{"id":2871,"date":"2015-06-18T07:26:06","date_gmt":"2015-06-18T05:26:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2871"},"modified":"2015-06-29T10:49:12","modified_gmt":"2015-06-29T08:49:12","slug":"ueberblick-1-quartal-2015-firmeninsolvenzen-sinken-um-78-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2015\/06\/18\/ueberblick-1-quartal-2015-firmeninsolvenzen-sinken-um-78-prozent\/","title":{"rendered":"\u00dcberblick 1. Quartal 2015: Firmeninsolvenzen sinken um 7,8 Prozent"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland geht weiter zur\u00fcck. In den ersten drei Monaten des Jahres mussten 5.706 Firmen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem R\u00fcckgang um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. &#8222;2015 werden die Firmeninsolvenzen das sechste Jahr in Folge sinken. Aktuell gehen wir von bis zu 23.000 Insolvenzen am Jahresende aus&#8220;, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung r\u00fcckl\u00e4ufiger Firmeninsolvenzzahlen wurde vorrangig von der Binnenkonjunktur und dem Export getragen. Positive Impulse lieferte dabei vor allem der Konsum der Verbraucher. Aber auch die Investitionen der Unternehmen trugen zum Wachstum bei. &#8222;Trotz der positiven Aussichten w\u00fcrde eine unerwartet schwache Entwicklung der weltweiten Wirtschaft beziehungsweise eine erneute Vertrauenskrise in Europa die Unsicherheit der Unternehmen wieder erh\u00f6hen. Hierbei spielt vor allem die Entwicklung in Griechenland eine Rolle. In diesem Fall k\u00f6nnte es auch mehr als 23.000 Firmeninsolvenzen geben&#8220;, so Dr. Sellin. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/01-firmeninsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><!--more--><\/p>\n<h4>Negative Entwicklungen: Milliardensch\u00e4den, Probleme bei Gr\u00fcndern, Zunahme in f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern<\/h4>\n<p>&#8222;Der bundesweite R\u00fcckgang der Insolvenzahlen ist positiv zu bewerten. Blickt man \u00fcber den Tellerrand hinaus, so beobachten wir auch negative Aspekte bzw. Entwicklungen&#8220;, warnt der B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Weiterhin Milliardensch\u00e4den durch Insolvenzen<\/p>\n<p>Durch Firmeninsolvenzen entstehen f\u00fcr Unternehmen und Gl\u00e4ubiger weiterhin Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he. In Deutschland beliefen sich diese im 1. Quartal 2015 auf knapp 4,2 Milliarden Euro. Im Durchschnitt hat somit jede Firmeninsolvenz im 1. Quartal 2015 einen Schaden von circa 740.000 Euro angerichtet. &#8222;Die Aussichten der Insolvenzgl\u00e4ubiger, an Geld zu kommen, ist in vielen F\u00e4llen gering&#8220;, sagt Dr. Sellin. Gerade f\u00fcr kleine Unternehmen mit wenig Eigenkapital hat der Zahlungsausfall von Kunden gravierende Folgen. Erstens bedeuten Zahlungsausf\u00e4lle zus\u00e4tzliche Mehrarbeit und entsprechende Kosten. Zweitens ist es in vielen Branchen \u00fcblich, dass ein Betrieb mit seiner Arbeitsleistung und den Materialkosten in Vorleistung geht. So tragen Unternehmen oft als Kreditgeber unfreiwillig das finanzielle Risiko. Drittens kann auch die Summe vieler kleiner Forderungen die Existenz bedrohen &#8211; wenn die Unternehmen \u00fcber zu wenig Eigenkapital verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>In f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern steigen die Fallzahlen<\/p>\n<p>Der Trend sinkender Insolvenzen zeigt sich nicht in allen Bundesl\u00e4ndern. In f\u00fcnf L\u00e4ndern steigen die Fallzahlen an. Allen voran Mecklenburg-Vorpommern mit 28,3 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahreszeitraum. Aber auch in Bremen ist der Insolvenzzuwachs stark (plus 22,6 Prozent). Steigende Insolvenzzahlen melden auch die Bundesl\u00e4nder Saarland (plus 8,1 Prozent), Hessen (plus 6,1 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 1,5 Prozent).<\/p>\n<p>Knapp ein Viertel der Gr\u00fcnder meldet eine Insolvenz an<\/p>\n<p>Knapp ein Viertel (24,4 Prozent) der Unternehmen, die im Untersuchungszeitraum Insolvenz anmelden mussten, waren nur bis zu zwei Jahre am Markt aktiv. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort, dass viele Unternehmensgr\u00fcnder nicht am Markt \u00fcberleben und in die Insolvenz rutschen. Positiv ist, dass es im 1. Quartal in diesem Alterssegment 13,7 Prozent weniger Insolvenzen gab als noch im Vorjahreszeitraum. Hauptursachen f\u00fcr eine Insolvenz der Jungunternehmen sind Unterfinanzierungen in der Startphase (fehlende R\u00fccklagen, Kreditablehnung), strategische Fehlplanungen des Unternehmens (zu starke Bindung an einzelne Kunden, Fehlinvestitionen), Probleme auf Absatz- und Beschaffungsm\u00e4rkten (nicht hinreichende Marktkenntnisse, zu enger Kundenstamm) sowie externe Ereignisse (Forderungsausf\u00e4lle, Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite).<\/p>\n<h4>Ursachen von Firmeninsolvenzen<\/h4>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr Firmeninsolvenzen sind unterschiedlich ausgepr\u00e4gt. In vielen F\u00e4llen gibt es nicht die eine Insolvenzursache, sondern es sind zahlreiche Ausl\u00f6ser gemeinsam verantwortlich f\u00fcr die Zahlungsunf\u00e4higkeit. Die folgenden Ursachen werden in der Praxis von Unternehmen als Insolvenzgr\u00fcnde genannt: <\/p>\n<ul>\n<li>mangelnde Kapitalausstattung (Eigenkapitalmangel\/Finanzierungsschwierigkeiten)<\/li>\n<li>Konjunkturelle Lage, Strukturwandel<\/li>\n<li>Lohn- oder Verwaltungskosten<\/li>\n<li>Staatliche Steuer-, Wirtschafts- und Sozialpolitik<\/li>\n<li>Pers\u00f6nlicher\/famili\u00e4rer Bereich des Unternehmers; Teilhaberschwierigkeiten<\/li>\n<li>Falsche Markteinsch\u00e4tzung\/mangelnde Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Fehlinvestitionen oder zu schnelle\/zu langsame Kapazit\u00e4tsausweitung<\/li>\n<li>Fehlerhafte Struktur\/Organisation des Unternehmens\/Standortprobleme<\/li>\n<li>schlechte Zahlungsmoral der Kunden<\/li>\n<li>Folgeinsolvenzen bzw. Dominoinsolvenzen treffen gleich mehrere Unternehmen<\/li>\n<li>Gr\u00fcndungs- oder \u00dcbernahmeschwierigkeiten<\/li>\n<li>M\u00e4ngel in Kalkulation oder Buchf\u00fchrung<\/li>\n<li>Schwierigkeiten mit Lieferanten<\/li>\n<li>M\u00e4ngel im Produktbereich (Qualit\u00e4t, Preis, Produkteigenschaften)<\/li>\n<li>Veraltete Technologie, nicht gelungene technische Umstellung<\/li>\n<li>F\u00fchrungsprobleme<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Differenzierung zeigt zudem, dass viele der Ursachen intern sind und es damit auch unabh\u00e4ngig von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen wie der Entwicklung von M\u00e4rkten und Konjunktur oder dem Verhalten der Banken bei der Finanzierung zu Firmeninsolvenzen kommen kann. <\/p>\n<h4>Regionale Analyse: Am meisten Firmeninsolvenzen in Bremen<\/h4>\n<p>Beim Blick auf die einzelnen Bundesl\u00e4nder zeigen sich in Deutschland zum Teil gro\u00dfe regionale Unterschiede. In absoluten Zahlen gab es mit 1.880 die meisten Insolvenzen in Nordrhein-Westfalen. Aber auch Bayern (668 Firmeninsolvenzen), Niedersachsen (448), Baden-W\u00fcrttemberg (430) und Hessen (403) weisen im absoluten Vergleich hohe Werte auf. Am wenigsten Insolvenzen (absolut) wurden in den ersten drei Monaten mit 76 F\u00e4llen in Bremen gemeldet. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/02-firmeninsolvenzen-1quartal2015-absolut-bundesland-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/03-firmeninsolvenzen-1quartal2015-absolut-bundesland-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>In der relativen Betrachtungsweise (Insolvenzen je 10.000 Unternehmen) \u00e4ndert sich die Reihenfolge. Demnach gab es in Bremen mit 34 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen die meisten F\u00e4lle. Eine hohe Insolvenzdichte gab es zudem in Nordrhein-Westfalen (28 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen), Hamburg (25) sowie in Schleswig-Holstein und im Saarland (je 23). Der Bundesdurchschnitt lag in den ersten drei Monaten des Jahres bei 18 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Deutlich darunter liegen die Werte in Baden-W\u00fcrttemberg (10), Bayern (11) und Brandenburg (12).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/04-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1quartal2015-10000-unternehmen-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/05-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-1quartal2015-10000-unternehmen-karte.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Mehr Insolvenzen in f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern<\/h4>\n<p>In f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern stiegen die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend an. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern mit 28,3 Prozent mehr Insolvenzen. Aber auch Bremen meldete einen starken Anstieg (plus 22,6 Prozent). Steigende Insolvenzzahlen wurden auch aus den Bundesl\u00e4ndern Saarland (plus 8,1 Prozent), Hessen (plus 6,1 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 1,5 Prozent) gemeldet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/06-veraenderung-firmeninsolvenzen-1quartal2015-bundesland-jahresvergleich-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/07-prozentuale-veraenderung-firmeninsolvenzen-1quartal2015-bundesland-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Deutliche Insolvenzr\u00fcckg\u00e4nge gab es hingegen in Brandenburg (minus 26,8 Prozent), Niedersachsen (minus 26,4 Prozent) und Th\u00fcringen (minus 23,1 Prozent). Zweistellig sanken die Zahlen ebenfalls in Sachsen-Anhalt (minus 16 Prozent), Rheinland-Pfalz (minus 10,7 Prozent) und Berlin (minus 10 Prozent).<\/p>\n<h4>Firmeninsolvenzen nach Unternehmensalter: Weiterhin vermehrt Jungunternehmen betroffen<\/h4>\n<p>Der Trend, dass viele junge Unternehmen Insolvenz anmelden m\u00fcssen, setzt sich auch im Jahr 2015 fort. Allerdings sinken die entsprechenden Fallzahlen in der Altersgruppe um 13,7 Prozent. Dennoch waren 1.390 Firmen nicht l\u00e4nger als zwei Jahre am Markt aktiv. Auch in allen anderen betrachteten Altersgruppen sinken die Insolvenzzahlen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/08-veraenderung-firmeninsolvenzen-1quartal2015-alter-jahresvergleich-tabelle_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>Firmeninsolvenzen nach Rechtsform: Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen sowie GmbHs mit dem gr\u00f6\u00dften Insolvenzanteil<\/h4>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/09-veraenderung-firmeninsolvenzen-1quartal2015-rechtsform-jahresvergleich-tabelle_0.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>\u00dcber 80 Prozent der Firmeninsolvenzen gehen in Deutschland auf das Konto einer GmbH oder eines Gewerbebetriebes bzw. Einzelunternehmens. Den mittlerweile drittst\u00e4rksten Anteil von 8,3 Prozent (473 F\u00e4lle) am Firmeninsolvenzgeschehen in Deutschland macht die Rechtsform der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) aus.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland geht weiter zur\u00fcck. In den ersten drei Monaten des Jahres mussten 5.706 Firmen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem R\u00fcckgang um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. &#8222;2015 werden die Firmeninsolvenzen das sechste Jahr in Folge sinken. 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