{"id":2831,"date":"2015-03-05T16:23:18","date_gmt":"2015-03-05T14:23:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2831"},"modified":"2015-03-05T16:25:19","modified_gmt":"2015-03-05T14:25:19","slug":"studie-zahlungsfaehigkeit-deutscher-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2015\/03\/05\/studie-zahlungsfaehigkeit-deutscher-unternehmen\/","title":{"rendered":"Studie: Zahlungsf\u00e4higkeit deutscher Unternehmen"},"content":{"rendered":"<h4>8,8 Prozent der Firmen in Deutschland haben ein hohes Zahlungsausfallrisiko<\/h4>\n<ul>\n<li>286.184 Firmen (8,8 Prozent) mit \u00fcberdurchschnittlich hohem Zahlungsausfallrisiko (Bonit\u00e4tsindex 4,5 bis 6,0) &#8211; Stand: 16. Februar 2015<\/li>\n<li>Bundesdurchschnitt &#8211; statistische Ausfallquote (bereits ausgefallen oder binnen der n\u00e4chsten 12 Monate): 4,9 Prozent; Bonit\u00e4tsmittelwert: 2,7; Median: 2,4;<\/li>\n<li>Schlusslicht Sachsen-Anhalt &#8211; Ausfallquote: 7,3 Prozent; Bonit\u00e4tsmittelwert: 2,9; Median: 2,4<\/li>\n<li>Primus Bayern &#8211; Ausfallquote: 3,7 Prozent; Bonit\u00e4tsindex: 2,2; Median: 2,2<\/li>\n<li>Logistik als die am st\u00e4rksten bedrohte Branche &#8211; Ausfallquote: 7,2 Prozent; Bonit\u00e4tsindex: 2,9<\/li>\n<li>Beste Branche: verarbeitendes Gewerbe &#8211; Ausfallquote: 3,2 Prozent; Bonit\u00e4tsindex: 2,5<\/li>\n<li>Am st\u00e4rksten bedrohte Rechtsform UG &#8211; Ausfallquote: 7,6 Prozent; Bonit\u00e4tsindex: 3,5<\/li>\n<li>Beste Rechtform nach Bonit\u00e4tsindex: AG (2,4)<\/li>\n<li>Rechtform mit niedrigster Ausfallquote: GmbH &#038; Co. KG (1,6 Prozent)<\/li>\n<li>Schlechteste Werte bei Umsatzklasse unter 100.000 Euro &#8211; Ausfallquote: 4,7 Prozent; Bonit\u00e4tsindex: 2,7<\/li>\n<\/ul>\n<h4>\u00dcberblick Unternehmensbonit\u00e4t: Durchschnittliche Bonit\u00e4ts-Schulnote von 2,7 \/ statistische Ausfallquote von 4,9 Prozent<\/h4>\n<p>Deutschland erfreut sich derzeit eines soliden Wirtschaftswachstums. Dennoch: Wie finanzstark und zahlungsf\u00e4hig, wie robust und widerstandsf\u00e4hig sind hiesige Firmen tats\u00e4chlich aufgestellt? \u2028Um diese Fragen zu beantworten, hat die Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel 3.242.801 Unternehmen in Deutschland hinsichtlich ihrer Bonit\u00e4t (Zahlungsf\u00e4higkeit) untersucht.<\/p>\n<h4>Die Ausgangslage: Die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Deutschland<\/h4>\n<p>Die wirtschaftlichen Voraussetzungen f\u00fcr Unternehmen k\u00f6nnten aktuell kaum besser sein &#8211; einerseits: Das Bruttoinlandsprodukt zog im Schlussquartal 2014 gegen\u00fcber den vorausgehenden drei Monaten um 0,7 Prozent an &#8211; angetrieben von der Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland. Zudem hat Deutschland 2014 mit einem Rekordwert den gr\u00f6\u00dften Export\u00fcberschuss aller Staaten erwirtschaftet. <\/p>\n<p>Andererseits sind viele Unternehmen aufgrund von schlecht oder nicht zahlenden Vertragspartnern derzeit von Zahlungsausf\u00e4llen bedroht: 2014 mussten 24.549 Firmen in Deutschland eine Insolvenz anmelden.<\/p>\n<p>Zwar entspricht diese Insolvenzzahl dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 1999. Aber die Folgen von Insolvenzen wirken sich volkswirtschaftlich stets dramatisch aus: &#8222;Durch Forderungsausf\u00e4lle entstehen Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he. Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit. Und durch Dominoeffekte k\u00f6nnen auch weitere Unternehmen in finanzielle Schieflage geraten&#8220;, erl\u00e4utert Dr. Norbert Sellin, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wirtschaftsauskunftei B\u00fcrgel.<\/p>\n<h4>Bonit\u00e4tsindex als zentraler Indikator der Analyse<\/h4>\n<p>Der zentrale Indikator der Analyse &#8222;Zahlungsf\u00e4higkeit deutscher Unternehmen&#8220; ist der B\u00fcrgel Bonit\u00e4tsindex. Dieser Fr\u00fchwarnindikator dient zur Beurteilung der Bonit\u00e4t und der Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen. \u2028Um das Ausfallrisiko von Firmen zu bewerten, prognostiziert der von B\u00fcrgel statistisch ermittelte Bonit\u00e4tsindex die Ausfallwahrscheinlichkeit von Unternehmen binnen der n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monate. Der Bonit\u00e4tsindex basiert auf einer Vielzahl von Informationen, die Aufschluss \u00fcber die Kreditw\u00fcrdigkeit eines Unternehmens geben. Dazu gewichtet die Wirtschaftsauskunftei u.a. Angaben zu den Bilanzen, Mitarbeiter- und Umsatzzahlen sowie zur Unternehmenst\u00e4tigkeit. Au\u00dferdem flie\u00dfen Informationen zur Rechtsform des Unternehmens und vorhandene gerichtliche Negativmerkmale ein. Daraus berechnet B\u00fcrgel eine Gesamtnote, die die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit wiedergibt. Eine 1,0 entspricht hierbei einer sehr guten Zahlungsf\u00e4higkeit bzw. einer sehr niedrigen Krisenanf\u00e4lligkeit; eine 6,0 steht f\u00fcr den (sehr wahrscheinlichen) Zahlungsausfall und die damit verbundene Einstellung der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit.  Somit dokumentiert dieses Schulnotensystem die Bonit\u00e4t von Unternehmen und macht deren Zahlungsf\u00e4higkeit vergleichbar. <\/p>\n<h4>8,8 Prozent der Unternehmen gef\u00e4hrdet<\/h4>\n<p>Laut der aktuellen Auswertung &#8222;Zahlungsf\u00e4higkeit deutscher Unternehmen&#8220; bergen 286.184 Firmen in Deutschland derzeit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko (Stichtag: 16. Februar 2015) oder sind bereits mit ihren Zahlungen ausgefallen.  Anders ausgedr\u00fcckt sind 8,8 Prozent der insgesamt 3.242.801 von B\u00fcrgel f\u00fcr die Studie auf Zahlungsf\u00e4higkeit untersuchten Unternehmen gef\u00e4hrdet, denn: Die betroffenen Unternehmen verf\u00fcgen \u00fcber einen Bonit\u00e4tsindex der Schulnote 4,5 bis 6,0. Das bedeutet, dass diese Firmen &#8211; von der Kapitalgesellschaft bis hin zum Freiberufler &#8211; ihren Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nachkommen k\u00f6nnen. Allerdings bedeutet der statistische Wert explizit nicht, dass die betroffenen Unternehmen alle Insolvenz anmelden m\u00fcssen. Er sagt lediglich aus, dass die Betroffenen \u00fcber eine ausgepr\u00e4gt schwache Bonit\u00e4t verf\u00fcgen und damit besonders insolvenzgef\u00e4hrdet sind. \u2028Der Gro\u00dfteil (48,2 Prozent) der Unternehmen liegt allerdings in der Risikoklasse 2,0 bis 2,4 und weist in Deutschland aktuell ein unterdurchschnittliches Ausfallrisiko aus. 21 Prozent der Firmen in Deutschland bergen ein durchschnittliches Ausfallrisiko.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/01-prozentualer-anteil-unternehmen-je-risikoklasse-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der deutschlandweite, statistische Durchschnitt des Bonit\u00e4tsindex liegt bei 2,7 &#8211; also bei einer Zahlungsf\u00e4higkeit, die der Schulnote gut bis befriedigend und einer durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit entspricht. Der Median, also der  Mittelwert f\u00fcr Verteilungen innerhalb der Statistik, liegt bundesweit bei einem Wert von 2,4. Die Ausfallquote der Unternehmen, die binnen zw\u00f6lf Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit auszufallen drohen oder bereits zahlungsunf\u00e4hig sind (Bonit\u00e4tsindex 6,0) liegt bei 4,9 Prozent. Mathematisch entspricht die Ausfallquote dem Anteil der Summe der ausgefallenen Unternehmen (Bonit\u00e4tsindex 6,0) an der Grundgesamtheit. Ein Unternehmen gilt als ausgefallen, wenn davon ausgegangen werden muss, dass es seinen Zahlungsverpflichtungen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nicht mehr nachkommen kann.<\/p>\n<h4>Bundesl\u00e4nder: Finanzschw\u00e4chste Unternehmen in Sachsen-Anhalt<\/h4>\n<p>Unternehmen, die bereits mit ihren Zahlungen ausgefallen sind oder denen dieses Schicksal statistisch in den n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monaten droht (Bonit\u00e4tsindex 6,0), sind ungleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber die 16 Bundesl\u00e4nder verteilt. Die h\u00f6chste Ausfallquote (Bonit\u00e4tsindex 6,0) von 7,3 Prozent weist hier Sachsen-Anhalt auf. Aber auch in Sachsen (6,4 Prozent), Berlin (6,1 Prozent), Nordrhein-Westfalen (5,7 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (5,5 Prozent), Th\u00fcringen (5,4 Prozent) und Brandenburg (5,2 Prozent) sind mehr bedrohte Unternehmen ans\u00e4ssig als im Bundesdurchschnitt (4,9 Prozent). Bestwerte liefern hingegen Bayern mit einer Ausfallquote von 3,7 Prozent, gefolgt von Schleswig-Holstein und Baden-W\u00fcrttemberg (jeweils 4,3 Prozent). \u2028\u2028<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/02-ausfallquoten-deutscher-unternehmen-pro-bundesland-karte.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p>Der durchschnittliche Bonit\u00e4tsindex nimmt in den Bundesl\u00e4ndern Werte zwischen 2,6 und 2,9 an. Mit 2,9 am schlechtesten schneiden hier Berlin (Median: 2,6) und Sachsen-Anhalt (Median: 2,4) ab. Diese Werte sind Indikatoren daf\u00fcr, dass die finanzschw\u00e4cheren Unternehmen in diesen beiden Bundesl\u00e4ndern angesiedelt sind und die Firmen \u00fcber eine schlechtere  Zahlungsf\u00e4higkeit verf\u00fcgen. Allerdings ist auch die Bonit\u00e4t der Firmen in Sachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Saarland unterdurchschnittlich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/03-bonitaetsindex-deutscher-unternehmen-pro-bundesland-karte.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p>Beste Werte hinsichtlich der Firmenbonit\u00e4t liefern Unternehmen in Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg mit einem Wert von 2,6. Hier liegen Median (Bayern: 2,2; Baden-W\u00fcrttemberg: 2,3) und Ausfallquote (Bayern: 3,7 Prozent; Baden-W\u00fcrttemberg: 4,3 Prozent) im niedrigen Bereich, so dass dies vor allem in Bayern f\u00fcr finanzstarke und robuste Unternehmen spricht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/04-bonitaetsindex-deutscher-unternehmen-pro-bundesland-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>Branchen: Logistiker und Baugewerbe haben das Nachsehen \/ gute Aussichten f\u00fcr Energieunternehmen<\/h4>\n<p>Je nach Branchenzugeh\u00f6rigkeit der untersuchten Unternehmen zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Zahlungsf\u00e4higkeit. Am schlechtesten stehen bundesweit &#8211; auch hinsichtlich des Ausfallrisikos &#8211; Logistikunternehmen da. Sie bringen es auf einen durchschnittlichen Bonit\u00e4tsmittelwert von 2,9 und eine statistische Ausfallquote von 7,2 Prozent. Das Baugewerbe liefert einen Durchschnittsbonit\u00e4tsindex von 2,7 und eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 5,7 Prozent. In den Dienstleistungen liegt die durchschnittliche Bonit\u00e4t mit 2,8 \u00e4hnlich hoch &#8211; 5,6 Prozent der Unternehmen aus diesem Sektor drohen binnen der n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monate auszufallen. Am besten kann sich hingegen das verarbeitende Gewerbe mit einem Bonit\u00e4tsindex von 2,5 behaupten; hier rangiert die statistische Ausfallquote bei 3,2 Prozent. Die niedrigste statistische Ausfallquote mit 1,5 Prozent bietet der Energiesektor auf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/05-zahlungsfaehigkeit-deutscher-unternehmen-je-branche-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>Rechtsformen: Schlusslicht UG<\/h4>\n<p>Die Unternehmergesellschaft (UG) weist als Rechtsform mit der durchschnittlichen Schulnote von 3,5 den schlechtesten Bonit\u00e4tsindex auf &#8211; gefolgt von Gewerbebetrieben (2,8) und der Rechtsform GbR (Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts) mit einem Wert von 2,7. Am besten stehen hingegen die Aktiengesellschaften mit einem durchschnittlichen Bonit\u00e4tsindex von 2,4 da. Gute Indizes melden auch die GmbHs (2,5) und die Rechtsform GmbH &#038; Co. KG sowie die freien Berufe (beide 2,6).<\/p>\n<p>Die Ausfallquote nach Rechtsform liegt bei den Unternehmergesellschaften (UG) mit einer Quote von 7,6 Prozent und bei den Gewerbebetrieben (7,1 Prozent) am h\u00f6chsten. Besser ist der Wert bei den GmbH &#038; Co. KGs mit einer Ausfallquote von 1,6 Prozent. Aber auch die AGs (2,3 Prozent), die GmbHs (2,8 Prozent) und die GbRs (2,9 Prozent) punkten. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/06-zahlungsfaehigkeit-deutscher-unternehmen-nach-rechtsform-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>Umsatzklassen: Je geringer der Umsatz, desto gef\u00e4hrdeter<\/h4>\n<p>Unternehmen, die weniger als 100.000 Euro pro Jahr umsetzen, weisen im Durchschnitt den schlechtesten Bonit\u00e4tsindex von 2,7 auf &#8211; aber auch die h\u00f6chste Ausfallquote von 4,7 Prozent. Besser schneiden hingegen Unternehmen mit einem Umsatz von f\u00fcnf bis zehn Millionen Euro ab; hier rangiert der statistische Bonit\u00e4tsnotenwert bei 2,0 und die Ausfallquote bei lediglich 0,4 Prozent. Bei Firmen mit einem Umsatz von zehn bis 50 Millionen Euro Umsatz liegt der Bonit\u00e4tsindex ebenfalls bei 2,0. Die Ausfallquote liegt lediglich bei nur noch 0,3 Prozent.  <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/07-zahlungsfaehigkeit-deutscher-unternehmen-je-umsatzklasse-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>Folgen schlechter Zahlungsf\u00e4higkeit<\/h4>\n<p>Es gibt in der Praxis typische Verhaltensmuster, die fr\u00fchzeitig auf eine prek\u00e4re Situation von Unternehmen hinweisen: etwa wenn eine schlechtere Zahlungsmoral, ein ver\u00e4ndertes Bestellverhalten oder eine h\u00e4ufige \u00c4nderung in der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, Bankverbindung oder Firmierung auftreten. Indikatoren sind aber auch, wenn Zahlungen durch ungerechtfertigte M\u00e4ngelr\u00fcgen hinausgez\u00f6gert, m\u00fcndliche Zusagen gebrochen oder h\u00e4ufig Rechnungskopien angefordert werden. <\/p>\n<p>Insolvenzen und Zahlungsausf\u00e4lle f\u00fchren nicht nur zu volkswirtschaftlichen Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he. Forderungsausf\u00e4lle von Kunden k\u00f6nnen auch die Liquidit\u00e4t des eigenen Unternehmens negativ beeinflussen.  Schlittern Vertragspartner in die Zahlungsunf\u00e4higkeit, stellt das gerade mittelst\u00e4ndische und kleine Unternehmen vor erhebliche finanzielle Probleme. Insbesondere die betroffenen KMU verf\u00fcgen oft nicht \u00fcber ausreichendes Eigenkapital, um das z\u00f6gerliche Zahlungsverhalten ihrer Kunden zu kompensieren, denn: Erstens bedeuten Zahlungsverz\u00f6gerungen oder -ausf\u00e4lle bei Partnern zus\u00e4tzliche Mehrarbeit und entsprechende Kosten f\u00fcr den eigenen Betrieb. Zweitens ist es in vielen Branchen \u00fcblich, dass ein Unternehmen mit seiner Arbeitsleistung und den Materialkosten in Vorleistung tritt. Die unter Zahlungsverz\u00f6gerungen und -ausf\u00e4llen leidenden Firmen fungieren damit als Kreditgeber. Sie tragen durch die entstandenen Kosten auch das finanzielle Risiko. Und dies f\u00fchrt f\u00fcr den Betrieb, vor allem wenn Forderungsausf\u00e4lle besonders hoch sind, zu eigenen finanziellen Engp\u00e4ssen, im schlimmsten Fall zur eigenen Insolvenz.<\/p>\n<h4>Ursachen von Zahlungsverz\u00f6gerungen und -ausf\u00e4llen liegen oft im Management<\/h4>\n<p>Die Ursachen einer schlechteren Bonit\u00e4t sind vielf\u00e4ltig. Oft sind mehrere Ausl\u00f6ser Ursache einer Zahlungsunf\u00e4higkeit. Dazu z\u00e4hlen insbesondere folgende Aspekte:<\/p>\n<ul>\n<li>Mangelnde Kapitalausstattung und Finanzierungsschwierigkeiten<\/li>\n<li>Konjunktur und Strukturwandel<\/li>\n<li>Lohn- oder Verwaltungskosten<\/li>\n<li>Staatliche Steuer-, Wirtschafts- und Sozialpolitik<\/li>\n<li>Pers\u00f6nlicher\/famili\u00e4rer Bereich des Unternehmers und Teilhaberschwierigkeiten<\/li>\n<li>Falsche Markteinsch\u00e4tzung und in der Folge mangelnde Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Fehlinvestitionen oder unangemessene Kapazit\u00e4tsausweitung<\/li>\n<li>Fehlerhafte Struktur\/Organisation des Unternehmens sowie Standortprobleme<\/li>\n<li>Schlechte Zahlungsmoral der Kunden<\/li>\n<li>Folgeinsolvenzen bzw. Dominoinsolvenzen treffen gleich mehrere Unternehmen<\/li>\n<li>Gr\u00fcndungs- oder \u00dcbernahmeschwierigkeiten<\/li>\n<li>M\u00e4ngel bei Kalkulation oder Buchf\u00fchrung<\/li>\n<li>Schwierigkeiten mit Lieferanten<\/li>\n<li>M\u00e4ngel im Produktbereich (Qualit\u00e4t, Preis, Produkteigenschaften)<\/li>\n<li>Veraltete Technologien, nicht gelungene technische Umstellung<\/li>\n<li>F\u00fchrungsprobleme<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8,8 Prozent der Firmen in Deutschland haben ein hohes Zahlungsausfallrisiko 286.184 Firmen (8,8 Prozent) mit \u00fcberdurchschnittlich hohem Zahlungsausfallrisiko (Bonit\u00e4tsindex 4,5 bis 6,0) &#8211; Stand: 16. Februar 2015 Bundesdurchschnitt &#8211; statistische Ausfallquote (bereits ausgefallen oder binnen der n\u00e4chsten 12 Monate): 4,9 Prozent; Bonit\u00e4tsmittelwert: 2,7; Median: 2,4; Schlusslicht Sachsen-Anhalt &#8211; Ausfallquote: 7,3 Prozent; Bonit\u00e4tsmittelwert: 2,9; Median: 2,4 &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[203,22],"tags":[247,46,196,125,133,138,134,169,33,8,135,132,240,321,22],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2831"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2847,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831\/revisions\/2847"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}