{"id":2772,"date":"2015-01-21T14:33:29","date_gmt":"2015-01-21T12:33:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2772"},"modified":"2015-01-21T14:33:29","modified_gmt":"2015-01-21T12:33:29","slug":"firmeninsolvenzen-sinken-in-deutschland-um-82-prozent-anstieg-fuer-2015-prognostiziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2015\/01\/21\/firmeninsolvenzen-sinken-in-deutschland-um-82-prozent-anstieg-fuer-2015-prognostiziert\/","title":{"rendered":"Firmeninsolvenzen sinken in Deutschland um 8,2 Prozent &#8211; Anstieg f\u00fcr 2015 prognostiziert"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Im Jahr 2014 mussten 24.549 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das entspricht einem R\u00fcckgang um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. &#8222;Wir beobachten bei den Firmeninsolvenzen den f\u00fcnften R\u00fcckgang in Folge und den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1999&#8220;, kommentiert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. Im Vergleich zum Jahr 2004 sank die Zahl um 37,3 Prozent. Vor zehn Jahren meldeten 39.123 Unternehmen eine Insolvenz an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/01a-firmeninsolvenzen-deutschland-jahresvergleich-chart.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4>Ursachen sinkender Insolvenzzahlen im Jahr 2014<\/h4>\n<p>Hauptgrund f\u00fcr den erneuten R\u00fcckgang der Insolvenzzahlen ist die gefestigte Konjunktur. Treiber der deutschen Wirtschaft waren vor allem der private Konsum sowie die Exporte der Unternehmen. Die anhaltend gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, ein leichter Anstieg der Reall\u00f6hne sowie sinkende Energiekosten f\u00fchrten zu einem Anstieg des Konsums. Au\u00dferdem wuchsen die Exporte trotz eines problematischen weltwirtschaftlichen Umfeldes st\u00e4rker als die Importe. &#8222;Zudem haben die Unternehmen durch g\u00fcnstige Finanzierungen gute Rahmenbedingungen&#8220;, so Dr. Sellin. R\u00fcckl\u00e4ufige Insolvenzzahlen bedeuten auch weniger Anschlussinsolvenzen durch sogenannte Dominoeffekte. Diese entstehen, wenn zahlungsunf\u00e4hige Unternehmen auch bei anderen Firmen f\u00fcr Liquidit\u00e4tsengp\u00e4sse sorgen (z.B. durch nicht bezahlte Rechnungen) und im Extremfall diese mit in die Insolvenz treiben.<\/p>\n<h4>Anstieg der Firmeninsolvenzen im Jahr 2015 m\u00f6glich<\/h4>\n<p>&#8222;Aktuell gehen wir f\u00fcr das Jahr 2015 von einem leichten Anstieg bei den Insolvenzzahlen aus. M\u00f6glich ist ein Anstieg um 1,5 &#8211; 2,0 Prozent&#8220;, prognostiziert Dr. Sellin. Basierend auf der Annahme einer Schw\u00e4chung des inl\u00e4ndischen Konsums und weiteren geopolitischen Risiken sind dieses Jahr bis zu 25.000 Firmenpleiten m\u00f6glich. Die gr\u00f6\u00dften Gefahren f\u00fcr eine Prognose bestehen in der Entwicklung der Wirtschaft im Euroraum und einer m\u00f6glichen Eskalation der politischen Krisen. Sollten sich aufgrund dieser nicht vorhersehbaren Entwicklungen die Exportaussichten verschlechtern, ist auch ein st\u00e4rkerer Anstieg der Insolvenzen m\u00f6glich. &#8222;Gegen Ende des 1. Halbjahres 2015 werden wir sehen, wie sich die Zahl der Firmeninsolvenzen 2015 entwickelt&#8220;, so Dr. Sellin.<\/p>\n<h4>Negative Entwicklungen im Insolvenzgeschehen 2014<\/h4>\n<p>Im Jahr 2014 gab es allerdings auch Entwicklungen, die die Euphorie eintr\u00fcben. Firmeninsolvenzen sind weiterhin ein Problem mit einer hohen volkswirtschaftlichen Relevanz. Die durch Insolvenzen verursachten Sch\u00e4den beliefen sich 2014 auf knapp 26 Milliarden Euro. Zudem waren erneut \u00fcber 100.000 Arbeitnehmer von der Insolvenz eines Unternehmens betroffen. Die gr\u00f6\u00dfte Einzelinsolvenz im Jahr 2014 meldete mit knapp 6.800 Mitarbeitern die Verlagsgruppe Weltbild an. Trotz r\u00fcckl\u00e4ufiger Zahlen (minus 14,6 Prozent) mussten viele Jungunternehmen Insolvenz anmelden (24,9 Prozent). Diese Firmen sind nur bis zu 2 Jahre am Markt aktiv und machen knapp ein Viertel am gesamten Insolvenzgeschehen in Deutschland aus.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde f\u00fcr das Scheitern sind vorrangig in der Gesch\u00e4ftsidee zu sehen. Ist diese nicht marktf\u00e4hig oder werden die Produkte nicht effizient hergestellt, hat das Unternehmen keine \u00dcberlebenschance und muss Insolvenz anmelden. Eine weitere Ursache liegt in den h\u00e4ufig schwierigen Finanzierungsm\u00f6glichkeiten der Jungunternehmen. Zudem machen den Gr\u00fcndern vor allem Marktver\u00e4nderungen, strategische Fehlentscheidungen und mangelnde fachliche Kompetenz zu schaffen. Ein weiterer negativer Trend setzt sich auch 2014 fort. Die sogenannte Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) bleibt eine risikobehaftete Rechtsform. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Fallzahlen in diesem Segment um 13,7 Prozent auf 2.050 F\u00e4lle. Damit macht die UG mittlerweile 8,4 Prozent am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus.<\/p>\n<h4>Ursachen von Firmeninsolvenzen<\/h4>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr Firmeninsolvenzen sind unterschiedlich ausgepr\u00e4gt. In vielen F\u00e4llen gibt es nicht die eine Insolvenzursache, sondern es sind zahlreiche Ausl\u00f6ser gemeinsam verantwortlich f\u00fcr die Zahlungsunf\u00e4higkeit. Die folgenden Ursachen werden in der Praxis von Unternehmen als Insolvenzgr\u00fcnde genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>mangelnde Kapitalausstattung (Eigenkapitalmangel\/Finanzierungsschwierigkeiten)<\/li>\n<li>Konjunkturelle Lage, Strukturwandel<\/li>\n<li>Lohn- oder Verwaltungskosten<\/li>\n<li>Staatliche Steuer-, Wirtschafts- und Sozialpolitik<\/li>\n<li>Pers\u00f6nlicher\/famili\u00e4rer Bereich des Unternehmers; Teilhaberschwierigkeiten<\/li>\n<li>Falsche Markteinsch\u00e4tzung\/mangelnde Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Fehlinvestitionen oder zu schnelle\/zu langsame Kapazit\u00e4tsausweitung<\/li>\n<li>Fehlerhafte Struktur\/Organisation des Unternehmens\/Standortprobleme<\/li>\n<li>schlechte Zahlungsmoral der Kunden<\/li>\n<li>Folgeinsolvenzen bzw. Dominoinsolvenzen treffen gleich mehrere Unternehmen<\/li>\n<li>Gr\u00fcndungs- oder \u00dcbernahmeschwierigkeiten<\/li>\n<li>M\u00e4ngel in Kalkulation oder Buchf\u00fchrung<\/li>\n<li>Schwierigkeiten mit Lieferanten<\/li>\n<li>M\u00e4ngel im Produktbereich (Qualit\u00e4t, Preis, Produkteigenschaften)<\/li>\n<li>Veraltete Technologie, nicht gelungene technische Umstellung<\/li>\n<li>F\u00fchrungsprobleme<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Firmeninsolvenzen nach Bundesl\u00e4ndern: Nordrhein-Westfalen ist Insolvenzspitzenreiter<\/h4>\n<p>Beim Blick auf die einzelnen Bundesl\u00e4ndern zeigen sich in Deutschland zum Teil gro\u00dfe regionale Unterschiede. Die meisten Firmeninsolvenzen gab es in Nordrhein-Westfalen. Sowohl bei den absoluten Zahlen als auch bei den relativen Insolvenzen (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) belegt das fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte Bundesland die Spitzenposition. 8.059 bzw. 111 Firmen je 10.000 Unternehmen haben in Nordrhein-Westfalen 2014 eine Insolvenz angemeldet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/01b-firmeninsolvenzen-bundesland-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02-firmeninsolvenzen-bundesland-chart.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p>Aber auch Bayern (2.900 Firmeninsolvenzen), Niedersachsen (2.240), Baden-W\u00fcrttemberg (1.833) und Hessen (1.560) weisen im absoluten Vergleich hohe Werte auf. Am wenigsten Insolvenzen wurden im Jahr 2014 mit 270 F\u00e4llen in Bremen gemeldet.<\/p>\n<p>Diese Reihenfolge der absoluten Insolvenzen je Bundesland \u00e4ndert sich, wenn man die Firmendichte (Insolvenzen je 10.000 Unternehmen) mit in die Analyse einbezieht. Nach Nordrhein-Westfalen (111) gab es in Bremen die meisten Firmeninsolvenzen (97 Insolvenzen je 10.000 Firmen). Es folgen Sachsen-Anhalt und Berlin (je 82), Schleswig-Holstein und Hamburg (je 81), das Saarland (79) und Niedersachsen (75). Die \u00fcbrigen Bundesl\u00e4nder liegen unter dem Bundesdurchschnitt von 70 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen. Allen voran Baden-W\u00fcrttemberg (40), Bayern (45) und Th\u00fcringen (52).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/03-insolvenzverfahren-pro-bundesland-10000-unternehmen-chart.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/04-insolvenzverfahren-pro-bundesland-10000-unternehmen-karte.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Mehr Insolvenzen in f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern<\/h4>\n<p>In f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern steigen die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend an. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnet Bremen mit 17,4 Prozent mehr Insolvenzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/05-prozentuale-veraenderung-firmeninsolvenzen-bundesland-chart.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p>In Th\u00fcringen und Hamburg (je 2 Prozent mehr Insolvenzen), Berlin (1,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (0,9 Prozent) steigen die Insolvenzzahlen nur gering an. Der deutlichste R\u00fcckgang im Jahr 2014 wurde in Sachsen-Anhalt registriert. Hier gab es 16,3 Prozent weniger Firmeninsolvenzen als noch vor einem Jahr. Aber auch Rheinland-Pfalz (minus 13,4 Prozent), Sachsen (minus 13 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 12,9 Prozent), Hessen (minus 9,5 Prozent) und Baden-W\u00fcrttemberg (minus 9,3 Prozent) verzeichnen hohe R\u00fcckg\u00e4nge.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/06-absolute-veraenderung-bundesland-jahresvergleich-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/07-prozentuale-veraenderung-firmeninsolvenzen-bundesland-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>Branchen: R\u00fcckg\u00e4nge in allen Hauptwirtschaftsbereichen<\/h4>\n<p>Im Jahr 2014 ereigneten sich in allen Hauptbranchen Insolvenzr\u00fcckg\u00e4nge. Sowohl das Baugewerbe, das verarbeitende Gewerbe, der Handel, die Dienstleistungsbranche und die Logistik verzeichnen 2014 sinkende Insolvenzzahlen. Spitzenreiter bei den Branchen ist das Baugewerbe mit 97 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Den geringsten Anteil mit 44 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen hat das verarbeitende Gewerbe.<\/p>\n<h4>Firmeninsolvenzen nach Unternehmensalter: Weiterhin Jungunternehmen betroffen<\/h4>\n<p>Der Trend, dass viele junge Unternehmen Insolvenz anmelden m\u00fcssen, setzt sich auch 2014 fort. 6.102 zahlungsunf\u00e4hige Unternehmen waren nicht l\u00e4nger als zwei Jahre am Markt. Positiv ist die Entwicklung, dass die Zahl der insolventen Unternehmen in diesem Segment um 14,6 Prozent zur\u00fcckgegangen ist. Auch in allen weiteren Bereichen nach Unternehmensalter sind die Firmeninsolvenzzahlen r\u00fcckl\u00e4ufig. Den geringsten R\u00fcckgang verzeichnen Unternehmen, die 9-10 Jahre am Markt aktiv waren (minus 2 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/08-firmeninsolvenzen-alter-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>Firmeninsolvenzen nach Rechtsform: Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen sowie GmbHs mit dem gr\u00f6\u00dften Insolvenzanteil<\/h4>\n<p>40,6 Prozent (9.965 F\u00e4lle) aller Firmeninsolvenzen in Deutschland gehen auf das Konto von Einzelunternehmen und Gewerbebetrieben. Bei den GmbHs kam es 2014 zu 9.687 Insolvenzf\u00e4llen (Anteil an der Insolvenzstatistik: 39,5 Prozent). Den mittlerweile drittst\u00e4rksten Anteil von 8,4 Prozent (2.050 F\u00e4lle) am Firmeninsolvenzgeschehen in Deutschland macht die Rechtsform der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) aus. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Insolvenzf\u00e4lle bei dieser Rechtsform um 13,7 Prozent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/09-firmeninsolvenzen-rechtsform-tabelle.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der Firmeninsolvenzen ist in Deutschland weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Im Jahr 2014 mussten 24.549 Unternehmen Insolvenz anmelden. 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