{"id":2852,"date":"2015-06-09T11:44:12","date_gmt":"2015-06-09T09:44:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2852"},"modified":"2015-06-09T11:44:12","modified_gmt":"2015-06-09T09:44:12","slug":"schuldenbarometer-1-quartal-2015-privatinsolvenzen-sinken-um-87-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2015\/06\/09\/schuldenbarometer-1-quartal-2015-privatinsolvenzen-sinken-um-87-prozent\/","title":{"rendered":"Schuldenbarometer 1. Quartal 2015: Privatinsolvenzen sinken um 8,7 Prozent"},"content":{"rendered":"<h4>Privatinsolvenzen sinken um 8,7 Prozent<\/h4>\n<p><strong>Norden bleibt Insolvenz-Hochburg \u2013 Einziger Anstieg im Saarland \u2013 Eisenach mit den wenigsten Privatinsolvenzen bundesweit<\/strong><\/p>\n<p>Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland sinkt weiter. In den ersten drei Monaten des Jahres mussten 26.625 Bundesb\u00fcrger eine private Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem R\u00fcckgang um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie &#8222;Schuldenbarometer 1. Quartal 2015&#8220; der Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel.<\/p>\n<p>&#8222;2015 wird es bei den Privatinsolvenzen den f\u00fcnften R\u00fcckgang in Folge geben. In der aktuellen Jahresprognose rechnen wir am Jahresende mit 105.000 bis 110.000 Insolvenzen&#8220;, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. &#8222;Dies w\u00e4re der niedrigste Stand seit 2005&#8220;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/01-privatinsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>In der aktuellen Insolvenzstatistik zeichnet sich vor allem die positive wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2014 ab. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Dabei ist die Binnenwirtschaft weiterhin die wichtigste Wachstumsst\u00fctze. Verbraucher profitieren von der niedrigen Arbeitslosigkeit und steigenden Reall\u00f6hnen bei gleichzeitig niedrigen Zinsen. &#8222;Weniger Arbeitslosigkeit und h\u00f6here L\u00f6hne &#8211; so lautet die einfache Formel f\u00fcr sinkende Privatinsolvenzen. Sollte die Arbeitslosenquote \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum wieder steigen, wird es auch wieder mehr Privatinsolvenzen in Deutschland geben. Arbeitslosigkeit ist weiterhin die Hauptursache f\u00fcr eine private Insolvenz. \u00dcber alle Altersgruppen hinweg ist Arbeitslosigkeit in 30 Prozent der F\u00e4lle Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Privatinsolvenz&#8220;, sagt Dr. Sellin.<\/p>\n<p>Bei allen positiven Nachrichten ist jedoch zu beachten, dass durch private Insolvenzen den Gl\u00e4ubigern Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he entstehen. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 \u00fcbersprangen die Forderungsausf\u00e4lle die Milliardengrenze.<!--more--><\/p>\n<h4>Regionale Analyse: Der Norden bleibt Insolvenz-Hochburg<\/h4>\n<p>Wie schon in den vergangenen Jahren werden im Norden der Republik mehr Privatinsolvenzen angemeldet als im S\u00fcden. Am meisten Privatinsolvenzen gab es mit 54 F\u00e4llen je 100.000 Einwohner in Bremen. Es folgen Niedersachsen (46 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner) und Hamburg (45). \u00dcber dem Bundesdurchschnitt von 33 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner liegen auch das Saarland (44), Schleswig-Holstein (43), Mecklenburg-Vorpommern (42), Sachsen-Anhalt und Brandenburg (je 39) und Nordrhein-Westfalen (34).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/02-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1quartal2015-100000-einwohner-karte.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/03-privatinsolvenzen-pro-bundesland-1quartal2015-100000-einwohner-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Erstmals gab es in Th\u00fcringen die wenigsten Insolvenzen. Lediglich 22 von 100.000 Einwohnern mussten eine Privatinsolvenz anmelden. Geringe Werte meldeten ebenfalls Baden-W\u00fcrttemberg und Bayern (je 25). Bei der absoluten Betrachtung der Zahlen stehen die bev\u00f6lkerungsreichen Bundesl\u00e4nder an der Spitze. Allen voran Nordrhein-Westfalen mit 5.982 Insolvenzen. Es folgen Niedersachsen (3.592), Bayern (3.140) und Baden-W\u00fcrttemberg (2.676). <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/04-privatinsolvenzen-1quartal2015-absolut-bundesland-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/05-privatinsolvenzen-1quartal2015-absolut-bundesland-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Ein Blick auf die Kreise und kreisfreien St\u00e4dte zeigt im 1. Quartal 2015 das folgende Bild.<\/p>\n<p>Die 20 Kreise und kreisfreien St\u00e4dte mit den meisten Privatinsolvenzen (in absoluten Zahlen) sind: <\/p>\n<ul>\n<li>Berlin, Stadt: 1136<\/li>\n<li>Hamburg, Freie und Hansestadt: 790<\/li>\n<li>Region Hannover: 628<\/li>\n<li>M\u00fcnchen: 427<\/li>\n<li>K\u00f6ln, Stadt: 396<\/li>\n<li>Leipzig, Stadt: 286<\/li>\n<li>Bremen, Stadt: 282<\/li>\n<li>Frankfurt am Main, Stadt: 273<\/li>\n<li>St\u00e4dteregion Aachen: 266<\/li>\n<li>Dortmund, Stadt: 251<\/li>\n<li>Essen, Stadt: 217<\/li>\n<li>D\u00fcsseldorf, Stadt: 213<\/li>\n<li>M\u00e4rkischer Kreis: 192<\/li>\n<li>Augsburg: 185<\/li>\n<li>Karlsruhe: 181<\/li>\n<li>Gelsenkirchen, Stadt: 172<\/li>\n<li>Rhein-Erft-Kreis: 167<\/li>\n<li>Wuppertal, Stadt: 167<\/li>\n<li>Rhein-Sieg-Kreis: 163<\/li>\n<li>N\u00fcrnberg: 161<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die 20 Kreise und kreisfreien St\u00e4dte mit den wenigsten Privatinsolvenzen (in absoluten Zahlen) sind: <\/p>\n<ul>\n<li>Eisenach, Stadt: 8<\/li>\n<li>Rh\u00f6n-Grabfeld: 9<\/li>\n<li>Eichst\u00e4tt: 10<\/li>\n<li>Vulkaneifel: 10<\/li>\n<li>Landau in der Pfalz, kreisfreie Stadt: 11<\/li>\n<li>Neustadt an der Weinstra\u00dfe, kreisfreie Stadt: 11<\/li>\n<li>Baden-Baden: 12<\/li>\n<li>Neumarkt i.d.OPf.: 12<\/li>\n<li>Nordhausen: 12<\/li>\n<li>Straubing-Bogen: 12<\/li>\n<li>Weimarer Land: 12<\/li>\n<li>Hildburghausen: 13<\/li>\n<li>Kaufbeuren: 13<\/li>\n<li>Sonneberg: 13<\/li>\n<li>Starnberg: 13<\/li>\n<li>Wartburgkreis: 13<\/li>\n<li>Alt\u00f6tting: 14<\/li>\n<li>Bad Kissingen: 14<\/li>\n<li>Memmingen: 14<\/li>\n<li>Lindau (Bodensee): 15<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Einziger Anstieg im Saarland<\/h4>\n<p>Der Trend sinkender Fallzahlen bei den Privatinsolvenzen zieht sich auch im 1. Quartal 2015 &#8211; mit einer Ausnahme &#8211; durch alle Bundesl\u00e4nder. Einzig im Saarland legt die Quote in den ersten drei Monaten um 3,9 Prozent zu. Am st\u00e4rksten sanken die Fallzahlen mit 19,3 Prozent in Th\u00fcringen. Zweistellige r\u00fcckl\u00e4ufige Werte meldeten auch die Bundesl\u00e4nder Bremen (minus 16,4 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 14,9 Prozent), Berlin (minus 13,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (minus 10,4 Prozent). <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/06-veraenderung-privatinsolvenzen-1quartal2015-bundesland-jahresvergleich-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/07-prozentuale-veraenderung-privatinsolvenzen-1quartal2015-bundesland-chart.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<h4>Privatinsolvenzen nach Alter und Geschlecht: Mehr M\u00e4nner melden private Insolvenz an<\/h4>\n<p>Der Trend, dass mehr M\u00e4nner als Frauen eine Privatinsolvenz anmelden m\u00fcssen, setzte sich auch im 1. Quartal 2015 fort. Diese Aussage trifft sowohl bei den absoluten als auch bei den relativen Zahlen zu. W\u00e4hrend der relative Wert im Bundesdurchschnitt 33 F\u00e4lle je 100.000 Einwohner ausmacht, verantworteten m\u00e4nnliche Bundesb\u00fcrger im 1. Quartal 38 Privatpleiten je 100.000 Einwohner (absolut: 15.569 F\u00e4lle). Dem gegen\u00fcber stehen 12.119 Frauen, die eine private Insolvenz anmelden mussten. Anders ausgedr\u00fcckt wurden im vergangenen Jahr 28 Frauen unter 100.000 B\u00fcrgern zahlungsunf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Ein anderer Trend der letzten Jahre scheint vorerst gestoppt. In der Altersgruppe der Bundesb\u00fcrger &#8222;61 Jahre und \u00e4lter&#8220; sinken die Fallzahlen nach zwei Jahren wieder. Im Vergleich zum 1. Quartal 2014 mussten in dieser Altersgruppe 8,6 Prozent weniger Privatpersonen Insolvenz anmelden. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/08-veraenderung-privatinsolvenzen-1quartal2015-geschlecht-jahresvergleich-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/09-veraenderung-privatinsolvenzen-1quartal2015-alter-jahresvergleich-tabelle.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" class=\"rahmen\" \/><\/p>\n<p>Auch in allen anderen Alterssegmenten sind die Zahlen r\u00fcckl\u00e4ufig. Den st\u00e4rksten R\u00fcckgang verzeichnet die Altersgruppe der 41- bis 50-J\u00e4hrigen &#8211; hier gab es 11,4 Prozent weniger Privatinsolvenzen (7.439 Insolvenzen). <\/p>\n<h4>Ursachen von Privatinsolvenzen<\/h4>\n<p>Die wesentlichen Ursachen von Privatinsolvenz sind eng verbunden mit der Einkommenssituation der betroffenen Personen. Vorrangig tragen Arbeitslosigkeit, Wachstum der prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse, reduzierte Arbeitszeiten, aber auch Ver\u00e4nderungen in der famili\u00e4ren Situation, etwa Scheidung oder Trennung, zur Versch\u00e4rfung der Privatverschuldung bei. Weitere Faktoren sind gescheiterte Selbstst\u00e4ndigkeit, Arbeitsunf\u00e4higkeit bzw. Krankheit und ein zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten. Der \u00fcberwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz steht vor allem bei Kreditinstituten, Versandh\u00e4ndlern, Versicherungen, Beh\u00f6rden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften in der Kreide. Privatpersonen, die Insolvenz anmelden m\u00fcssen, sind nicht immer hoch verschuldet. \u00dcber alle Altersgruppen hinweg liegt die Durchschnittsschuldenh\u00f6he der Betroffenen bei 35.000 Euro. Bei unter 25-J\u00e4hrigen liegt die durchschnittliche Schuldensumme bei knapp unter 10.000 Euro. Mit steigendem Alter steigen auch die Schulden auf bis zu einem Durchschnitt von 43.000 Euro bei den Bundesb\u00fcrgern in der Altersgruppe 61 Jahre und \u00e4lter.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Privatinsolvenzen sinken um 8,7 Prozent Norden bleibt Insolvenz-Hochburg \u2013 Einziger Anstieg im Saarland \u2013 Eisenach mit den wenigsten Privatinsolvenzen bundesweit Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland sinkt weiter. In den ersten drei Monaten des Jahres mussten 26.625 Bundesb\u00fcrger eine private Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem R\u00fcckgang um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 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