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Schuldenbarometer 2016: Rückgang der Privatinsolvenzen in Deutschland – immer mehr Ältere rutschen in die Pleite

1. Überblick: Privatinsolvenzen sinken um 6,4 Prozent

Die Zahl der Privatinsolvenzen ist 2016 erneut zurückgegangen. Im vergangenen Jahr verringerten sich die privaten Pleiten um 6,4 Prozent auf 100.984 Fälle (2015: 107.919 Privatinsolvenzen). So lauten die Ergebnisse der Bürgel Studie “Schuldenbarometer 2016″.

“Die Privatinsolvenzen sind durch den sechsten Rückgang in Folge auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum die Zahlen. Im bisherigen Rekord-Insolvenzjahr 2010 mussten in Deutschland noch 139.110 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden.

Hauptursache für den weiteren Rückgang bei den Privatinsolvenzen ist die weiterhin niedrige Arbeitslosenquote in Deutschland. “Auch wenn die Gründe für eine Verschuldung unterschiedlich und individuell sind, ist Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für eine Verbraucherinsolvenz. Die Formel ist daher einfach. Wenn die Beschäftigtenzahlen steigen, sinken die Zahlen der Privatinsolvenzen”, so Baum. Positiv wirkte sich 2016 für die Verbraucher auch ein Anstieg der Reallöhne aus. Ein weiterer Grund für das Absinken der Privatpleiten ist methodischer Natur. So sehen viele überschuldete Bürger, die ein Pfändungsschutzkonto nutzen, keine Notwendigkeit, eine Privatinsolvenz anzumelden. Dies ist der Fall, wenn das monatliche Einkommen der Betroffenen so gering ist, dass es unter dem pfändbaren Betrag liegt.
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Firmeninsolvenzen sinken um 6,2 Prozent – Insolvenzschäden steigen um über 50 Prozent / Männer führen Firmen knapp doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen

1. Überblick: Firmeninsolvenzen sinken auf den niedrigsten Stand seit 1999

Die Firmeninsolvenzen in Deutschland sind auch im Jahr 2016 gesunken. Die Zahl der Firmenpleiten verringerte sich um 6,2 Prozent auf 21.789 Fälle (2015: 23.222 Firmeninsolvenzen).
“Durch den siebten Rückgang in Folge sind die Unternehmensinsolvenzen im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum die aktuellen Zahlen.

Im Krisenjahr 2009 mussten in Deutschland noch 33.762 und damit über 50 Prozent mehr Firmen eine Insolvenz anmelden.


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Schuldenbarometer 1. bis 3. Quartal 2016: Privatinsolvenzen sinken um 4,2 Prozent – Bremen und Hannover führen im Städte-Ranking

1. Überblick: Rückgang bei den Privatinsolvenzen setzt sich fort

Der Rückgang bei den Verbraucherinsolvenzen setzt sich auch 2016 fort. In den ersten neun Monaten des Jahres mussten 77.325 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. So lauten die zentralen Ergebnisse der Studie “Schuldenbarometer 1. bis 3. Quartal 2016″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

“2016 werden die Privatinsolvenzen das sechste Mal in Folge sinken. Für das Gesamtjahr prognostizieren wir bis zu 103.000 Fälle. Das wäre der niedrigste Stand seit 2005, als rund 100.000 Verbraucher eine Insolvenz anmelden mussten”, sagt Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum.

Hauptgrund für die erneut sinkenden Privatinsolvenzen ist die weiterhin positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit einer Zunahme der Beschäftigung und höheren Reallöhnen sind die Grundlage für weniger Verbraucherinsolvenzen. Eine weitere Ursache für den historischen Tiefstand bei den Privatinsolvenzen kann neben den konjunkturellen Einflüssen auch durch eine Veränderung der Methode der Betroffenen erklärt werden. So sehen viele überschuldete Personen, die ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) nutzen, keine Notwendigkeit mehr, einen Insolvenzantrag zu stellen, da beispielsweise ihr monatliches Einkommen so gering ist, dass es nicht über dem pfändbaren Betrag liegt. Weiterlesen…

Firmeninsolvenzen in Deutschland sinken auf den niedrigsten Stand seit 1999 – starker Anstieg der Insolvenzschäden

1. Einleitung: Firmeninsolvenzen sinken – Schäden steigen

Die Firmeninsolvenzen in Deutschland gehen weiter zurück. Im 1. Halbjahr 2016 verringerte sich die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 11.035 Fälle. Auf Jahressicht erwartet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel bis zu 22.000 Unternehmensinsolvenzen. Dieser Wert wäre der niedrigste Stand bei den Firmenpleiten seit 1999. Ausschlaggebend für den erneuten Rückgang ist die weiterhin positive konjunkturelle Lage in Deutschland. Hinzu kommen die günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen sowie eine gute Infrastruktur und die Qualifikation der Arbeitskräfte. Die positive Entwicklung der letzten Jahre hat auch dafür gesorgt, dass viele Firmen ihr Eigenkapital erhöhen konnten und dadurch resistenter gegen kleinere Unternehmenskrisen geworden sind.

Trotz dieser positiven Lage für die Unternehmen erwartet Bürgel im kommenden Jahr kein weiteres Absinken der Insolvenzen.

“2017 gehen wir von stagnierenden Firmeninsolvenzzahlen aus”, sagt Klaus-Jürgen Baum. Der Bürgel Geschäftsführer begründet diese Prognose auch mit dem drastischen Anstieg der Insolvenzschäden. “Im 1. Halbjahr lagen die durch Insolvenzen verursachten Schäden bei circa 16,5 Milliarden Euro und damit rund doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Steigende Schäden bei gleichzeitig sinkenden Zahlen sind ein Indikator für das Auftreten von Insolvenzen großer Unternehmen.” Dies vergrößert die Gefahr von Anschlussinsolvenzen und Dominoeffekten, wenn zum Beispiel Lieferanten oder Kunden der betroffenen Unternehmen mit in den Insolvenzstrudel gerissen werden. Die durchschnittliche Summe der Schäden belief sich von Januar bis Juni auf knapp 1,5 Millionen Euro pro Firmeninsolvenz.

Für stagnierende Zahlen im Jahr 2017 spricht aber auch die Entwicklung bei den Firmeninsolvenzen der letzten Jahre. 2016 werden die Insolvenzen das siebte Mal in Folge zurückgehen. Vergleicht man das Krisenjahr 2009 mit dem Jahr 2016, beträgt der Rückgang knapp 35 Prozent. Bei nur noch 22.000 Firmeninsolvenzen im Jahr 2016 ist ein Tiefstand erreicht, der kaum noch unterboten werden kann. Ein Großteil der Firmeninsolvenzen resultiert, unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung, vor allem auch aus Fehlern des Managements, mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und/oder Branchenrisiken resultiert.

2. Vergleich der Bundesländer: Bremen, Nordrein-Westfalen und Hamburg führend in der Insolvenzstatistik

Regional ist die Zahl der Insolvenzen unterschiedlich ausgeprägt. Bezogen auf die Insolvenzdichte (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) steht Bremen im 1. Halbjahr mit 54 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen an der Spitze. Damit liegt der Stadtstaat deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 34 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen. Deutlich mehr Insolvenzen als im Schnitt gab es auch in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (52), Hamburg (51) und Saarland (50). Deutlich entspannter ist die Situation in Baden-Württemberg, wo nur 18 von 10.000 Unternehmen eine Insolvenz anmelden mussten. Aber auch in Bayern (22), Thüringen (23), Rheinland-Pfalz (24) und Brandenburg (26) ist die Insolvenzhäufigkeit der Unternehmen gering.

3. Prozentuale Veränderungen: Stärkster Anstieg in Sachsen

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schneidet Sachsen mit einem Anstieg von 23,2 Prozent bundesweit am schlechtesten ab. Auch das Saarland (plus 19 Prozent) sowie die Länder Brandenburg (plus 3,9 Prozent), Niedersachsen (plus 2,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 1,8 Prozent) und Hamburg (plus 1,1 Prozent) melden mehr Firmeninsolvenzen als noch vor einem Jahr. Deutlich entspannt hat sich die Situation in Rheinland-Pfalz (minus 17 Prozent), Baden-Württemberg (minus 15,4 Prozent), Thüringen (minus 14,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (minus 10 Prozent). Aber auch in Berlin, Bayern und Hessen sinken die Insolvenzzahlen stärker als im Bundesschnitt.

4. Firmeninsolvenzen nach Rechtsformen: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist insolvenzanfällig

Weiter erhöht hat sich der Anteil der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) am Insolvenzgeschehen. Im 1. Halbjahr waren knapp 10 Prozent (1.100) der Unternehmen als UG gemeldet. Der größte Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland entfällt im 1. Halbjahr 2016 auf Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen (41,3 Prozent). Knapp dahinter rangiert die Rechtsform GmbH mit 4.392 Insolvenzen (Anteil am Insolvenzgeschehen: 39,8).

5. Firmeninsolvenzen nach Branchen: Am meisten Firmenpleiten im Handel

Die Analyse der Branchen zeigt, dass Unternehmen aus dem Bereich “Handel” mit knapp 18 Prozent (1.985 Fälle) den größten Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland haben. Es folgen die Branchen Baugewerbe (Anteil am Insolvenzgeschehen: 17 Prozent; 1.878 Fälle), freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (11,1 Prozent; 1.230 Fälle) und Gastgewerbe (10,9 Prozent; 1.200 Fälle).

6. Warum melden Unternehmen eine Insolvenz an?

Es gibt bei Firmeninsolvenzen in den meisten Fällen nicht die Insolvenzursache, sondern Firmenpleiten entstehen häufig aus dem Zusammenwirken der unterschiedlichen krisenverursachenden Faktoren. Die konjunkturelle Lage ist dabei nur einer der Treiber, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst.
Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Gründe für Unternehmensinsolvenzen. Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkursänderungen im Außenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Geschäftspartners (Dominoeffekt) sind Beispiele für Einflüsse von außen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken können. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, Mängel im Produktbereich (Qualität, Preis, Produkteigenschaften), Führungsprobleme oder Managementfehler können in allen betrieblichen Funktionsbereichen begründet liegen und eine Insolvenz auslösen.

Quelle: BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG

Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2016: Rückgang bei Privatinsolvenzen verlangsamt sich

1. Einleitung: Leichter Anstieg bei den Privatinsolvenzen im Jahr 2016 möglich

Der Rückgang bei den Privatinsolvenzen in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr abgeschwächt. In den ersten sechs Monaten des Jahres mussten 52.011 Verbraucher eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2015 sind die privaten Insolvenzen noch um 8,9 Prozent zurückgegangen. So lauten die Ergebnisse aus dem aktuellen “Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2016″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

Ein isolierter Blick auf das zweite Quartal 2016 bestätigt diesen Trend. So gab es von März bis Juni (26.362) im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres (26.146) bereits einen Anstieg der Fallzahlen um 0,8 Prozent.

“Aufgrund dieser Entwicklung können wir einen Anstieg der Privatinsolvenzen zum Jahresende nicht mehr ausschließen. Der Tiefpunkt bei den Verbraucherinsolvenzen scheint langsam erreicht zu sein “, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum die aktuellen Zahlen.
Die rückläufige Entwicklung bei den Privatinsolvenzen in den letzten fünf Jahren ist vor allem durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit begründet. “Ein geringerer Rückgang bei der Arbeitslosenquote führt aktuell auch zu einem verlangsamten Rückgang bei den Privatinsolvenzen. Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen würde auch die Privatinsolvenzen steigen lassen”, so Baum. Weiterlesen…

Überschuldung: Knapp 700.000 Bundesbürger warten auf den Erlass der Schulden – 12,5 Prozent der Betroffenen sind Senioren

Seit 2011 sinken die Privatinsolvenzen in Deutschland. Trotz dieser positiven Entwicklung befinden sich aktuell 692.612 Bundesbürger im Rahmen des Verbraucherinsolvenzverfahrens in der sogenannten Wohlverhaltensphase und warten auf eine Restschuldbefreiung und damit auf den Erlass ihrer Schulden.

Die betroffenen Personen müssen in der Wohlverhaltensperiode bestimmte Pflichten erfüllen, um am Ende von den verbliebenen Schulden befreit werden zu können. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass vor allem die pfändbaren Beträge des Sach- und Geldvermögens an den Treuhänder geleistet werden. Zudem müssen die betroffenen Personen eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben oder sich um eine solche bemühen.

In Bremen (141 Privatpersonen je 10.000 Einwohner), Niedersachsen (112) und Hamburg (111) befinden sich relativ gesehen die meisten Personen in der Wohlverhaltensphase. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 85 Privatpersonen je 10.000 Einwohner bzw. bei 0,85 Prozent. Weit weniger Privatpersonen leben in Bayern und Baden-Württemberg (60 Privatpersonen je 10.000 Einwohner) in der Wohlverhaltensphase. Weiterlesen…

Firmeninsolvenzen sinken im 1. Quartal um 3,5 Prozent – deutlicher Anstieg der Firmenpleiten in Sachsen

1. Überblick: Gute Rahmenbedingungen lassen Firmeninsolvenzen weiter sinken

Die Firmeninsolvenzen gehen zu Beginn des Jahres 2016 weiter zurück. In den ersten drei Monaten des Jahres meldeten 3,5 Prozent weniger Unternehmen eine Insolvenz an als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Insgesamt waren von Januar bis März 5.509 Unternehmen von einer Pleite betroffen.

“Deutschland ist für Unternehmen weiterhin ein Standort mit attraktiven Rahmenbedingungen. Eine gute Infrastruktur und Qualifikation der Arbeitskräfte sowie die weiterhin positive konjunkturelle Lage sorgen dafür, dass es einem Großteil der Firmen in Deutschland weiterhin gut geht”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die erneut sinkenden Firmeninsolvenzzahlen. “Da ein enger Zusammenhang zwischen der konjunkturellen Entwicklung und der Insolvenzhäufigkeit von Unternehmen besteht, ist der Haupttreiber für den erneuten Rückgang der Firmeninsolvenzen in dem guten konjunkturellen Umfeld zu sehen”, so Dr. Sellin.

Auch auf Jahressicht geht die Wirtschaftsauskunftei Bürgel von weiter sinkenden Insolvenzen aus. “Im günstigsten Fall rechnen wir für 2016 mit 22.500 Firmeninsolvenzen”, sagt Dr. Sellin. Es wäre der siebte Rückgang in Folge und der niedrigste Stand seit der neuen Insolvenzordnung aus dem Jahr 1999. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2003 (39.320 Firmeninsolvenzen insgesamt) gab es im 1. Quartal noch 9.747 Firmenpleiten und damit 76,9 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten diesen Jahres.

Risiken für die Insolvenzprognose liegen in den zahlreichen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten. Vor allem ein möglicher “Brexit” könnte für einen Teil der deutschen Unternehmen problematisch werden, denn Großbritannien ist für Deutschland der drittwichtigste Exportmarkt weltweit. “Ein “Brexit” hätte negative Auswirkungen für die deutschen Exporteure und könnte die prognostizierte Zahl an Insolvenzen erhöhen”, erklärt Dr. Sellin.


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Schuldenbarometer 1. Quartal 2016: Weiterer Rückgang der Privatinsolvenzen – in fünf Bundesländern steigen die Zahlen an

1. Überblick: Geringe Arbeitslosigkeit und steigende Realeinkommen sorgen für weniger Privatinsolvenzen in Deutschland

Der Trend sinkender Privatinsolvenzen setzt sich auch zu Beginn des Jahres 2016 fort. In den ersten drei Monaten des Jahres waren 25.649 Bundesbürger von einer Insolvenz betroffen. Dies entspricht einem Rückgang um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

So lauten die zentralen Ergebnisse aus dem “Schuldenbarometer 1. Quartal 2016″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

“Derzeit gehen wir davon aus, dass die Privatinsolvenzen auch auf Jahressicht sinken werden. Dies wäre der sechste Rückgang in Folge. Für das Jahr 2016 prognostizieren wir aktuell 103.000 private Insolvenzen. Das wäre der niedrigste Stand seit 2005, als rund 100.000 Verbraucher eine Insolvenz anmelden mussten”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen.

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Schuldenbarometer 2015: Privatinsolvenzen sinken um 6,4 Prozent – vierter Anstieg in Folge bei den älteren Bundesbürgern

1. Überblick: Privatinsolvenzen sinken auf den niedrigsten Stand seit 2005

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland sinkt weiter. Im Jahr 2015 mussten 107.919 Bundesbürger – Privatpersonen und ehemals Selbstständige – eine private Insolvenz anmelden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dieser Wert einem Rückgang um 6,4 Prozent. So lauten die zentralen Ergebnisse aus der Studie “Schuldenbarometer 2015″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. “Die Privatinsolvenzen sind 2015 das fünfte Jahr in Folge rückläufig. Es ist der niedrigste Stand bei den Verbraucherinsolvenzen seit 2005, als knapp 100.000 Privatinsolvenzen angemeldet wurden”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen.
Den höchsten Wert in den vergangenen zehn Jahren gab es im Jahr 2010 mit 139.110 privaten Insolvenzen. “Für das Jahr 2016 gehen wir von weiter sinkenden Zahlen bei den Privatinsolvenzen aus. Aktuell rechnen wir am Jahresende mit 100.000 Insolvenzen”, prognostiziert Dr. Sellin. Weiterlesen…

Firmeninsolvenzen 2015

Firmeninsolvenzen sinken 2015 um 5,4 Prozent – Männer führen Firmen doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen

1. Einleitung: Sechster Rückgang in Folge – 23.222 Firmen melden eine Insolvenz an

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist 2015 weiter gesunken. Insgesamt mussten im letzten Jahr 23.222 Unternehmen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang um 5,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014 (24.549). “Es ist der sechste Rückgang bei den Firmeninsolvenzen in Folge und der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999″, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die aktuellen Zahlen. Im Zehn-Jahresvergleich ist die Zahl der Firmeninsolvenzen um 36,9 Prozent zurückgegangen. 2005 gab es in Deutschland noch 36.843 Firmenpleiten.

2. Ursachen der sinkenden Firmeninsolvenzzahlen – auch 2016 weniger Firmeninsolvenzen erwartet

“Die Unternehmen in Deutschland profitieren von den für sie günstigen Rahmenbedingungen”, so Dr. Sellin. Die Gründe für die rückläufigen Insolvenzzahlen sind weiterhin die stabile Binnenkonjunktur und günstige Finanzierungsbedingungen. Der private Konsum treibt die Konjunktur aufgrund eines hohen Beschäftigungsniveaus an. Da ein enger Zusammenhang zwischen der konjunkturellen Entwicklung und der Insolvenzhäufigkeit von Unternehmen besteht, ist der Hauptgrund für den erneuten Rückgang der Firmeninsolvenzen daher in dem guten konjunkturellen Umfeld zu sehen. Konjunkturelle Abschwungphasen würden hingegen vermehrt für Unternehmenskrisen und daher für mehr Insolvenzen sorgen. “Für das Jahr 2016 gehen wir von einem Rückgang um 2 Prozent aus und rechnen mit 22.700 Firmeninsolvenzen”, prognostiziert Dr. Sellin. Eine schwächere Entwicklung der Weltwirtschaft, vor allem durch eine Verschlechterung der Situation in China, könnte die Unsicherheit für Unternehmen allerdings erhöhen. In diesem Fall wären auch mehr Firmeninsolvenzen denkbar.

3. Männer führen Firmen doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen

Das Thema Frauen in Führungspositionen diskutieren Politik und Öffentlichkeit in regelmäßigen Abständen. Erstmals hat die Wirtschaftsauskunftei Bürgel daher untersucht, ob mehr Männer oder Frauen an der Spitze von insolventen Unternehmen stehen. Das Ergebnis ist eindeutig: In mehr als doppelt so vielen Fällen stehen ein oder mehrere Männer an der Spitze eines insolventen Unternehmens. Laut Analyse melden 85 je 10.000 (0,85 Prozent) Unternehmen mit einem oder mehr männlichen Entscheidern (z.B. Geschäftsführer oder Inhaber) eine Insolvenz an – im Vergleich dazu sind es nur 42 je 10.000 Firmen (0,42 Prozent) mit einer oder mehreren Frauen in der Führungsetage. Auch gemischt geführte Unternehmen sind weniger von einer Zahlungsunfähigkeit betroffen (50 je 10.000 Unternehmen; 0,5 Prozent). Absolut gesehen gab es bei 18.676 (80,5 Prozent) der insolventen Unternehmen nur einen Entscheider an der Firmenspitze.

4. Negative Entwicklungen im Insolvenzgeschehen 2015

Trotz des sechsten Rückganges in Folge gab es 2015 auch negative Entwicklungen. Firmeninsolvenzen führen weiterhin zu Schäden in Milliardenhöhe und haben daher eine hohe volkswirtschaftliche Relevanz. In der Summe beliefen sich die durch Insolvenzen verursachten Schäden 2015 auf circa 19,7 Milliarden Euro (2014: 26 Milliarden Euro). Ursache für den Rückgang sind die vergleichsweise geringen Großinsolvenzen im Jahr 2015. Zudem waren erneut über 220.000 Arbeitnehmer von der Insolvenz eines Unternehmens betroffen. Die größte Einzelinsolvenz im Jahr 2015 meldete mit knapp 3.500 Mitarbeitern Imtech an. Ein weiterer negativer Trend setzt sich auch 2015 fort. Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) bleibt eine Rechtsform, aus der viele Insolvenzen resultieren. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Fallzahlen in diesem Segment um 4,6 Prozent auf 2.144 Fälle. Damit macht die UG mittlerweile 9,2 Prozent am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus.

5. Firmeninsolvenzen je Bundesland: Nordrhein-Westfalen führend in der Insolvenzstatistik

2015 mussten 23.222 Firmen in Deutschland eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht 0,7 Prozent der bundesweiten Firmen. Beim Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigen sich 2015 große regionale Unterschiede. Die meisten Firmenpleiten gab es – wie bereits im letzten Jahr – in Nordrhein-Westfalen. Bei den absoluten und relativen Zahlen ist das flächengrößte Bundesland führend in der Insolvenzstatistik. 7.326 bzw. 109 je 10.000 Unternehmen mussten 2015 in Nordrhein-Westfalen eine Insolvenz anmelden. Auch in Bayern (3.017), Niedersachsen (1.973) und Baden-Württemberg (1.860) gab es absolut gesehen viele Insolvenzen.

In der relativen Betrachtung (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) ändert sich die Reihenfolge. Nach Nordrhein-Westfalen (109) hat Bremen mit 105 Pleiten je 10.000 Unternehmen die höchste Insolvenzdichte. Es folgen mit Berlin (95), Hamburg (93), Schleswig-Holstein (90), Saarland (89) und Sachsen-Anhalt (85) Bundesländer, die alle über dem Bundesdurchschnitt von 72 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen liegen. Die wenigsten Firmeninsolvenzen gab es 2015 in Baden-Württemberg (42 je 10.000 Firmen), gefolgt von Bayern (50), Thüringen und Brandenburg (je 52).

6. Prozentuale Veränderungen: In vier Bundesländern steigen die Fallzahlen – deutlicher Rückgang in Brandenburg

In vier Bundesländern steigen die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend an. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnet Bayern mit vier Prozent mehr Insolvenzen. Aber auch in Berlin (plus 3,7 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 2,7 Prozent) und in Baden-Württemberg (plus 1,5 Prozent) gab 2015 mehr Firmeninsolvenzen als im vergangenen Jahr. Den deutlichsten Rückgang meldete Brandenburg mit 15,9 Prozent weniger Insolvenzen. Ebenfalls zweistellig sanken die Werte in Thüringen (minus 14,6 Prozent), Bremen (13,0 Prozent), Niedersachsen (11,9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (10,8 Prozent).

7. Firmeninsolvenzen nach Rechtsform: Unternehmergesellschaft bleibt Risikorechtsform

Weiterhin die höchsten Anteile am Insolvenzgeschehen in Deutschland machen die Rechtsformen Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen (40,5 Prozent; 9.420 Fälle) sowie die GmbHs (39,9 Prozent; 9.265 Fälle) aus. Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) hat ihren negativen Trend fortgesetzt und den Anteil am Insolvenzgeschehen weiter erhöht. Die Insolvenzen stiegen um 4,6 Prozent auf 2.144 Fälle. Im relativen Vergleich führt die UG mittlerweile die Insolvenzstatistik an. Die Quote liegt bei 225 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

8. Firmeninsolvenzen nach Branchen: Die Logistik ist am stärksten von Insolvenzen betroffen

Hinsichtlich der Insolvenzdichte in den Hauptbranchen zeigt sich, dass Logistikunternehmen stark von Insolvenzen betroffen sind. Hier liegt die Quote im Jahr 2015 bei 138 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Es folgen das Baugewerbe (97) und der Handel (78). Geringe Werte liefern die Energiebranche (16) und das verarbeitende Gewerbe (45).

9. Unternehmensgröße: Vermehrt kleine Unternehmen von der Insolvenz betroffen

Ein Blick auf die Unternehmensgröße zeigt, dass im Jahr 2015 vor allem kleine Unternehmen eine Insolvenz anmelden mussten. Der Anteil der Firmen mit maximal 5 Mitarbeitern betrug 80,1 Prozent. Der Anteil am Insolvenzgeschehen nimmt mit steigender Zahl der Arbeitnehmer ab. 8,7 Prozent der Unternehmen, die eine Insolvenz anmelden mussten, beschäftigten zwischen 6 und 10 Mitarbeitern. Bei Firmen, die 51 oder mehr Angestellte haben, liegt der Anteil am Insolvenzgeschehen nur noch bei 2,8 Prozent.

10. Ursachen von Firmeninsolvenzen: Häufig gibt es mehrere Insolvenzgründe

Unternehmenskrisen, die in einer Insolvenz münden, haben überwiegend nicht nur eine Ursache, sondern sie entstehen aus dem Zusammenwirken krisenverursachender Faktoren. Die aktuelle Wirtschaftslage ist nur ein Faktor, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst. Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Ursachen für Unternehmensinsolvenzen. Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkursänderungen im Außenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Geschäftspartners (Dominoeffekt) sind Beispiele für Einflüsse von außen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken können. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, Mängel im Produktbereich (Qualität, Preis, Produkteigenschaften), Führungsprobleme oder Managementfehler können in allen betrieblichen Funktionsbereichen begründet liegen und eine Insolvenz auslösen.

Quelle: BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG