Altersgruppe bis 30 Jahre f\u00fchren vor allem Arbeitslosigkeit, ein den Lebensumst\u00e4nden nicht passendes Konsumverhalten und Einkommensarmut besonders h\u00e4ufig in die finanzielle Krise. Zudem verf\u00fcgt die junge Altersgruppe \u00fcber keine oder zu wenige R\u00fccklagen im Krisenfall. \u201eBetroffene &#8211; gerade junge Erwachsene &#8211; sind beim Anmelden der Privatinsolvenz nicht immer hoch verschuldet. In vielen F\u00e4llen liegen die Schulden unter der Marke von 15.000 Euro\u201c, sagt Dr. Sellin zu der Entwicklung der steigenden Fallzahlen bei den 21 bis 30-J\u00e4hrigen.<\/p>\n<h4>Ursachen der Privatinsolvenz<\/h4>\n<p>52.771 Privatpersonen mussten im 1. Halbjahr 2015 eine Insolvenz anmelden. Bei den Betroffenen sind die Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nde so gravierend, dass als letzter Ausweg nur die Privatinsolvenz bleibt. Die wesentlichen Ursachen sind eng verbunden mit der Einkommenssituation der betroffenen Personen. Vorrangig tragen Arbeitslosigkeit, Wachstum der prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, reduzierte Arbeitszeiten, aber auch Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation, etwa Scheidung oder Trennung, zur Versch\u00e4rfung der Privatverschuldung bei. Weitere Faktoren sind gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, Arbeitsunf\u00e4higkeit bzw. Krankheit und ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten. Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz steht vor allem bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften in der Kreide. Privatpersonen, die Insolvenz anmelden m\u00fcssen, sind nicht immer hoch verschuldet. \u00dcber alle Altersgruppen hinweg liegt die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen bei rund 34.000 Euro. Bei unter 25-J\u00e4hrigen liegt die durchschnittliche Schuldensumme bei knapp unter 10.000 Euro. Mit steigendem Alter steigen auch die Schulden auf bis zu einem Durchschnitt von 43.000 Euro bei den Bundesb\u00fcrgern in der Altersgruppe 61 Jahre und \u00e4lter.<\/p>\n<h4>Bundesl\u00e4nder: Ausgepr\u00e4gtes Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle &#8211; am wenigsten F\u00e4lle in<br \/>\nBaden-W\u00fcrttemberg, Bayern und Th\u00fcringen<\/h4>\n<p>Am meisten Privatinsolvenzen pro Bundesland nach den absoluten Zahlen wurden im bev\u00f6lkerungsreichsten Fl\u00e4chenland Nordrhein-Westfalen angemeldet. In den ersten sechs Monaten wurden 12.529 Privatpersonen zahlungsunf\u00e4hig. Gemessen an den absoluten Privatinsolvenzen folgen die Bundesl\u00e4nder Niedersachsen (6.813), Bayern (5.983) und Baden-W\u00fcrttemberg (5.013).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/02-privatinsolvenzen-1halbjahr2015-absolut-bundesland-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/03-privatinsolvenzen-1halbjahr2015-absolut-bundesland-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Eine andere Reihenfolge ergibt sich bei der Betrachtung der Privatinsolvenzen bezogen auf die Einwohnerdichte in den Bundesl\u00e4ndern. So setzt sich das Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle der vergangenen Jahre auch 2015 fort. Demnach verbuchen insbesondere die n\u00f6rdlichen Bundesl\u00e4nder eine hohe Zahl an Privatpleiten &#8211; allen voran Bremen mit 113 F\u00e4llen je 100.000 Einwohner und Hamburg (90 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner). Nach dem Saarland als erstes nicht-n\u00f6rdliches Bundesland (89) folgen Niedersachsen (87) und Schleswig-Holstein (84).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/04-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr2015-100000-einwohner-karte.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/05-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1halbjahr2015-100000-einwohner-chart_1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Positiver ist die Situation im S\u00fcden Deutschlands, der weniger von Privatinsolvenzen betroffen ist.  Hier schneiden Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern (47) am besten ab. Auch in Th\u00fcringen (48 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner) liegt der Wert deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 65 Privatpleiten je 100.000 Einwohner.<\/p>\n<h4>Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Einziger Anstieg im Saarland<\/h4>\n<p>Der Trend sinkender Privatinsolvenzen vollzieht sich mit einer Ausnahme durch alle Bundesl\u00e4nder. Einzig im Saarland steigen die Zahlen leicht um 0,7 Prozent an. Am st\u00e4rksten sanken die Privatinsolvenzen in Sachsen-Anhalt (minus 12,9 Prozent), Nordrhein-Westfahlen (minus 12,8 Prozent), Rheinland-Pfalz (minus 12,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 12,4 Prozent).  In Hamburg (minus 9,8 Prozent) und Berlin (minus 9,1 Prozent) ist der R\u00fcckgang ebenfalls st\u00e4rker als im Bundesdurchschnitt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/06-veraenderung-privatinsolvenzen-1halbjahr2015-bundesland-jahresvergleich-tabelle_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/07-prozentuale-veraenderung-privatinsolvenzen-1halbjahr2015-bundesland-chart_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>Geschlecht: Mehr M\u00e4nner von einer Privatinsolvenz betroffen<\/h4>\n<p>Wie in den letzten Jahren, meldeten auch im 1. Halbjahr 2015 wieder mehr M\u00e4nner als Frauen Privatinsolvenz an. Diese Aussage trifft sowohl bei den absoluten als auch bei den relativen Zahlen zu. W\u00e4hrend der relative Wert aller B\u00fcrger im Bundesdurchschnitt 65 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner ausmacht, verantworteten m\u00e4nnliche Bundesb\u00fcrger im vergangenen Jahr sogar 79 Privatpleiten je 100.000 Einwohner (absolut: 30.769 F\u00e4lle). Dem gegen\u00fcber stehen 22.002 Frauen, die eine private Insolvenz anmelden mussten. Anders ausgedr\u00fcckt wurden im vergangenen Jahr &#8211; weit unter dem Bundesdurchschnitt &#8211; 54 Frauen unter 100.000 B\u00fcrgern zahlungsunf\u00e4hig. In vielen Familien gilt der Mann trotz der ver\u00e4nderten Lebensformen und Rollenbilder weiterhin als Hauptverdiener und Haushaltsverantwortlicher, der im Falle einer \u00dcberschuldung innerhalb der Familie f\u00fcr die Verbindlichkeiten aufkommen und die Privatinsolvenz anmelden muss.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/08-veraenderung-privatinsolvenzen-1halbjahr2015-geschlecht-jahresvergleich-tabelle_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>Alter: Fallzahlen bei den j\u00fcngeren Bundesb\u00fcrgern steigen an<\/h4>\n<p>Die Privatinsolvenzen der Bundesb\u00fcrger zwischen 21 und 30 Jahren steigen um vier Prozent auf 8.837 F\u00e4lle. Es ist die einzige Zunahme innerhalb der Auswertung der Altersgruppen auf Halbjahressicht. In allen anderen Alterssegmenten sinken die Fallzahlen. Den st\u00e4rksten R\u00fcckgang verzeichnet die Altersgruppe der 41- bis 50-J\u00e4hrigen &#8211; hier gab es 16,5 Prozent weniger Privatinsolvenzen (14.137 Insolvenzen).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/09-veraenderung-privatinsolvenzen-1halbjahr2015-alter-jahresvergleich-tabelle_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberblick: Privatinsolvenzen sinken &#8211; Anstieg bei j\u00fcngeren Bundesb\u00fcrgern In den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 mussten 52.771 Bundesb\u00fcrger eine Privatinsolvenz anmelden. Dieser Wert entspricht einem R\u00fcckgang um 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2014: 57.954). Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie \u201eSchuldenbarometer 1. 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