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Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaftsinformationen’

Zahlungsverzug: Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze

Basiszinssatz bleibt unverändert bei -0,88 %.

Zeitraum Basiszinssatz Verzugszinssatz Verzugszinssatz bei Rechtsgeschäften ohne
Verbraucherbeteiligung
01.01. bis 30.06.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.01. bis 30.06.2016 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2016 -0,88 % 4,12 % 8,12 %
01.01. bis 30.06.2017 -0,88 % 4,12 % 8,12 %
01.07. bis 31.12.2017 -0,88 % 4,12 % 8,12 %

Bekanntgabe des Basiszinssatzes zum 1. Juli 2017: Basiszinssatz bleibt unverändert bei -0,88 %

Die Deutsche Bundesbank berechnet nach den gesetzlichen Vorgaben des § 247 Abs. 1 BGB den Basiszinssatz und veröffentlicht seinen aktuellen Stand gemäß § 247 Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger.

Der Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuches dient vor allem als Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen, § 288 Absatz 1 Satz 2 BGB. Er verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche seine Bezugsgröße seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden Halbjahres.

Der Festzinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank am 27. Juni 2017 beträgt 0,00 %. Er ist seit dem für die letzte Änderung des Basiszinssatzes maßgeblichen Zeitpunkt am 1. Januar 2017 unverändert geblieben (der Festzinssatz der letzten Hauptrefinanzierungsoperation im Dezember 2016 hat ebenfalls 0,00 % betragen).

Hieraus errechnet sich mit dem Beginn des 1. Juli 2017 ein Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuchs von -0,88 % (zuvor -0,88 %).

Der neue Basiszinssatz wird in der Ausgabe des Bundesanzeigers vom 29. Juni 2017 bekannt gegeben.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank

Schuldenbarometer 2016: Rückgang der Privatinsolvenzen in Deutschland – immer mehr Ältere rutschen in die Pleite

1. Überblick: Privatinsolvenzen sinken um 6,4 Prozent

Die Zahl der Privatinsolvenzen ist 2016 erneut zurückgegangen. Im vergangenen Jahr verringerten sich die privaten Pleiten um 6,4 Prozent auf 100.984 Fälle (2015: 107.919 Privatinsolvenzen). So lauten die Ergebnisse der Bürgel Studie “Schuldenbarometer 2016″.

“Die Privatinsolvenzen sind durch den sechsten Rückgang in Folge auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum die Zahlen. Im bisherigen Rekord-Insolvenzjahr 2010 mussten in Deutschland noch 139.110 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden.

Hauptursache für den weiteren Rückgang bei den Privatinsolvenzen ist die weiterhin niedrige Arbeitslosenquote in Deutschland. “Auch wenn die Gründe für eine Verschuldung unterschiedlich und individuell sind, ist Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für eine Verbraucherinsolvenz. Die Formel ist daher einfach. Wenn die Beschäftigtenzahlen steigen, sinken die Zahlen der Privatinsolvenzen”, so Baum. Positiv wirkte sich 2016 für die Verbraucher auch ein Anstieg der Reallöhne aus. Ein weiterer Grund für das Absinken der Privatpleiten ist methodischer Natur. So sehen viele überschuldete Bürger, die ein Pfändungsschutzkonto nutzen, keine Notwendigkeit, eine Privatinsolvenz anzumelden. Dies ist der Fall, wenn das monatliche Einkommen der Betroffenen so gering ist, dass es unter dem pfändbaren Betrag liegt.
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Firmeninsolvenzen sinken um 6,2 Prozent – Insolvenzschäden steigen um über 50 Prozent / Männer führen Firmen knapp doppelt so oft in eine Insolvenz wie Frauen

1. Überblick: Firmeninsolvenzen sinken auf den niedrigsten Stand seit 1999

Die Firmeninsolvenzen in Deutschland sind auch im Jahr 2016 gesunken. Die Zahl der Firmenpleiten verringerte sich um 6,2 Prozent auf 21.789 Fälle (2015: 23.222 Firmeninsolvenzen).
“Durch den siebten Rückgang in Folge sind die Unternehmensinsolvenzen im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1999 gesunken”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum die aktuellen Zahlen.

Im Krisenjahr 2009 mussten in Deutschland noch 33.762 und damit über 50 Prozent mehr Firmen eine Insolvenz anmelden.


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Zahlungsverzug: Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze

Basiszinssatz bleibt unverändert bei -0,88 %.

Zeitraum Basiszinssatz Verzugszinssatz Verzugszinssatz bei Rechtsgeschäften ohne
Verbraucherbeteiligung
29.07. bis 31.12.2014 -0,73 % 4,27 % 8,27 %
01.01. bis 30.06.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.01. bis 30.06.2016 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2016 -0,88 % 4,12 % 8,12 %
01.01. bis 30.06.2017 -0,88 % 4,12 % 8,12 %

Bekanntgabe des Basiszinssatzes zum 1. Januar 2017: Basiszinssatz bleibt unverändert bei -0,88 %

Die Deutsche Bundesbank berechnet nach den gesetzlichen Vorgaben des § 247 Abs. 1 BGB den Basiszinssatz und veröffentlicht seinen aktuellen Stand gemäß § 247 Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger.

Der Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuches dient vor allem als Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen, § 288 Absatz 1 Satz 2 BGB. Er verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche seine Bezugsgröße seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden Halbjahres.

Der Festzinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank am 27. Dezember 2016 beträgt 0,00 %. Er ist seit dem für die letzte Änderung des Basiszinssatzes maßgeblichen Zeitpunkt am 1. Juli 2016 unverändert geblieben (der Festzinssatz der letzten Hauptrefinanzierungsoperation im Juni 2016 hat ebenfalls 0,00 % betragen).

Hieraus errechnet sich mit dem Beginn des 1. Januar 2017 ein Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuchs von -0,88 % (zuvor -0,88 %).

Der neue Basiszinssatz wird in der Ausgabe des Bundesanzeigers vom 29. Dezember 2016 bekannt gegeben.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank

Schuldenbarometer 1. bis 3. Quartal 2016: Privatinsolvenzen sinken um 4,2 Prozent – Bremen und Hannover führen im Städte-Ranking

1. Überblick: Rückgang bei den Privatinsolvenzen setzt sich fort

Der Rückgang bei den Verbraucherinsolvenzen setzt sich auch 2016 fort. In den ersten neun Monaten des Jahres mussten 77.325 Privatpersonen eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. So lauten die zentralen Ergebnisse der Studie “Schuldenbarometer 1. bis 3. Quartal 2016″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

“2016 werden die Privatinsolvenzen das sechste Mal in Folge sinken. Für das Gesamtjahr prognostizieren wir bis zu 103.000 Fälle. Das wäre der niedrigste Stand seit 2005, als rund 100.000 Verbraucher eine Insolvenz anmelden mussten”, sagt Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum.

Hauptgrund für die erneut sinkenden Privatinsolvenzen ist die weiterhin positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit einer Zunahme der Beschäftigung und höheren Reallöhnen sind die Grundlage für weniger Verbraucherinsolvenzen. Eine weitere Ursache für den historischen Tiefstand bei den Privatinsolvenzen kann neben den konjunkturellen Einflüssen auch durch eine Veränderung der Methode der Betroffenen erklärt werden. So sehen viele überschuldete Personen, die ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) nutzen, keine Notwendigkeit mehr, einen Insolvenzantrag zu stellen, da beispielsweise ihr monatliches Einkommen so gering ist, dass es nicht über dem pfändbaren Betrag liegt. Weiterlesen…

Firmeninsolvenzen in Deutschland sinken auf den niedrigsten Stand seit 1999 – starker Anstieg der Insolvenzschäden

1. Einleitung: Firmeninsolvenzen sinken – Schäden steigen

Die Firmeninsolvenzen in Deutschland gehen weiter zurück. Im 1. Halbjahr 2016 verringerte sich die Zahl der Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,9 Prozent auf 11.035 Fälle. Auf Jahressicht erwartet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel bis zu 22.000 Unternehmensinsolvenzen. Dieser Wert wäre der niedrigste Stand bei den Firmenpleiten seit 1999. Ausschlaggebend für den erneuten Rückgang ist die weiterhin positive konjunkturelle Lage in Deutschland. Hinzu kommen die günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen sowie eine gute Infrastruktur und die Qualifikation der Arbeitskräfte. Die positive Entwicklung der letzten Jahre hat auch dafür gesorgt, dass viele Firmen ihr Eigenkapital erhöhen konnten und dadurch resistenter gegen kleinere Unternehmenskrisen geworden sind.

Trotz dieser positiven Lage für die Unternehmen erwartet Bürgel im kommenden Jahr kein weiteres Absinken der Insolvenzen.

“2017 gehen wir von stagnierenden Firmeninsolvenzzahlen aus”, sagt Klaus-Jürgen Baum. Der Bürgel Geschäftsführer begründet diese Prognose auch mit dem drastischen Anstieg der Insolvenzschäden. “Im 1. Halbjahr lagen die durch Insolvenzen verursachten Schäden bei circa 16,5 Milliarden Euro und damit rund doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Steigende Schäden bei gleichzeitig sinkenden Zahlen sind ein Indikator für das Auftreten von Insolvenzen großer Unternehmen.” Dies vergrößert die Gefahr von Anschlussinsolvenzen und Dominoeffekten, wenn zum Beispiel Lieferanten oder Kunden der betroffenen Unternehmen mit in den Insolvenzstrudel gerissen werden. Die durchschnittliche Summe der Schäden belief sich von Januar bis Juni auf knapp 1,5 Millionen Euro pro Firmeninsolvenz.

Für stagnierende Zahlen im Jahr 2017 spricht aber auch die Entwicklung bei den Firmeninsolvenzen der letzten Jahre. 2016 werden die Insolvenzen das siebte Mal in Folge zurückgehen. Vergleicht man das Krisenjahr 2009 mit dem Jahr 2016, beträgt der Rückgang knapp 35 Prozent. Bei nur noch 22.000 Firmeninsolvenzen im Jahr 2016 ist ein Tiefstand erreicht, der kaum noch unterboten werden kann. Ein Großteil der Firmeninsolvenzen resultiert, unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung, vor allem auch aus Fehlern des Managements, mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und/oder Branchenrisiken resultiert.

2. Vergleich der Bundesländer: Bremen, Nordrein-Westfalen und Hamburg führend in der Insolvenzstatistik

Regional ist die Zahl der Insolvenzen unterschiedlich ausgeprägt. Bezogen auf die Insolvenzdichte (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) steht Bremen im 1. Halbjahr mit 54 Firmenpleiten je 10.000 Unternehmen an der Spitze. Damit liegt der Stadtstaat deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 34 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen. Deutlich mehr Insolvenzen als im Schnitt gab es auch in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (52), Hamburg (51) und Saarland (50). Deutlich entspannter ist die Situation in Baden-Württemberg, wo nur 18 von 10.000 Unternehmen eine Insolvenz anmelden mussten. Aber auch in Bayern (22), Thüringen (23), Rheinland-Pfalz (24) und Brandenburg (26) ist die Insolvenzhäufigkeit der Unternehmen gering.

3. Prozentuale Veränderungen: Stärkster Anstieg in Sachsen

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schneidet Sachsen mit einem Anstieg von 23,2 Prozent bundesweit am schlechtesten ab. Auch das Saarland (plus 19 Prozent) sowie die Länder Brandenburg (plus 3,9 Prozent), Niedersachsen (plus 2,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (plus 1,8 Prozent) und Hamburg (plus 1,1 Prozent) melden mehr Firmeninsolvenzen als noch vor einem Jahr. Deutlich entspannt hat sich die Situation in Rheinland-Pfalz (minus 17 Prozent), Baden-Württemberg (minus 15,4 Prozent), Thüringen (minus 14,4 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (minus 10 Prozent). Aber auch in Berlin, Bayern und Hessen sinken die Insolvenzzahlen stärker als im Bundesschnitt.

4. Firmeninsolvenzen nach Rechtsformen: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) ist insolvenzanfällig

Weiter erhöht hat sich der Anteil der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) am Insolvenzgeschehen. Im 1. Halbjahr waren knapp 10 Prozent (1.100) der Unternehmen als UG gemeldet. Der größte Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland entfällt im 1. Halbjahr 2016 auf Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen (41,3 Prozent). Knapp dahinter rangiert die Rechtsform GmbH mit 4.392 Insolvenzen (Anteil am Insolvenzgeschehen: 39,8).

5. Firmeninsolvenzen nach Branchen: Am meisten Firmenpleiten im Handel

Die Analyse der Branchen zeigt, dass Unternehmen aus dem Bereich “Handel” mit knapp 18 Prozent (1.985 Fälle) den größten Anteil am Insolvenzgeschehen in Deutschland haben. Es folgen die Branchen Baugewerbe (Anteil am Insolvenzgeschehen: 17 Prozent; 1.878 Fälle), freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (11,1 Prozent; 1.230 Fälle) und Gastgewerbe (10,9 Prozent; 1.200 Fälle).

6. Warum melden Unternehmen eine Insolvenz an?

Es gibt bei Firmeninsolvenzen in den meisten Fällen nicht die Insolvenzursache, sondern Firmenpleiten entstehen häufig aus dem Zusammenwirken der unterschiedlichen krisenverursachenden Faktoren. Die konjunkturelle Lage ist dabei nur einer der Treiber, der den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen beeinflusst.
Daneben gibt es weitere unternehmensexogene und unternehmensendogene Gründe für Unternehmensinsolvenzen. Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, technischer Wandel, Wechselkursänderungen im Außenhandel oder die Insolvenz eines wichtigen Geschäftspartners (Dominoeffekt) sind Beispiele für Einflüsse von außen, die ein Unternehmen auf die schiefe finanzielle Bahn lenken können. Unternehmensendogene Ursachen, wie zum Beispiel geringe Eigenkapitalbasis, Mängel im Produktbereich (Qualität, Preis, Produkteigenschaften), Führungsprobleme oder Managementfehler können in allen betrieblichen Funktionsbereichen begründet liegen und eine Insolvenz auslösen.

Quelle: BÜRGEL Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG

Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2016: Rückgang bei Privatinsolvenzen verlangsamt sich

1. Einleitung: Leichter Anstieg bei den Privatinsolvenzen im Jahr 2016 möglich

Der Rückgang bei den Privatinsolvenzen in Deutschland hat sich im ersten Halbjahr abgeschwächt. In den ersten sechs Monaten des Jahres mussten 52.011 Verbraucher eine Insolvenz anmelden. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2015 sind die privaten Insolvenzen noch um 8,9 Prozent zurückgegangen. So lauten die Ergebnisse aus dem aktuellen “Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2016″ der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.

Ein isolierter Blick auf das zweite Quartal 2016 bestätigt diesen Trend. So gab es von März bis Juni (26.362) im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres (26.146) bereits einen Anstieg der Fallzahlen um 0,8 Prozent.

“Aufgrund dieser Entwicklung können wir einen Anstieg der Privatinsolvenzen zum Jahresende nicht mehr ausschließen. Der Tiefpunkt bei den Verbraucherinsolvenzen scheint langsam erreicht zu sein “, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum die aktuellen Zahlen.
Die rückläufige Entwicklung bei den Privatinsolvenzen in den letzten fünf Jahren ist vor allem durch den Rückgang der Arbeitslosigkeit begründet. “Ein geringerer Rückgang bei der Arbeitslosenquote führt aktuell auch zu einem verlangsamten Rückgang bei den Privatinsolvenzen. Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen würde auch die Privatinsolvenzen steigen lassen”, so Baum. Weiterlesen…

Überschuldung: Knapp 700.000 Bundesbürger warten auf den Erlass der Schulden – 12,5 Prozent der Betroffenen sind Senioren

Seit 2011 sinken die Privatinsolvenzen in Deutschland. Trotz dieser positiven Entwicklung befinden sich aktuell 692.612 Bundesbürger im Rahmen des Verbraucherinsolvenzverfahrens in der sogenannten Wohlverhaltensphase und warten auf eine Restschuldbefreiung und damit auf den Erlass ihrer Schulden.

Die betroffenen Personen müssen in der Wohlverhaltensperiode bestimmte Pflichten erfüllen, um am Ende von den verbliebenen Schulden befreit werden zu können. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass vor allem die pfändbaren Beträge des Sach- und Geldvermögens an den Treuhänder geleistet werden. Zudem müssen die betroffenen Personen eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben oder sich um eine solche bemühen.

In Bremen (141 Privatpersonen je 10.000 Einwohner), Niedersachsen (112) und Hamburg (111) befinden sich relativ gesehen die meisten Personen in der Wohlverhaltensphase. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 85 Privatpersonen je 10.000 Einwohner bzw. bei 0,85 Prozent. Weit weniger Privatpersonen leben in Bayern und Baden-Württemberg (60 Privatpersonen je 10.000 Einwohner) in der Wohlverhaltensphase. Weiterlesen…

Zahlungsverzug: Aktuelle Basis- bzw. Verzugszinssätze

Basiszinssatz vermindert sich auf -0,88 %.

Zeitraum Basiszinssatz Verzugszinssatz Verzugszinssatz bei Rechtsgeschäften ohne
Verbraucherbeteiligung
01.07. bis 28.07.2014 -0,73 % 4,27 % 7,27 %
29.07. bis 31.12.2014 -0,73 % 4,27 % 8,27 %
01.01. bis 30.06.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2015 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.01. bis 30.06.2016 -0,83 % 4,17 % 8,17 %
01.07. bis 31.12.2016 -0,88 % 4,12 % 8,12 %

Bekanntgabe des Basiszinssatzes zum 1. Juli 2016: Basiszinssatz vermindert sich auf -0,88 %

Die Deutsche Bundesbank berechnet nach den gesetzlichen Vorgaben des § 247 Abs. 1 BGB den Basiszinssatz und veröffentlicht seinen aktuellen Stand gemäß § 247 Abs. 2 BGB im Bundesanzeiger.

Der Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuches dient vor allem als Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen, § 288 Absatz 1 Satz 2 BGB. Er verändert sich zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres um die Prozentpunkte, um welche seine Bezugsgröße seit der letzten Veränderung des Basiszinssatzes gestiegen oder gefallen ist. Bezugsgröße ist der Zinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vor dem ersten Kalendertag des betreffenden Halbjahres.

Der Festzinssatz für die jüngste Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank am 28. Juni 2016 beträgt 0,00 %. Er hat sich gegenüber dem für die letzte Bekanntgabe des Basiszinssatzes zum 1. Januar 2016 maßgeblichen Festzinssatz der Hauptrefinanzierungsoperation der Europäischen Zentralbank vom 29. Dezember 2015, welcher 0,05 % betrug, um 0,05 Prozentpunkte vermindert.

Hieraus errechnet sich mit dem Beginn des 1. Juli 2016 ein Basiszinssatz des Bürgerlichen Gesetzbuchs von -0,88 % (zuvor -0,83 %).

Der neue Basiszinssatz wird in der Ausgabe des Bundesanzeigers vom 29. Juni 2016 bekannt gegeben.

Quelle: Pressemeldung Deutsche Bundesbank

Firmeninsolvenzen sinken im 1. Quartal um 3,5 Prozent – deutlicher Anstieg der Firmenpleiten in Sachsen

1. Überblick: Gute Rahmenbedingungen lassen Firmeninsolvenzen weiter sinken

Die Firmeninsolvenzen gehen zu Beginn des Jahres 2016 weiter zurück. In den ersten drei Monaten des Jahres meldeten 3,5 Prozent weniger Unternehmen eine Insolvenz an als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Insgesamt waren von Januar bis März 5.509 Unternehmen von einer Pleite betroffen.

“Deutschland ist für Unternehmen weiterhin ein Standort mit attraktiven Rahmenbedingungen. Eine gute Infrastruktur und Qualifikation der Arbeitskräfte sowie die weiterhin positive konjunkturelle Lage sorgen dafür, dass es einem Großteil der Firmen in Deutschland weiterhin gut geht”, kommentiert Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin die erneut sinkenden Firmeninsolvenzzahlen. “Da ein enger Zusammenhang zwischen der konjunkturellen Entwicklung und der Insolvenzhäufigkeit von Unternehmen besteht, ist der Haupttreiber für den erneuten Rückgang der Firmeninsolvenzen in dem guten konjunkturellen Umfeld zu sehen”, so Dr. Sellin.

Auch auf Jahressicht geht die Wirtschaftsauskunftei Bürgel von weiter sinkenden Insolvenzen aus. “Im günstigsten Fall rechnen wir für 2016 mit 22.500 Firmeninsolvenzen”, sagt Dr. Sellin. Es wäre der siebte Rückgang in Folge und der niedrigste Stand seit der neuen Insolvenzordnung aus dem Jahr 1999. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2003 (39.320 Firmeninsolvenzen insgesamt) gab es im 1. Quartal noch 9.747 Firmenpleiten und damit 76,9 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten diesen Jahres.

Risiken für die Insolvenzprognose liegen in den zahlreichen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Unsicherheiten. Vor allem ein möglicher “Brexit” könnte für einen Teil der deutschen Unternehmen problematisch werden, denn Großbritannien ist für Deutschland der drittwichtigste Exportmarkt weltweit. “Ein “Brexit” hätte negative Auswirkungen für die deutschen Exporteure und könnte die prognostizierte Zahl an Insolvenzen erhöhen”, erklärt Dr. Sellin.


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