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Mit ‘finanzkrise’ getaggte Artikel

Vortrag “Forderungsmanagement in der Finanzkrise”

Mittwoch, 03. Juni 2009

Vortragsreihe: “Forderungsmanagement in der Wirtschafts- und Finanzkrise – wie komme ich auch heute schneller an mein Geld?“

Bayreuth/Coburg - Zusammen mit dem Kompetenzzentrum Neue Materialien Nordbayern und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Bayreuth lud der BID Bayerischer Inkasso Dienst mit Hauptsitz in Coburg am 02. Juni interessierte Teilnehmer zum Vortrag des Monats in die Räume des Kompetenzzentrums in Bayreuth ein.

Wer als Unternehmen einen großen Kundenstamm bedient, kann auf präventives Forderungsmanagement nicht verzichten. Insbesondere in wirtschaftlich schweren Zeiten - wenn die Zahlungsmoral sinkt und verstärkt Insolvenzen eintreten - können Forderungsausfälle schnell zu einem unüberschaubaren und nicht kontrollierbaren Risiko werden. Denn ausbleibende Forderungen werden nur durch wesentlich höheren Mehrumsatz ausgeglichen.

Der Referent Tommy Nickel, bei der BID Unternehmensgruppe u. a. zuständig für das Marketing, informierte im Rahmen des Vortrags die Teilnehmer über die Wichtigkeit des Forderungsmanagement und sensibilisierte diese für ihren eigenen Ablauf.

Neben Tipps und Tricks vom Inkasso-Fachmann zur Vorbeugung von Forderungsausfällen bereits vor Auftragsannahme vermittelte dieser z. B. auch die Gründe für Insolvenzen und das Nichtbezahlen von offenen Rechnungen bei privaten und gewerblichen Kunden.

Auf großes Interesse stieß der Referent mit Vor- und Nachteilen der verschiedenen internen sowie externen Beitreibungsmöglichkeiten. Auch nahm das Publikum positiv und durchaus mit leichter Überraschung das Vorgehen eines seriösen Inkasso-Unternehmens auf, sodass das Bild vom “russisch Inkasso” aus den Köpfen verschwand.

Nach dem Vortrag stand Tommy Nickel für Fragen rund um das Forderungsmanagement, Bonitätsprüfung und Inkasso zur Verfügung.

Link: Neue Materialien Nordbayern, Bayreuth

Frühjahrsumfrage 2009 der Inkassounternehmen

Freitag, 29. Mai 2009

In der Branchenumfrage des Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) erwarten 78 Prozent der Inkassounternehmen eine weitere Verschlechterung des Zahlungsverhaltens bis Ende 2010. Aktuell berichten bereits 43 Prozent der Befragten, dass sich die Rechnungstreue gewerblicher und privater Schuldner seit Herbst 2008 verschlechtert hat. Die vollen Auswirkungen der Rezession auf das Zahlungsverhalten seien voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr 2009 zu spüren, wenn mehr Insolvenzen und höhere Arbeitslosigkeit zu einer Verknappung der finanziellen Mittel bei Verbrauchern und Unternehmen führen würden.

Krise ist beim Privatschuldner angekommen

Denn die häufigsten Gründe, warum private Schuldner in Rückstand geraten oder Forderungen nicht begleichen, sind laut Frühjahrsumfrage Überschuldung (84 Prozent der Inkassounternehmen bestätigen das) und Arbeitslosigkeit (76 Prozent; Mehrfachnennungen waren möglich). Einen momentanen Liquiditätsengpass vor dem Hintergrund der Krise nennen 58 Prozent. 52 Prozent haben außerdem beobachtet, dass säumige Verbraucher ihre Rechnungen absichtlich nicht oder zu spät bezahlen.
Nur 10 Prozent der Umfrageteilnehmer machen die Angabe, dass das Bezahlen der fälligen Rechnungen schlicht vergessen worden sei. Vor dem Hintergrund steigender Arbeits- und Beschäftigungslosenzahlen und der zunehmenden Kreditzurückhaltung der Banken wird es nach Einschätzung des BDIU mittelfristig eher zu nachlassendem Konsum der Privatverbraucher kommen. Die zurzeit niedrige Teuerungsrate – insbesondere wegen der geringeren Kosten für Energie und Kraftstoffe – und die bisher aufgelegten Konjunkturprogramme würden hier nicht ausreichend kompensierend wirken.

Rund 3 Millionen Haushalte gelten in Deutschland als überschuldet. Das heißt, ihre Einnahmen reichen dauerhaft nicht aus, um ihre Ausgaben – etwa für Miete, Lebensmittel und das Bedienen bestehender Zahlungsverpflichtungen – zu decken. Sie alle könnten im Prinzip eine private Insolvenz anstreben. Die aktuellen Zahlen der privaten Insolvenzen zeigen hier deshalb nur die Spitze des Eisberges. Denn seit der Einführung der Verbraucherinsolvenz im Jahre 1999 haben erst gut 500.000 Privatpersonen einen Insolvenzantrag gestellt in der Erwartung, ihre wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Dazu kommen noch einmal rund 300.000 Personen, die zum Beispiel als Gesellschafter und als ehemalige Selbstständige zahlungsunfähig geworden sind. Nach wie vor sind die rund 950 seriösen Beratungsstellen für Schuldner in der Trägerschaft der Verbraucher- und Wohlfahrtsverbände sowie der Kommunen nicht ausreichend. Denn vor der Antragstellung bei Gericht müssen Betroffene zunächst eine Einigung mit ihren Gläubigern versuchen. Dazu benötigen sie die Hilfe entweder eines Rechtsanwalts oder einer öffentlichen Schuldnerberatungsstelle. Betroffene warten zurzeit meistens mehrere Monate auf einen ersten Beratungstermin. Allerdings stellen die Inkassounternehmen auch fest, dass es sich bei vielen Privatinsolvenzen zunehmend um sogenannte Nullpläne handelt: Die Gläubiger gehen dabei gänzlich leer aus.

Quelle: BDIU

Kreative Gegenkonzepte gefragt

Dienstag, 03. Februar 2009

FRANKFURT A. M. - Während noch im April letzten Jahres die meisten mittelständischen Unternehmen glaubten, der von der Finanzkrise ausgelöste Sturm werde an Ihnen vorüber ziehen, spüren nun immer mehr Unternehmen die Folgen der Turbulenzen und die Zurückhaltung vieler Banken. Von den größeren Unternehmen (Jahresumsatz über 250 Millionen Euro) beklagen rund 35 Prozent eine Verschlechterung ihrer Kreditkonditionen. Häufiger werden auch kleinere Unternehmen mit Auflagen, Berichten und Bürgschaften konfrontiert, um das Risiko der Kreditvergabe abzusichern. Vor allem mittelständische Unternehmen leiden zudem unter der nachlassenden Zahlungsmoral ihrer Kunden.

unternehmensinsolvenzenNach Meinung von Wirtschaftswissenschaftler Professor Norbert Winkeljohann werden sich auch überwiegend im Inland tätige Mittelständler kaum dauerhaft vom Abwärtstrend abkoppeln können”. Darunter leidet die Kreditvergabefreudigkeit vieler Banken. “Die Unternehmen wissen, dass sie für den Fall einer anhaltenden Kreditklemme kreative Gegenkonzepte entwickeln müssen”, sagte Winkeljohann schon im Frühjahr 2008. Professionelle Controlling-Instrumente etwa könnten solche Konzepte sein. “Jetzt braucht es das richtige Werkzeug, mit der Gesamtsicht auf Erfolgsrechnung, Liquidität und Bilanz”, sagt zum Beispiel Olaf Esters (Winterheller). Entscheidend sei das Wissen über die Entwicklung des Cashflows bei stagnierenden Märkten, Simulationsrechnungen mit verschiedenen Annahmen zur Zinsentwicklung sowie die Auswirkungen alternativer Finanzierungsformen auf die Ergebnisrechnung. Das beliebteste und häufig zuerst genutzte “kreative Gegenkonzept” in obigem Sinne ist der Lieferantenkredit. “Die Zahl der gewerblichen Schuldner, die einen Lieferantenkredit beanspruchen, nimmt aktuell wieder deutlich zu”, so Wolfgang Spitz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen, unter Berufung auf dessen Herbstumfrage. “Das Ausnutzen von Zahlungszielen und zunehmende Überschreiten von Zahlungsfristen sind Anzeichen für ein Nachlassen der Konjunktur und der Zahlungsmoral.”

Betroffen ist vor allem der Mittelstand. 79 Prozent der Inkassounternehmen melden, dass aktuell die Dienstleistungsbranche besondere Probleme mit dem Zahlungsverhalten ihrer Kunden hat. Es folgen das Handwerk mit 57, der Bau mit 50 Prozent. Die Zahl der Firmenpleiten wird deshalb 2009 voraussichtlich deutlich steigen, laut BDIU auf bis zu 35.000 Insolvenzen (2008: 30.000). “Es kommt jetzt darauf an, Liquidität zu sichern”, so Spitz. Dazu gehörten ein angemessenes Eigenkapital, schnelles Mahnen und Scoringverfahren zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Kunden.

Quelle: BDIU, Manager-Magazin, Business Intelligence Mag.


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