{"id":2738,"date":"2014-08-18T12:08:14","date_gmt":"2014-08-18T10:08:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/?p=2738"},"modified":"2014-08-18T12:08:14","modified_gmt":"2014-08-18T10:08:14","slug":"1-halbjahr-2014-firmeninsolvenzen-sinken-um-76-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/2014\/08\/18\/1-halbjahr-2014-firmeninsolvenzen-sinken-um-76-prozent\/","title":{"rendered":"1. Halbjahr 2014: Firmeninsolvenzen sinken um 7,6 Prozent"},"content":{"rendered":"<h4>1. \u00dcberblick: Firmeninsolvenzen sinken um 7,6 Prozent<\/h4>\n<p>Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist auch im 1. Halbjahr 2014 gesunken. Insgesamt mussten in den ersten sechs Monaten des Jahres 12.268 Unternehmen Insolvenz anmelden. Das entspricht einem R\u00fcckgang von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. &#8222;2014 gehen wir von bis zu 25.000 Firmeninsolvenzen aus&#8220;, prognostiziert B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Norbert Sellin. In Deutschland w\u00e4re das der f\u00fcnfte R\u00fcckgang der Firmeninsolvenzen in Folge. Zum Vergleich: Im Jahr 2004 gab es noch knapp 39.000 Firmeninsolvenzen.<\/p>\n<p>Die Hauptursache f\u00fcr den weiteren R\u00fcckgang ist die anhaltend gute Konjunktur in Deutschland. Diese wird in 2014 wesentlich von der Binnennachfrage getragen. Die Unternehmen profitieren dabei von den Ausgaben der privaten Konsumenten. Ein stabiler Arbeitsmarkt und leichte Einkommenszuw\u00e4chse, verbunden mit einer niedrigen Inflation, f\u00f6rdern den Aufschwung des privaten Konsums. &#8222;Zudem haben die Unternehmen durch g\u00fcnstige Finanzierungen gute Rahmenbedingungen&#8220;, so Dr. Sellin. &#8222;Dar\u00fcber hinaus beobachten wir aufgrund der sinkenden Zahlen weniger Anschlussinsolvenzen, d.h. weniger zahlungsf\u00e4hige Unternehmen rei\u00dfen andere Firmen mit in die Insolvenz.&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/01-firmeninsolvenzen-10-jahresvergleich-chart_2.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Nachrichten einer Konjunkturabschw\u00e4chung im 2. Quartal 2014 haben aktuell noch keinen Einfluss auf die Zahl der Firmeninsolvenzen. Der Aufschwung verliert aufgrund der internationalen Krisen in Russland, der Ukraine und dem Nahen Osten an Fahrt. Auch die wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten im Euroraum entwickelten sich verhalten. Damit deutet sich eine Konjunkturabschw\u00e4chung in Deutschland an. In den ersten drei Monaten war die Wirtschaftsleistung noch um 0,8 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Auswirkungen der Konjunkturabk\u00fchlung auf die Insolvenzentwicklung sind wohl erst im 4. Quartal oder Anfang des kommenden Jahres absehbar. Konjunkturprognosen spiegeln die Zukunftserwartungen wider. In den Insolvenzstatistiken zeichnet sich hingegen die Entwicklung der Vergangenheit ab&#8220;, erkl\u00e4rt der B\u00fcrgel Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n<p>Trotz sinkender Firmeninsolvenzzahlen und dem niedrigsten Stand seit Einf\u00fchrung der neuen Insolvenzordnung in Deutschland, gibt es auch negative Aspekte zu beachten:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Sch\u00e4den, die durch Insolvenzen verursacht werden, belaufen sich im 1. Halbjahr 2014 auf 12,8 Milliarden Euro. Damit sind Insolvenzen nach wie vor ein Problem mit hoher volkswirtschaftlicher Relevanz.<\/li>\n<li>Ein gutes Indiz f\u00fcr den Schaden, der einer Volkswirtschaft durch die Insolvenz eines Unternehmens entsteht, ist die Anzahl der Mitarbeiter, die eine Firma besch\u00e4ftigt. In vielen F\u00e4llen verlieren die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Die insolvente Verlagsgruppe Weltbild besch\u00e4ftigte beispielweise knapp 6.800 Mitarbeiter.<\/li>\n<li>Weiterhin sind viele junge Unternehmen von der Insolvenz betroffen. Gut ein Viertel (25,4 Prozent) der Unternehmen, die im Untersuchungszeitraum Insolvenz anmelden mussten, waren nur bis zu zwei Jahre am Markt aktiv. Hauptursachen f\u00fcr eine Firmeninsolvenz der Jungunternehmen sind Unterfinanzierungen in der Startphase (zum Beispiel durch fehlende R\u00fccklagen oder eine Kreditablehnung), strategische Fehlentscheidungen des Unternehmens (zu starke Bindung an einzelne Kunden, Fehlinvestitionen), Probleme auf Absatz- und Beschaffungsm\u00e4rkten (nicht hinreichende Marktkenntnisse, zu enger Kundenstamm) sowie externe Ereignisse (Forderungsausf\u00e4lle, Kostensteigerungen auf der Beschaffungsseite).<\/li>\n<li>Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) bleibt auch im 1. Halbjahr 2014 eine risikobehaftete Rechtsform. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Fallzahlen in diesem Segment um knapp 20 Prozent.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Ursachen von Insolvenzen sind stark einzelfallbezogen. In vielen F\u00e4llen gibt es jedoch nicht eine einzelne Insolvenzursache. H\u00e4ufig sind zahlreiche Ausl\u00f6ser gemeinsam verantwortlich f\u00fcr die Zahlungsunf\u00e4higkeit von Unternehmen.<\/p>\n<p>Die folgenden zehn Ursachen werden in der Praxis von Unternehmen als Insolvenzgr\u00fcnde genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>mangelnde Kapitalausstattung (Eigenkapitalmangel\/Finanzierungsschwierigkeiten)<\/li>\n<li>Konjunkturelle Lage, Strukturwandel<\/li>\n<li>Lohn- oder Verwaltungskosten<\/li>\n<li>Staatliche Steuer-, Wirtschafts- und Sozialpolitik<\/li>\n<li>Pers\u00f6nlicher\/famili\u00e4rer Bereich des Unternehmers; Teilhaberschwierigkeiten<\/li>\n<li>Falsche Markteinsch\u00e4tzung\/mangelnde Wettbewerbsf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Fehlinvestitionen oder zu schnelle\/zu langsame Kapazit\u00e4tsausweitung<\/li>\n<li>Fehlerhafte Struktur\/Aufbau\/Organisation des Unternehmens<\/li>\n<li>Gr\u00fcndungs- oder \u00dcbernahmeschwierigkeiten<\/li>\n<li>Standortprobleme<\/li>\n<\/ul>\n<h4>2. Regionale Verteilung: Nordrhein-Westfalen ist Insolvenzspitzenreiter<\/h4>\n<p>Auf regionaler Ebene gab es im 1. Halbjahr 2014 die meisten Insolvenzen in Nordrhein-Westfalen. Im fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dften Bundesland wurden 3.992 Firmen zahlungsunf\u00e4hig. Aber auch Bayern (1.381 Firmeninsolvenzen), Niedersachsen (1.170), Baden-W\u00fcrttemberg (941) und Hessen (766) weisen im absoluten Vergleich hohe Werte auf. Am wenigsten Insolvenzen wurden im 1. Halbjahr 2014 mit 136 F\u00e4llen in Bremen gemeldet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/02-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-tabelle_1.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/03-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-chart_1.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p>Im relativen Vergleich mit Fokus auf die Firmendichte in den Bundesl\u00e4ndern zeigt sich ein leicht differenziertes Bild. Bei der Betrachtung der Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen f\u00fchrt Bremen die Statistik mit 60 Insolvenzen je 10.000 Firmen an. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 38 Unternehmenspleiten je 10.000 Unternehmen. \u00dcber diesem rangieren auch die Bundesl\u00e4nder Nordrhein-Westfalen (59), Hamburg (52), Berlin (47), Schleswig-Holstein und das Saarland (46), Sachsen-Anhalt (44), Niedersachen (42) sowie Sachsen (39). In Baden-W\u00fcrttemberg mit 21 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, gefolgt von Bayern (23) und Mecklenburg-Vorpommern (27) gab es die wenigsten Insolvenzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/04-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-chart_1.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/05-firmeninsolvenzen-pro-bundesland-karte_1.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>3. Prozentuale Ver\u00e4nderungen: Anstieg der Insolvenzzahlen in sieben Bundesl\u00e4ndern<\/h4>\n<p>Die aktuelle Gesamtentwicklung sinkender Firmeninsolvenzzahlen zeigt sich nicht in allen Bundesl\u00e4ndern. In sieben L\u00e4ndern steigen die Zahlen im Vergleich zu den ersten 6 Monaten des Vorjahres sogar an. Den st\u00e4rksten Zuwachs meldet Mecklenburg-Vorpommern mit 8 Prozent mehr zahlungsunf\u00e4higen Unternehmen. Ebenso steigen die Firmenpleiten in Berlin (plus 6,5 Prozent), Th\u00fcringen (plus 5,9 Prozent), im Saarland (plus 2,4 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 2,3 Prozent), Niedersachen (plus 1,7 Prozent) und in Hamburg (plus 1 Prozent). Deutlich weniger Insolvenzen gab es mit einem zweistelligen Minus in Sachsen-Anhalt (15,2 Prozent), Nordrhein-Westfalen (13,1 Prozent), Hessen (12,7 Prozent) und Bayern (11,8 Prozent).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bid-coburg.de\/news\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/06-firmeninsolvenzen-jahresvergleich-chart_1.jpg\" alt=\"\" class=\"rahmen\" width=\"560\" \/><\/p>\n<h4>4. Firmeninsolvenzen nach Unternehmensalter und Rechtsform: 25,4 Prozent der insolventen Unternehmen sind nicht l\u00e4nger als 2 Jahre am Markt<\/h4>\n<p>Der Trend, dass viele junge Unternehmen nicht lange am Markt aktiv und von einer Insolvenz betroffen sind, setzt sich auch 2014 fort. Mehr als ein Viertel (25,4 Prozent) aller Insolvenzen im 1. Halbjahr 2014 wurden von Jungunternehmen angemeldet. Bezogen auf die Rechtsform zeigt die Auswertung, dass Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen am st\u00e4rksten von Firmeninsolvenzen betroffen sind. Ihr Anteil an der Insolvenzstatistik macht 39,8 Prozent aus. Das entspricht 4.882 F\u00e4llen. Auch die GmbHs geh\u00f6ren zu den am st\u00e4rksten betroffenen Rechtsformen: 39,1 der zahlungsunf\u00e4higen Unternehmen sind eine GmbH. Den mittlerweile drittst\u00e4rksten Anteil von 8,8 Prozent am Firmeninsolvenzgeschehen in Deutschland macht die Rechtsform der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigen die Insolvenzzahlen bei der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschr\u00e4nkt) um 19,9 Prozent.<\/p>\n<p><em>Quelle: B\u00dcRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH &#038; Co. KG<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. \u00dcberblick: Firmeninsolvenzen sinken um 7,6 Prozent Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist auch im 1. Halbjahr 2014 gesunken. Insgesamt mussten in den ersten sechs Monaten des Jahres 12.268 Unternehmen Insolvenz anmelden. 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